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Eine mehrmonatige Reise durch die Andenländer Südamerikas ist an Eindrücken kaum zu überbieten: fast 5000 Meter hohe Pässe, die trockenste Wüste der Welt oder dichter Regenwald – größere Gegensätze gibt es nirgendwo.

AnreiseFür eine entsprechende Reise empfiehlt sich ein Gabelflug, der zum Beispiel von Air France für etwa 2000 Mark angeboten wird.Das eigene Motorrad verschickt man am einfachsten per Luftfracht. Die beiden BMW wurden von der Münchner Spedition »Hellmann Bike Courier«, die über langjährige Motorraderfahrung und ein weltweites Netz verfügt, von Stuttgart nach Santiago geflogen. Der Preis richtet sich nach dem eigentlichen Gewicht oder dem Volumengewicht – der höhere Wert gilt für die Preiskalkulation, die für jedes Motorrad neu erstellt wird. Der einfache Transport der beiden BMW (570 Kilo) schlug mit 4800 Mark zu Buche. Die Zollabwicklung in Santiago hat mit Hilfe des deutschsprachigen Hellmann-Personals nur anderthalb Stunden gedauert. Infos: Hellmann Bike Courier, Herr Siegl, Telefon 089/97594765, e-mail: tsiegl@de.hellmann.net, oder unter www.hellmann.de.Der Rücktransport lässt sich am besten vor Ort organisieren. Wir klapperten am Flughafen von Quito die in Frage kommenden Speditionen ab. Das beste Angebot kam von Ecuador Cargo System, der ecuadorianischen Hellmann-Vertretung. Pro Kilo waren etwa 3,50 Mark zu zahlen; für beide Motorräder fielen inklusive Nebenkosten für den Rücktransport rund 2200 Mark an.DokumenteFür alle südamerikanischen Länder reicht ein Reisepass. Ein international gültiger Führer- und Kfz-Schein gehört allerdings ins Gepäck. Ein Carnet de Passage ist nicht mehr erforderlich (Ausnahme: Flughafen Buenos Aires; daher lieber Santiago de Chile anfliegen). Für das Motorrad werden an jeder Grenze entsprechende Einfuhrpapiere ausgestellt. Diese geschieht in der Regel sehr schnell und absolut korrekt (keine Schmiergelder oder ähnliches).ReisezeitVon November bis April herrscht auf der Südhalbkugel Sommer – theoretisch. Wenn man jedoch durch mehrere Andenländer reisen will, die sich über nahezu sämtliche Klimazonen erstrecken, ist die Sache nichtgan so einfach. Ein Trip in den äußersten Süden von Chile und Argentinien empfiehlt sich nur im sehr kurzen »Südsommer« zwischen Dezember und Februar, während man viele Pisten im Amazonasgebiet ausschließlich in der Trockenzeit von Juli bis September unter die Räder nehmen sollte. Einige der über 4500 Meter hohen Andenpässe können dagegen lediglich zwischen Januar und März überquert werden, bevor dort oben alles zuschneit. In diesen Höhen sackt das Thermometer nachts selbst im Sommer schon mal auf minus 16 Grad; tagsüber sind es selten mehr als zehn Grad. Es empfiehlt sich daher, zwischen Dezember, Januar und Februar in den Süden Chiles zu fahren und sich dann auf den Weg in Richtung Norden zu machen, wo es, je näher man dem Äquator kommt, immer »sommerlicher« wird. UnterkunftIn praktisch jedem Ort findet sich eine Herberge, in der ab etwa zehn Mark übernachtet werden kann (Ausnahme Chile und Argentinien; dort ab etwa 20 Mark pro Person). Für die Motorräder gab es immer eine Garage oder einen sicheren Stellplatz, meist im Haus. Während man bis auf wenige Ausnahmen aus Sicherheitsgründen in Bolivien, Peru und Ecuador lieber Hotels oder Pensionen aufsuchen sollte, ist in Chile und Argentinien nicht nur wegen des hohen Preisniveaus ganz klar das Zelt die erste Wahl. Wildes Campen bietet sich vielerorts an, ist in der Regel völlig ungefährlich und in den abgelegenen Andenregionen unumgänglich. In den zahlreichen landschaftlich attraktiven Nationalparks finden sich zudem einfach ausgestattete Campingplätze ab etwa zehn Mark pro Person.Die StreckeGepflegte Straßen sind in Südamerika selten. Während die Panamericana durchgehen asphaltiert ist, sind die meisten Nebenstrecken mehr oder weniger gut befahrbare Naturpisten. Viele hundert Kilometer Wellblech oder Sand können einem dann schon mal den Spaß verderben. Noch ärgerlicher: Wenn wegen Unwettern oder Erdrutschen die Wege plötzlich völlig unpassierbar sind.Wer über die teilweise 500 Kilometer langen und versorgungslosen Andenpässe fahren will, benötigt einen entsprechenden Benzinvorrat. Ansonsten ist das Tankstellennetz erstaunlich dicht. Bleifreies Superbenzin gibt es flächendeckend nur in Argentinien (2,40 Pro Liter!) und Chile (1,90 Mark) sowie in den Großstädten von Bolivien, Peru und Ecuador. Ansonsten erhält man dort bis auf wenige Ausnahmen in den abgelegenen Regionen lediglich verbleites Benzin mit 85 Oktan.Weitere Reise-Infos in MOTORRAD-Ausgabe 25Zeitaufwand: drei Monate (insgesamt sechs Monate)Streckenlänge: 10000 Kilometer (insgesamt 20000 Kilometer)
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