Infos Karpaten Endurotour in den Karpaten

Anreise
Von München bis in die Südkarpaten stehen 900 Autobahnkilometer an (Maut). Die schnellste Route führt über Wien, Budapest und Szeged. Dann beginnt knapp hinter der rumänischen Grenze bei Timişoara die Tour. Auf den letzten 80 Landstraßen-Kilometern ist extreme Vorsicht angeraten: Schlaglöcher, rücksichtslose Lkw-Fahrer sowie jede Menge Menschen und Tiere auf der Fahrbahn. Dank EU-Mitgliedschaft ist die Einreise unproblematisch. Die Treibstoffversorgung
entspricht europäischem Standard, die Preise liegen geringfügig darunter. EC-Geldautomaten gibt‘s in größeren Ortschaften, Euros werden oft akzeptiert.

Ausrüstung
Bei Reisen mit Sportenduros ist äußerste Beschränkung angesagt. Material für eventuelle Not-Übernachtungen in den Bergen wie Zelt, Schlafsack und Isomatte halten wir nicht für erforderlich, aber ein ausgewähltes Equipment. Neben der kompletten Enduro-Schutzkleidung sollte Folgen­des dabei sein: leichte Regenkleidung, Neoprenhandschuhe und -socken, Erste-Hilfe-Set plus einfache Reiseapotheke, ein Satz leichte „Zivilkleidung“ inklusive Sandalen sowie ein Mini-Necessaire. Für das Motorrad ein möglichst kompaktes Werkzeugsortiment für die nötigsten Wartungen und Reparaturen zusammenstellen. Außerdem Flickzeug, Montiereisen, Luftpumpe und 0,25 Liter Motorenöl. Hauptproblem bei Sportenduros ist meist die Reichweite, die 150 Kilometer nicht unterschreiten sollte. Dem Acht-Liter-Tank der Husqvarna musste gelegentlich aus dem 13-Liter-Fass der KTM nachgeschenkt werden. Alles andere kann in jedem größeren Dorf, das meist nie weiter als 50 Kilometer Luftlinie entfernt liegt, gekauft werden. Enduro-Spezifisches erhält man nur in größeren Städten wie Sibiu (Hermannstadt).

Übernachtung
In jedem etwas größeren Dorf finden sich familiäre Pensionen, die schon für zehn bis 20 Euro neben Übernachtung auch ein einfaches, aber gutes Abendessen aus dem heimischen Garten servieren. Hauptgericht ist dabei fast immer die Gemüsesuppe Ciorba. An den Ausfallstraßen der Städte bieten moderne Pensionen und kleine Hotels Übernachtung mit Mahlzeit für rund 30 Euro an (dort auf sichere, abschließbare Motorradstellplätze im Hof achten!). Wer per Transporter anreist, findet oft in den größeren Hotels sichere Stellplätze.

Navigation
Neben einer Übersichtskarte, in die wir aus einem rumänischen Autoatlas (an Tankstellen erhältlich) die wichtigsten Tankmöglichkeiten übertrugen, wurde nur mit einem Garmin- GPS-Gerät navigiert, in das wir täglich den anvisierten Zielort eingaben.

Enduro
Geländefahren ist auch im Ausland kein einfaches Thema. So häufen sich in internationalen Offroad-Foren die Klagen über heuschreckenartige Heimsuchung süd- oder osteuropäischer Länder. Mit der Folge ständig neuer Sperrungen. Deshalb soll dieser Bericht keine Aufforderung sein, Rumänien als sportliche Spielwiese zu missbrauchen, sondern Land und Menschen mit Respekt zu begegnen. Voraussetzung sind: Unbedingt leise Auspuffanlage montieren und unnötigen Lärm vermeiden. Abfälle mitnehmen. Auf Wegen bleiben und nie über landwirtschaftlich genutzte Flächen fahren. Bei Begegnungen mit Menschen und Tieren Tempo drosseln, besonders in Dörfern und Siedlungen. Spuren im Gelände durch übertriebenes Beschleunigen vermeiden. Kontakt mit Einheimischen nicht scheuen, sondern auch mal für einen kurzen Plausch anhalten. Eine angebotene Zigarette oder ein paar Süßigkeiten können Barrieren abbauen. Und ein freundliches Lächeln im offenen Helm schafft mehr Sympathie als ein aggressiver Integralhelm mit verspiegelter Cross-Brille.
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