Infos aus dem Internet Die Welt – ein Dorf

Reisen im Internet-Zeitalter. Oder: Was nutzt dieses Technik?

Keine Frage, das Internet hat auch das Reisen verändert. Bis vor wenigen Jahren war man bei Reisen in ferne Länder tatsächlich weg. Telefonate aus Südamerika, Afrika oder Australien waren teuer und die Verbindungen meist sehr schlecht, Postkarten, falls überhaupt geschrieben, – mitunter viele Wochen unterwegs. Eltern und Freunde konnten nur warten und hoffen, dass es einem gut geht oder das Geld reicht.Und heute? Heute findet sich in Südamerika in fast jedem Dorf ein Zugang zum Netz; in größeren Städten und touristischen Zentren schießen Internetcafés wie die oft zitierten Pilze aus dem Boden. Allein in Quito, der Hauptstadt des vergleichsweise winzigen Ecuador, soll es etwa 200 Internetcafés geben, in ganzen Land sind es rund 600, in denen sich hauptsächlich die internationale Reiseszene vor den Bildschirmen tummelt. Anders sieht es in Nepal, Thailand oder Marokko auch nicht aus.Das Kommunikationsbedürfnis scheint demnach gewaltig: Kaum ein Reisender, der sich heute noch ohne elektronisches Postfach auf den Weg macht (www.web.de, www.hotmail.com, www.gmx.de oder www.yahoo.de; alle kostenlos und schnell zu installieren). Spätestens alle paar Tage folgt ein Blick in den Posteingang, um zu erfahren, was zu Hause passiert ist oder wo sich das nette Paar aus Neuseeland, das man vor ein paar Tagen getroffen hat, gerade befindet. Natürlich darf ein regelmäßig verfasstes »Rundmail« an alle Freunde und Verwandten nicht fehlen – wer heute unterwegs ist, hat mitunter mehr Kontakt zu den Lieben als sonst daheim. Und droht leider Gefahr zu laufen, zu viele Stunden vor dem Schirm zu verbringen.Neben der Kontaktbörse dient das Internet Reisenden vor allen Dingen als Infobörse – wenn man weiß, wo man suchen muss, denn die Menge an Infoseiten ist inzwischen unüberschaubar. Länderspezifische Internet-Adressen finden sich am einfachsten in aktuellen Reiseführern. Egal, ob Flug-, Bus- oder Schiffslinie, Hotel oder der Reiseveranstalter für die obligatorische Machu-Picchu-Trekking-Tour – kaum jemand kann es sich heute noch leisten, nicht im Netz vertreten zu sein. Preise? Reservierungen? Fahrpläne? Lässt sich alles prima von zu Hause oder spontan von unterwegs erfahren und erledigen.Unabhängig vom Reiseland sollte man bei der Planung und während der Reise einige Web-Seiten auf seine Favoriten-Liste setzen. Den vermutlich genauesten und nach Ländern geordneten Wetterdienst findet man unter www.cnn.com, Stichwort »weather«. Das Auswärtige Amt der Bundesregierung informiert regelmäßig über die Situation für Touristen in Krisengebieten und nennt besondere Gefahren in einzelnen Ländern (www.auswaertigesamt.de), während man unter www.horizonsunlimited.com die sicherlich ausführlichste internationale Infobörse für reisende Motorradfahrer findet. Hier kann man erfahren, welche Piste oder welche Grenze gerade unpassierbar ist, welche Spedition am günstigsten die Fahrzeuge von A nach B transportiert und wer gerade auf einer eigenen Webseite von seinen Abenteuern berichtet. Eine entsprechende Seite lebt natürlich ausschließlich von den Informationen aus der Reiseszene. Einerseits also hochaktuell, andererseits ist die Richtigkeit vieler Infos leider nicht zu überprüfen.Eine weitere, sehr gute Seite mit Informationen für die Planung und zugleich mit vielen Reiseberichten und Querverweisen zu bestimmten Themen ist www.derreisetipp.de. Ebenfalls sehr lohnenswert für die Planung ist ein Blick auf die Seite des Buchverlags Reise Know-How (www.reise-know-how.de). Unter dem Stichwort »Länderlinks« findet man diverse Zugänge zum Thema Reise. Einen ähnlichen praktischen und aufwendigen Service bietet der englischsprachige Lonely-Planet-Reisebuchverlag (www.lonelyplanet.com, Stichwort »Worldguide«). Hier finden sich auf einen Blick die wichtigsten Grundinformationen über das gewünschte Land – von den Visabestimmungen über Gesundheitstipps bis zur besten Reisezeit. Bei einer geplanten Fernreise kann zudem ein Blick auf die Seite der Schweizer Infostelle für Reisemedizin sehr hilfreich sein: Unter www.osir.ch erfährt man sehr ausführlich, in welchem Land zum Beispiel eine Malaria-Prophylaxe oder eine Gelbfieberimpfung erforderlich ist, wie sich diese Krankheiten äußern und was im akuten Fall dagegen zu tun ist.Vor lauter Informationssuche sollte man das Wesentliche nicht vergessen – die Reise. Dieses Erlebnis kann einem trotz aller Technik zum Glück noch kein Computer ersetzen.
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