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Wüstenhafte Landschaften, das Tote Meer, antike Städte wie Petra und eine unvermindert herzliche Gastfreundschaft – Jordanien ist ein äußerst attraktives Reiseland. Wer die lange Anreise nicht scheut, erlebt die Faszination des Vorderen Orients.

AnreiseDa zur Zeit die »schnelle« und direkt Anreise per Fähre von Italien über Israel nach Jordanien auf Grund der politischen Lage kaum in Frage kommt, bietet sich nur der Weg über die Türkei und durch Syrien an. Mit der Fährgesellschaft Turkish Maritime Lines gelangt man von Venedig nach Izmir; der Preis beträgt einfach für eine Person und Motorrad rund 290 Euro. Von Izmir sind es bis zur jordanischen Grenze auf gut ausgebauten Straßen rund 1600 Kilometer.DokumenteFür die Einreise nach Jordanien benötigt man ein Visum, das bereits vor der Abreise bei der jordanischen Botschaft (Heerstraße 201, 13595 Berlin, Telefon 030/3699600) beantragt werden muss und je nach Aufenthaltsdauer ab 15 Euro kostet. Für das Motorrad benötigt man ein Carnet de Passage, das der ADAC gegen eine Kaution von 1500 Euro ausstellt (Infos: 089/7676-0). An der Grenze von Jordanien muss ferner eine Versicherung für das Fahrzeug abgeschlossen werden, die mit rund 22 Mark zu Buche schlägt.Zusätzlich benötigt man bei der Anreise über die Türkei für Syrien entweder ein Transitvisum (ab zehn Euro) oder bei einem längeren Aufenthalt ein Aufenthaltsvisum (ab 45 Euro). Anträge gehen an die Botschaft von Syrien, Andreas-Hermes-Straße, 53175 Bonn, Telefon 0228/819920). An der syrischen Grenze fällt ebenfalls eine Versicherungsgebühr für das Motorrad von 30 US-Dollar an.ReisezeitDie besten Reisemonate sind April und Mai sowie Oktober. Dann herrscht warmes, trockenes Klima. In den Wintermonaten von Dezember bis März ist es trotz der südlichen Lage vor allem in den östlichen Wüstengegenden relativ kalt. Die Sommermonate erweisen sich dagegen als zu heiß für eine Motorradreise. Insbesondere am Toten Meer und am Golf von Aqaba herrschen im August Temperaturen von über 40 Grad. Während des islamischen Fastenmonats Ramadan (Beginn 2002: 6. November) ist das öffentliche Leben in dem streng religiös geprägten Land stark eingeschränkt.ÜbernachtenUnterkünfte sind außerhalb der Touristenzentren sehr rar. Ein brauchbares Angebot findet man in der Altstadt von Amman, in Petra, in Aqaba und in Al Azraq. Die Preise für ein Doppelzimmer liegen zwischen 40 und 90 Mark. Frühstück ist nur in besseren Hotels inbegriffen. Am Toten Meer gibt es einige wenige, teure Anlagen im Bereich des nördlichen Küstenstreifens. Campingplätze haben Seltenheitswert. Der schönste Platz ist sicherlich das Camp am Southbeach von Aqaba. In den Wüstengebieten wie im Wadi Rum kann problemlos wild gezeltet werden. StraßenJordanien hat zwar kein großes Straßennetz, aber das vorhandene ist relativ gut. Viele Straßen sind zweispurig. Nachts sollte man allerdings nicht unterwegs sein, da viele Fahrzeuge ohne Licht fahren. Das gilt vor allem für Traktoren. Endurofahrer finden im Wadi Rum ein tolles Wüstenrevier. Je weiter man in den Süden des Landes gelangt, desto spärlicher wird das Tankstellennetz. Je nach Route sollte man über eine Reichweite von etwa 300 Kilometern verfügen.SehenswertDie größte Sehenswürdigkeit Jordaniens ist das weltbekannte Petra, die Stadt der Nabatäer. Ein Bad im Salzwasser des Toten Meeres gehört ebenfalls zum Pflichtprogramm. Der landschaftliche Höhepunkt ist das Gebiet um den Wadi Rum, eine von mächtigen Felsblöcken durchsetzte Wüstengegend. Der beste Aussichtspunkt des Landes ist der 802 Meter hohe Jabal Nabá bei Ma`daba.LiteraturIm tankrucksackfreundlichen Format empfiehlt sich der Marco-Polo-Reiseführer »Jordanien« für 7,95 Euro. Neben allen wichtigen Informationen enthält er auch eine gute Reisekarte. »Jordanien« von Mairs Geographischer Verlag ist ebenfalls eine gute Wahl. Auf 224 Seiten werden Land und Leute recht ausführlich beschrieben. Preis: 15,24 Euro. Brauchbare Infos erhält man beim Informationsbüro Jordanien, Weserstraße 4, 60329 Frankfurt, Telefon 069/92318870; Internet: www.see-jordan.comEine gute Karte kommt von freytag & berndt: »Jordanien« im Maßstab von 1:800000 für 9,80 Euro. Gefahrene Strecke: etwa 1300 Kilometer Zeitaufwand: zwei Wochen (ohne An- und Rückreise)
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