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Der Iran ist nicht das einfachste Reiseziel. Aber mit guter Vorbereitung und vor allem Feingefühl im Umgang mit dem Islam kann ein spannendes Land entdeckt werden. Die internationale politische Lage sollte allerdings ständig im Blickfeld liegen.

Anreise und Straßen:Der kürzeste Weg führt per Fähre von Venedig nach Izmir in die Westtürkei. Von dort geht es rund 2000 Kilometer auf gut ausgebauten Straßen quer durchs Land nach Osten zum Grenzübergang Bazargan - dem einzigen Übergang für Touristen - zwischen Dogubayazit in der Osttürkei und Maku im Iran. Im Iran sind die meisten Straßen asphaltiert und in gutem Zustand. Pisten findet man höchstens noch in abgelegenen Bergregionen, so dass eine Enduro eigentlich nur für Fans entlegener wilder Zeltplätze nötig ist.Tankstellen sind selten und oft gut »versteckt«. Dafür ist der Sprit mit vier Cent pro Liter konkurrenzlos billig. Eine Tankreichweite von 300 Kilometer reicht fast immer aus.Dokumente:Für die Einreise in den Iran gibt es zwei Visa-Arten. Entweder ein maximal zwei Wochen gültiges Transitvisum, das problemlos erteilt wird, allerdings nur Fahrten über die Transitstrecke von der türkischen bis zur pakistanischen Grenze erlaubt. Geeigneter ist ein Touristenvisum, mit dem man sich 30 Tage frei im Land bewegen darf. Dafür ist allerdings eine Genehmigung des Iranischen Innenministeriums nötig, bei deren Beschaffung spezialisierte Iran-Reisebüros helfen. Mit dieser Genehmigung kann dann bei der Botschaft in Berlin (Telefon 030/84353-0, internet www.iranbotschaft.de) das Visum beantragt werden, das etwa 150 Euro kostet. Für das Motorrad ist ein Carnet de Passage erforderlich. (Informationen dazu beim ADAC). Reisezeit:Entweder Frühsommer (Juni) oder Frühherbst (September/Oktober), dann herrscht trockenes und warmes Klima. Im Hochsommer muss im Süden und am Persischen Golf mit Temperaturen von über 40 Grad gerechnet werden. Die Wintermonate sind dagegen oft schneereich und kalt. Nur am Kaspischen Meer herrschen das ganze Jahr milde, aber auch regenreiche Bedingungen.Übernachten:In größeren Orten ist immer ein Hotelzimmer zu finden. In Esfahan oder Siraaz beispielsweise kostet ein passables Doppelzimmer mit Frühstück und Klimaanlage zirka 20 bis 25 US-Dollar. Wildes Zelten ist vor allem in den Wüstenregionen unproblematisch.Besonderheiten:Besonders für Frauen gelten im Iran strikte Bekleidungsvorschriften, an die sich auch Bikerinnen bei »Landgängen« halten sollten, da sonst Ärger droht. Im Klartext: Kopftuch und knöchellange Kleider in gedeckten Farben, die keine Körperkontur zeigen, ins Gepäck stecken... der Tschadohr ist gottlob nicht vorgeschrieben. Für Männer gilt: Keine kurzen Hosen und eher langärmlige Hemden als T-Shirts tragen. Bis vor kurzem mussten auch die Arme bedeckt sein, mittlerweile sind aber hochgekrempelte Ärmel kein Problem mehr. Sehenswert:Der Iran bietet viel Kultur. Die Städte Esfahan und Siraaz stehen vor allem mit ihren Moscheen an erster Stelle, Yazad mit seiner eindrucksvollen Altstadt und Persepolis mit seinen Antiken Überresten. Sehenswert ist auch die Wüstenstadt Bam südlich der Wüste Lut. Landschaftliche Höhepunkte bieten vor allem die Gebirge im Norden und in der Mitte des Landes. Literatur: Für Individualreisende ist der englische Lonely Planet-Reiseführer »Iran« für 23,50 Euro die erste Wahl. Karten sind schwer zu bekommen. Die sehr gute Karte aus dem RV-Verlag im Maßstab 1:2 000000 gibt es nicht mehr und es bleibt nur die Hoffnung auf ein Antiquariats-Exemplar. Eine Alternative stellen russische Generalstabskarten im Maßstab 1: 1 Mio. (zum Beispiel bei Klaus Daerr in München, Telefon 089/282032). Im Land selbst soll es gutes Kartenmaterial in 1: Mio. geben.Zeitaufwand: etwa vier WochenStreckenlänge: (im Iran) rund 2500 Kilometer
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