Ex-Geisel Rainer Bracht

MOTORRAD-Autor Rainer Bracht ist für viele Leser kein Unbekannter. Seine letzte Wüstenreise führte vor gut zwei Jahren in die algerische Sahara. Und dauerte exakt 177 Tage. Am 23. Februar 2003 wurde er dort mit drei Mitreisenden von fundamentalistischen Terroristen entführt. Insgesamt 31 europäische Touristen brachten die Mudjahedin innerhalb weniger Wochen in ihre Gewalt und forderten 45 Millionen Euro Lösegeld für ihren Untergrundkrieg. Zähe Verhandlungen zogen sich über Monate, während derer die Geiseln zermürbendem Warten, Wassermangel und mörderischer Hitze ausgesetzt waren. Was eine Entführte nicht überlebte. In einer der größten Such- und Rettungsaktionen der Nachkriegsgeschichte wurde Anfang Mai ein Teil der Geiseln befreit, während die restlichen, darunter Rainer Bracht, fast ein halbes Jahr in der Gewalt der Entführer blieben. In MOTORRAD 23, 24 und 26/2003 schrieben Rainer und seine Frau Petra das bewegende Tagebuch ihres Wartens und veröffentlichten es später in Buchform*. Dennoch sind nun beide erneut in die Wüste gereist. Angst habe er
keine, bekennt Rainer. »Ich mag einfach diese Landschaften und die normalerweise sehr netten Menschen.« In die Sahara wird er vorerst keinen Fuß mehr setzen. »Das ist noch immer gefährlich. Die Entführer wurden nie gefasst,
und es herrscht dort inzwischen eine
Art rechtsfreier Raum.
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