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Sahara-Fans kommen heute fast nur noch in Libyen auf ihre Kosten. Wer allerdings die großen Ergs erleben möchte, sollte sich auf extrem lange versorgungslose Etappen einstellen, die ohne Begleitfahrzeug nur schwer zu meistern sind.

Anreise: Da es derzeit keine Fährverbindung nach Libyen gibt, kommt nur eine Anreise über Tunesien in Frage. Die Fährpassage ab Genua oder Marseille bis Tunis dauert rund 24 Stunden, und für eine einfache Überfahrt sind pro Person und Motorrad ab zirka 350 Mark zu zahlen. Infos bei SNCM in Eschborn, Telefon 06196/42911, beim ADAC oder in jedem größeren Reisebüro. Motorradfahrer können ihr Ticket aber auch direkt im Hafen von Genua oder Marseille kaufen. Nur bei einem Begleitfahrzeug ist es ratsam, im Voraus zu buchen.Reisezeit: Ideal sind die Monate Oktober, November, Februar und März. Die Temperaturen steigen dann tagsüber selten auf über 30 Grad und liegen nachts bei 5 bis 10 Grad. Wichtiger Nebeneffekt im Winter: Bei den niedrigeren Temperaturen trägt der Sand besser.Dokumente: Eine Reise nach Libyen erfordert einige Vorbereitung. Einen Antrag für das erforderliche Visum gibt es gegen einen frankierten Rückumschlag (DIN A 5) bei der Libyschen Botschaft in Bonn, Beethovenallee 12 a, 53173 Bonn, Telefon 0228/820090 (eventuell mehrere Wochen Wartezeit). Die Anträge dürfen nicht geknickt werden (!), müssen mit dem Pass, zwei weiteren Passfotos und den erforderlichen Gebühren (nur in bar) als Einschreiben mit frankierten Rückumschlag an die Botschaft geschickt werden. Für den Antrag ist eine arabische Übersetzung des Passes erforderlich (Übersetzngsbüros, finden sich in den Gelben Seiten), der zuerst noch mit einem arabischen Übersetzungsstempel versehen werden muss (nur erhältlich bei größeren Einwohnermeldestellen). Weiter ist ein internationaler Führerschein erforderlich. Bei der Einreise müssen vor Ort eine Kfz-Versicherung abgeschlossen und arabische Kennzeichen montiert werden.Strecke: Wer die großen Dünengebiete (Erg Awbari, Erg Murzuq) durchqueren will, ist in der Regel abseits markierter Pisten und Spuren unterwegs. Für einige der Strecken im Süden des Landes sind spezielle Genehmigungen oder sogar teure Führer vorgeschrieben. Beides ist vor Ort in jeder Stadt/Oase zu bekommen. Sichere Fahrtechnik im Sand, perfekte Navigationskenntnis und einwandfreier Zustand der Fahrzeuge sind absolute Voraussetzung. Es gilt, bis zu 1000 Kilometer und ungefähr zehn Tage ohne Versorgungsmöglichkeit zu überwinden. Eine detaillierte Landkarte und ein GPS-Gerät sind dabei unerlässlich. Für den Pannenfall sollte ein Ersatzgerät immer dabei sein. Aus Sicherheitsgründen sollte man außerdem in der Lage sein, sich anhand von Karte und Kompass zu orientieren. Das Motorrad: Die MuZ Baghira wurden ohne technische Veränderungen gefahren. Wer allerdings eine entsprechende Tour ohne Begleitfahrzeug unternehmen will, kommt um bestimmte Modifikationen nicht herum. Die Firma Touratech bietet inzwischen auch für die Baghira einen 31 Liter fassenden Tank, einen robusten Motorschutz, einen Gepäckträger mit Alu-Koffersystem sowie weiteres Zubehör an. Infos unter Telefon 07728/97920 oder im Internet unter http://www.touratech.de. Für gute Laufleistung sorgte vorn der Metzeler Unicross und hinten der Metzeler MCE-Karoo. Auf reinen Sandetappen kamen auf den Hinterrädern spezielle paddle-tires aus den USA zum Einsatz. Die profillosen Mäntel mit aufvulkanisierten Hartgummischaufeln sorgen auch im tiefsten Weichsand für Traktion (leider nur in den USA erhältlich, Infos beim Autor unter Telefon 089/66002923).Literatur: Sehr empfehlenswert ist » Libyen - Von Leptis Magna zum Wau an Namus« von Reise Know-How für 39,80 Mark (ISBN 3-89662-005-3). Das Werk lässt für Selbstfahrer kaum noch Fragen offen. Als Landkarten kommen sowohl die Michelin-Übersichtskarte 953 »Afrique du Nord« im Maßstab von 1:4 Millionen als auch russische Generalstabskarten mit kyrillischer Beschriftung in Frage. Letztere gibt es in den Maßstäben von 1:1 Million oder 1:500000, kosten 24 Mark Mark pro Stück und lassen sich anhand der mitgelieferten Übersetzung des kyrillischen Alphabets lesen. Die sowjetischen Generalstabskarten sind beim Därr Expeditionsservice, Theresienstraße. 66, 80333 München, Telefon 089/282032 erhältlich.Gefahrene Strecke: 4000 KilometerZeitaufwand: vier Wochen
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