Infos Tour zur Krystall-Rallye

Eine Winterreise in den Norden Europas setzt leider einiges voraus. Um entsprechende Kleidung und optimalerweise eine Gespann kommt man nicht herum. Die Nebenwirkungen sind zudem nicht zu unterschätzen – Suchtgefahr.

AnreiseMit den Kreuzfahrtschiff ähnlichen Fähren der Color Line kann man täglich von Kiel nach Oslo und wieder zurück gelangen. Abfahrt in Kiel: 14 Uhr; Ankunft in Oslo am nächsten Morgen um 9.30 Uhr; Abfahrt in Oslo: 14.30 Uhr; Ankunft in Kiel am nächsten Morgen: 9.30 am nächsten Tag. Zwischen Januar und Juni (Nebensaison) sind pro Person in der günstigsten Kategorie für eine Strecke 268 Mark und für ein Motorrad 60 Mark zu zahlen. Infos unter Telefon 0431/7300300 (Ticket- und Platzbestellung); Fax 0431/7300400,.Internet www.color-line.de. Die 30. Krystall-Rally wird vom 7. bis zum 11. Februar 2001 im Spatind Høyfjellshotell, Synnfjell, Nord-Torpa stattfinden. Unterkunft mit Vollpension schlagen mit 135 Mark pro Person zu Buche; ein Einzelzimmer kostet 25 Mark Aufpreis. Schriftliche Anmeldung (bis zum 17. Dezember) mit Angabe des An- und Abreisetages gehen an: Krystall-Rally, Leif Arnesen, Styri, 2080 Eidsvoll, Norwegen.StraßenverhältnisseSchnee und Eis sind vielmehr die Regel als die Ausnahme. Auf den Nebenstraßen muss man jederzeit mit einer geschlossen Schneedecke rechnen. Die Tagesetappen hängen dementsprechend von Wetter- und Straßenlage ab; lieber von vornherein kürzere Etappen planen. Am besten kommt man im norwegischen Winter natürlich per Gespann voran. Spikes bieten ein Optimum an Sicherheit und können in Oslo montiert und dort vor der Abreise auch wieder entfernt werden. Infos bei Dekkmann, Sjolyst Alle 5, 0277 Oslo, Telefon 0047/22557718. Pro Rad sind zwischen 40 und 80 Mark zu zahlen. Infos auch an Bord der Color-Line-Schiffe.ÜbernachtenNorwegen ist teuer, und im Winter wird noch einmal kräftig draufgeschlagen. Angenehme Einzel- und Doppelzimmer gibt es in den hervorragend ausgestatteten Jugendherbergen (Vandrerhjem) ab etwa 60 Mark pro Person. Ein Doppelzimmer in einem Hotel ist dagegen kaum für unter 150 Mark zu bekommen. Eine preisgünstige Alternative sind die winterfesten Hütten, wie man sie beispielsweise in der Ski-Hütten-Siedlung Skikampen Fjellandsby in Skei/Gausdal am Peer-Gynt-Weg findet, Telefon 0047/61228000. Eine Hütte kostet etwa 100 Mark. Eine sehr gute Unterkunft in traumhafter Lage ist das Gudbrandsdal Hotell, Spidsbergseter, wo auch die letzte Krystall-Rally stattfand. Ein Doppelzimmer kostet hier ab 170 Mark. Unbedingt vorher reservieren. Telefon 0047/61284000, Fax 0047/61284182.LiteraturSehr empfehlenswert: »Norwegen« aus dem Michael Müller Verlag für 39,80 Mark (ISBN 3-923278-72-1). Die Menge an allgemeinen Reise-Infos macht dieses Buch fast schon unentbehrlich. Weitere Reise- und Buch-Infos unter: www.michael-mueller-verlag.de. Sehr gute Infos, Themen und Bilder finden sich auch im GEO SPECIAL über Norwegen. Infos auch unter www.geo.de. Gespannfahrern – und natürlich allen Winterfahrern – sei das Buch »Eisige Pisten und Schneegestöber« für 39,80 Mark empfohlen (ISBN 3-9804814-1-7). Autor Martin Franitza erzählt von einer winterlichen Gespannreise zum Nordkap.Landkarte: Mairs Geographischer Verlag »Skandinavien« (Dänemark, Schweden, Norwegen) im Maßstab von 1:750000 für 14,90 Mark.Zeitaufwand: acht TageStreckenlänge: 1200 KilometerBekleidung (von Michael Kutschke)Dank High-Tech-Ausrüstung verliert Väterchen Frost auch für Warmduscher alle Schrecken. Großvaters Wachsjacke, Omas selbstgestrickte Wollpullis und drunter die berüchtigte Feinrippunterwäsche haben ausgedient. Heutzutage wird mit modernsten Materialien optimal gewärmt, die Chemie hat das Schaf längst überholt. Nach dem Zwiebelschalen-Prinzip kleidet man sich aber noch immer. Unterwäsche – Wärmeschicht – Wind und Nässeschutz: 1. Schicht: Die Ingredienzien Polyamid, Elasten, Polyester der modernen Funktionsunterwäsche nehmen Körperausdünstungen auf und leiten sie durch die weiteren atmungsaktiven Bekleidungsschichten weg vom Körper. Baumwollunterwäsche dagegen speichert die Nässe wie ein Schwamm.2. Schicht: Polyesterfasern haben die Aufgabe der Wämedämmung übernommen. Fleece heißt hier das Zauberwort. Hält genauso warm wie Wolle, isoliert sogar in feuchtem Zustand, da nasse Kunstfasern nicht aufquellen. Deshalb bleiben die Gewebezwischenräume offen und die Atmungsaktivität erhalten.3. Schicht: Für Wind- und Nässeschutz sorgen heutzutage zum Beispiel hauchdünne Polytetraflourethylen-Folien. Diese lassen Wind und Wasser nicht in die Bekleidung eindringen, Körperfeuchtigkeit aber fast ungehindert heraus. Die atmende Membran wird von reißfesten Obermaterialien wie Kevlar oder Cordura bedeckt.Das alte Zwiebelschalen-Prinzip in Verbindung mit modernsten Textilien ist also optimal geeignet für alle Einsatzzwecke. Egal ob Sahara oder Nordkap, ob für Snowboarder oder Motorradfahrer. Deshalb kann sich der Winterbiker teilweise auch in Sportgeschäften bedienen lassen. Motorradausrüster jedoch bieten maßgeschneiderte Komplettlösungen an, die auch das Bike mit einschließen. MOTORRAD hat sich von Gericke, Louis, Polo, M&P Götz und dem Winterspezialisten Muhl jeweils eine Ausrüstungsempfehlung für eine Winterreise bei Minusgraden zusammenstellen lassen. Funktionsunterwäsche, Winterhandschuhe, Thermokombis, Sturmhauben, Heizgriffe, Halskrausen etcetera führen natürlich alle Anbieter auf. Da gibt es allenfalls Qualitätsunterschiede. Umfassend getestet wurden solche Produkte in MOTORRAD 24/1999 und sind unter motorradonline.de abrufbar. Besondere Lösungen für die extreme Kälte haben aber alle Befragten in petto. Gericke bietet als einziger einen beschlagfreien Helm mit beheizbarem Visier an. Louis empfiehlt gegen kalte Finger elektrisch beheizbare Unterziehhandschuhe, M&P Götz offeriert dazu noch eine Sitzbankheizung. Polo hebt sich durch Heizsohlen für die Stiefel ab. Wärme für die Seele spendet dagegen der Polo-Bär: ein wahrer Freund für kalte Nächte. Und der Winter-Spezialist Muhl? Der schwört zusätzlich auf mehr Wetterschutz am Bike: Lenkerverkleidungen und eine mit Webpelz gefütterte Kniedecke aus Cordura. Außerdem sind vom Experten natürlich auch heiße Tipps zur klirrenden Kälte zu bekommen.Und wenn Bär und Flocken trotzdem nicht locken? Für diejenigen empfiehlt sich am 15.02.2001 das Second Cape Town Bikers Festival im sommerlichen Kapstadt (Telefon 0027-83-349-0978).
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