Gepäck auf Sportenduros? Endurotour in den Karpaten

Endurowandern ist aufwendig. Um die Anreise kümmerte sich zwar der Transporter, aber dann hieß es, alleine zurechtzukommen. Der KTM wurden dazu 30 Liter Gepäckvolumen verpasst

Zwei ausrangierte Softbags einer Aprilia Motó 6.5 bildeten die Basis und wurden mit Hilfe eines selbst konstruierten Trägers am Heck der KTM MXC 525 pistenfest fixiert. Die rechte der mit Alu-Platten verstärkten Taschen wurde mit Flügelmuttern und zwei 80 Millimeter langen, mit Gewinden versehenen Alu-Distanzstücken an den Halterungen des Auspufftopfs befestigt. An der linken Seite wurden vier Aluminium-Formbleche spiegelbildlich zur Auspuffbefestigung am Rahmenheck verschraubt. Abschließend nahm eine mit der Sitzbankbefestigung und der hinteren Kotflügelverschraubung am Rahmenheck befestigte Alu-Platte ein U-Rohr auf, das bis zum Boden der Packtaschen führt und diese zusätzlich stabilisiert. Insgesamt brachte die Maßnahme 30 Liter Stauraum.

Doch die Nebenwirkungen waren an der leichten Sportenduro erheblich: So folgte beim Wechseln aus tiefen Spurrillen das Hinterrad nur unwillig und erst, als die Maschine fast rechtwinklig zur Fahrtrichtung stand. Das Fahrgefühl erinnert an die Enduros vor 30 Jahren: Wegen der hohen Schwerpunktlage sehr schwierig bei fahrtechnischen Gimmicks und gleichzeitig instabil bei Tempo, da das Vorderrad beim Beschleunigen zu leicht wird. Völlig easy ließen sich dafür schlammige Auffahrten bewältigen, weil das Mehrgewicht am Heck den Reifen geradezu in die Erde presste. Nachteilig war auch die eingeschränkte Beinfreiheit, wenn auch nicht so schmerzhaft wie bei Alu-Koffern. Hindernisse erfordern weitere Umfahrungen, und auf engen Gebirgspfaden sitzt die Angst im Nacken, an Felsvorsprüngen hängen zu bleiben. Unterm Strich eine zweischneidige Sache, die den Einsatzbereich einer Sportenduro zwar reizvoll erweitert, aber Nachteile im Fahrverhalten mitbringt.
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