Infos Oman

Das islamisch geprägte, aber recht liberal eingestellte Sultanat Oman bietet nicht nur für Offroad-Fans eine Sahara-Alternative, sondern lässt durch ein gutes Straßennetz und eine ordentliche Infrastruktur auch interessante Routen mit Straßenmotorrädern zu.

D Geographie
Der Oman residiert im äußersten Osten der Arabischen Halbinsel. Sowohl der Norden
als auch der Süden des Landes sind durch
teils schroffe Gebirgszüge geprägt, denen eine schmale Küstenebene vorgelagert ist,
während das Zentrum von einer weiten, landschaftlich eher unattraktiven Wüstenebene beherrscht wird. Lediglich die Küste setzt hier mit insgesamt 1700 Kilometer Länge Akzente. Reine Sandgebiete finden sich an der Grenze zu Saudi-Arabien mit den Ausläufern der
Rub al-Khali sowie die Wahaybah Sands zwischen Hajar-Gebirge und Indischem Ozean.
Im exponierten Nordzipfel liegt die gebirgige und von fjordähnlichen Buchten geprägte Exklave Musandam, die komplett von den Vereinigten Arabischen Emiraten umschlossen ist.
D Reisezeit
Der Oman ist ein ideales Winterreiseziel.
In der »kalten Jahreszeit«, von November bis April, herrschen tagsüber 25 bis 30 Grad, nachts angenehme 15. Je nach Höhenlage wird es in den Bergen kühler. Zwischen Mai und Oktober können dagegen leicht Tagestemperaturen zwischen 40 und 50 Grad
erreicht werden.
D Anreise
Flüge (nach Dubai) finden sich im Internet oder Reisebüro ab etwa 450 Euro. Die Motorräder werden derzeit am preisgünstigsten
auf dem Seeweg transportiert. Die Bremer Spedition Atege (Telefon 0421/8715933, Ansprechpartner ist Karsten Krause) berechnete den Hin- und Rücktransport der BMW ab Bremerhaven mit rund 850 Euro (abhängig von Volumen und Gewicht). Gegen Aufpreis kann die Maschine auch zu Hause abgeholt werden. Zum Transport muss das Motorrad in einer Kiste verpackt sein, die in Dubai eingelagert und für den Rückweg wieder verwendet wird.
D Formalitäten
Erforderlich sind neben dem Reisepass ein internationaler Fahrzeugschein und Führerschein. Die Visa für die Vereinigen Arabischen Emirate und den Oman gibt es an der Grenze (Emirate kostenlos, Oman 15 Euro). Zusätzlich muss eine Kfz-Haftpflichtversicherung bei
der Einreise abgeschlossen werden. Kostet nicht viel, und Büros gibt es direkt an den Grenzübergängen, ebenfalls Wechselstuben oder Banken. Ein internationaler Impfausweis mit entsprechender Impfung ist nur nötig, wenn man sich in den letzten zwei Wochen vor der Einreise in einem Infektionsgebiet (Gelbfieber oder Ähnliches) aufgehalten hat. Insgesamt ist die Grenzabwicklung schnell und problemlos.
D Finanzen, Essen
und Übernachten
Zu Geld kommt man am leichtesten per Kreditkarte (beste Akzeptanz: Visa und Mastercard) an vielen Bankautomaten. Die Gebühren sind mit bis zu fünf Prozent zwar happig, die Kurse dafür gut. Günstiger ist es an den Automaten der Nationalbank of Oman, die Eurocheckkarten mit Maestro-Symbol schlucken.
Das Leben ist günstig im Oman. Lebensmittel sind billig, Benzin kostet 25 bis 30 Cent
pro Liter, und in landestypischen Restaurants
wird gutes Essen für zwei bis drei Euro serviert. Da von Gastarbeitern betrieben, gibt’s meist indische oder pakistanische Küche. Alkoholfreie Getränke kosten rund 25 Cent.
In internationalen Hotels kann man allerdings leicht ein Mehrfaches bezahlen. Nur dort
gibt es auch Alkohol. Ein kleines Bier für fünf Euro beispielsweise.
Wildcampern bietet der Oman mit seinen Landschaften und der zurückhaltenden Bevölkerung paradiesische Bedingungen. Und Lagerfeuerholz findet sich selbst in der Wahay-
bah Sands. Ein Doppelzimmer kostet in einfachen Hotels zwischen 20 und 30 Euro. Trotz Flug und Motorradverschiffung muss also
ein drei- bis vierwöchiger Oman-Urlaub nicht teurer sein als in Nordafrika oder Europa.
D Motorradfahren
Das Land besitzt ein großes Straßennetz, so dass es sich dort auch ohne Stollen gut reisen lässt. Für die beschriebene Tour ist jedoch eine Enduro nötig, da der Offroad-Anteil bei etwa 50 Prozent liegt. Das Motorrad sollte gut vorbereitet sein, für Notfälle ist es praktisch, wenn aus Deutschland jemand Teile zuschicken kann. Der Transport per DHL ist teuer, funktioniert aber schnell und zuverlässig.
Dank guter Infrastruktur reicht im Oman eine Tankreichweite für 300 Kilometer aus (ohne Wahaybah-Sands-Durchquerung reichen sogar 200). Da außer in diesen reinen Dünenregionen überall die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser gewährleistet ist, müssen keine längeren, versorgungslosen Etappen wie in der Sahara eingeplant werden. Die Verständigung ist fast überall in Englisch möglich. So gesehen ist der Oman quasi Wüste und Orient »light« und macht es möglich, ohne großen Aufwand exotischste Eindrücke zu sammeln. Wer in der Lage ist, ohne Hilfe eines Veranstalters Urlaub in Italien zu machen, kann das auch im Oman. Ausnahme:
die Sandgebiete, wo etwas Erfahrung vorhanden und niemand allein unterwegs sein sollte.
D Literatur und
Informationen
Gut informiert der »Oman«-Band der Reihe Reise Know-How für 23,50 Euro. Eine exakte Karte gibt’s leider nur vor Ort in Buchhandlungen größerer Städte: »Map of the Sulter
nate of Oman« in 1:1,3 Mio., herausgegeben von der National Survey Authoity. Nicht immer genau, aber zur Vorbereitung ausreichend,
ist Hildebrands Urlaubskarte »Vereinigte
Arabische Emirate, Oman« in 1:1,5 Mio.
Erste Überblicke verschafft www.oman.de,
Infos zu Sicherheit oder Einreisebestimmungen liefert www.auswaertiges-amt.de.
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