Fähren in Nordeuropa Wasserwege im Nordmeer

Im Sommer 1983 fuhren Birgit Pütz und Jo Deleker mit ihren BMW R80 G/S und Yamaha XT 500 zum ersten Mal nach Norwegen. 25 Jahre später suchten die beiden mit denselben Motorrädern ihre Spuren im Fjordland.

Spätestens beim Erreichen einer Küste muss sich auch der härteste Selbstfahrer und Kilometerfresser entscheiden: Solls das gewesen sein oder lässt man die weitere Strecke andere fahren? Skandinavisches Buffet, Hopfen-kaltschale, zollfreier Einkauf und kuschelige Kabine sind schlagkräftige Argumente für den Wasserweg. Und so geht es dann in den meisten Fällen auf eine Fähre. Ganz eilige Reisende landen in einem Eisenbahnwaggon für den Weg durch den Kanal- tunnel. Weiter nach Irland oder auf eine der zahlreichen Inseln rund um die britische Hauptinsel verschwindet das Motorrad dann wieder im Bauch eines Schiffes. Auch nach Nordskandinavien gibt es bislang keine Alternative zum Seeweg. Die Brücke entlang der Vogelfluglinie Puttgarden-Rödby soll erst weit im nächsten Jahrzehnt realisiert werden. Ins Baltikum und nach - St. Petersburg ist eine Fährüberfahrt die Alternative zur Fahrt durch Polen. Beim Fährangebot hat sich einiges getan. Skandinavienfans wird auffallen, dass Bergen nur noch von Hirtshals aus angefahren wird. Die Routen von Hanstholm, Newcastle und den Shetlands wurden eingestellt.

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Foto: Deleker
Und somit fällt auch die Möglichkeit weg, von Bergen direkt nach Island zu fahren. Dafür hat die Islandfähre nur noch einen Kurzaufenthalt auf den Färöer-Inseln. Der bislang übliche Färöer-Zwangsurlaub entfällt damit. Die Buchung über das Internet ist bei den meisten Gesellschaften spürbar kundenfreundlicher geworden. Ein Motorrad lässt sich überall einchecken, schwierig wird es da und dort mit mehreren Maschinen gleichzeitig. Auch zwei Personen auf einem Motorrad gibt die Buchungsmaske nicht immer her. Deshalb und wegen der vielen möglichen Sonderfälle haben wir, wo immer es ging, auch eine Telefonnummer angegeben. Die Preise variieren häufig je nach Saison, aber auch oft je nach Tageszeit. Camper, die sparen wollen, buchen zum Beispiel, wenn möglich, eine Tagüberfahrt ohne Kabine. Pullmannsitze werden immer seltener, Deckspassagen gibt es im Norden so gut wie nicht. Dafür immer mehr Luxus und regelrechtes Kreuzfahrtambiente, etwa auf der Stecke Kiel-Oslo. Das gilt auch für das Motorrad: Im Norden kann man sich meist darauf verlassen, dass es Gurte zum Verzurren der Maschinen gibt und oft wird einem diese Arbeit auf Wunsch von kräftigen Helfern abgenommen. Ein paar eigene Reservegurte schaden jedoch nicht.

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