Die Besessenen

Keine Frage, Schotten atmet oktanhaltige Luft. Bereits 1925 hatte der frisch gebackene örtliche Motorradclub eine anspruchsvolle 16-Kilometer-Strecke ausgeguckt und zum Rennen geladen. Mit Erfolg. 1938 mischten die ersten Sportwagen mit, und nach dem Krieg bejubelten bald wieder 90000 Sportfans Stars wie Schorsch Meier, Walter Zeller oder Huschke von Hanstein. Schotten spielte in einer Liga mit Schleiz, Avus oder Solitude. 1953 war es dann so weit, der Große Preis von Deutschland kam und 170000 Zuschauer. Auch wenn die schnellen Motorräder den Kurs wegen Gefährlichkeit als WM-Lauf bestreikten – immerhin ging es mitten durch Alleen und die Orte Götzen und Rüdingshain –, fuhren 125er und 250er um WM-Punkte. Ein schwerer Rennunfall in Le Mans, der 83 Zuschauer das Leben kostete, änderte zwei Jahre später alles. Schotten stand auf der roten Liste. Aus der Traum. 1968 hielten Rallyes und Bergrennen vorsichtig wieder Einzug, und es gab Pläne zum Ausbau einer permanenten Strecke wie in Hockenheim. 1983 auch hier das Nein. Erst der Oldtimer-Grand-Prix hatte 1989 eine Chance. Auf einem kleinen Stadtkurs lockt er inzwischen allsommerlich die internationale Oldie-Rennelite an. Am 18./19. August 2007 zum 19. Mal.
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