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Norwegen, das Land voller Gegensätze, gehört ganz sicher zu den schönsten Regionen Europas, verwöhnt mit genialen Strecken, Fjorden und Gebirgen - für Norddeutsche die bewährte Alternative zu den weit entfernten Alpen. Wer sich ein wenig Zeit nimmt, wird eigentlich an jeder Ecke fündig und bewältigt die Strecke dann sogar problemlos im Familienverbund mit Minimal-Motorisierung.

Anreise/Fähre: Über Hamburg auf der A 1 nach Kiel zum Oslokai oder auf der A 7 und der Jütlandautobahn über Dänemark nach Frederikshavn, Hirtshals oder Hanstholm zu den dortigen Fährhäfen. Die Passage von Kiel nach Oslo dauert rund 19 Stunden und ist eigentlich der ideale Weg, da man die Nacht an Bord verbringt und nicht nur relaxen kann, sondern einen ganzen Urlaubstag gewinnt. Preis je Person und Motorrad ab etwa 266 Mark pro Strecke. Eine günstigere Alternative stellt die Fährverbindung Hirtshals-Oslo nur auf den ersten Blick dar. Pro Person und Maschine zahlt man hier nur 147 Mark je Passage, hat aber den Nachteil der langen, ermüdenden Anfahrt. Außerdem ist man tagsüber auf See und erreicht Oslo erst am Abend. Von Hirtshals kann man auch nach Kirstiansand übersetzen, Preise ebenfalls ab 147 Mark. Infos in jedem Reisebüro, beim ADAC oder als große Übersicht im MOTORRAD-Fährenspezial in Heft 15/1999. Reisezeit: Zwischen Anfang Juni und Mitte September kann man dem Land der Wikinger guten Gewissens einen Besuch abstatten. Geradezu ideal wird es, wenn man dann noch während eines stabilen Skandinavienhochs starten kann. Übrigens, es gibt eine recht verlässliche Faustregel in Sachen Wetter: Ist es im Süden schön, dann hat der Norden oft mit miesem Wetter zu kämpfen und umgekehrt. Wetterfeste und warme Kleidung gehört auf jeden Fall ins Gepäck.Die Strecke: Der ursprüngliche Plan, bis zum Nordkap zu fahren, wurde unterwegs zu Gunsten einer Runde durch Südnorwegen modifiziert. Auch wenn das Wetter den Ausschlag gab, ist die Entscheidung vor allem hinsichtlich der kleinen 125er mehr als richtig gewesen. Denn eine Nordkap-Tour bedeutet vor allem eines: Kilometer fressen. Bei ihrem Abbruch hatte die vier gerade mal das erste Drittel der Strecke dorthin bewältigt. Und damit den schönsten Teil. Denn wer die landschaftlichen Highlights Norwegens sucht, findet sie nicht im hohen Norden, sondern im Süden. Und auch nicht an den Durchgangspisten, sondern auf den kleinen Gebirgsstraßen, die bereits einen dreiwöchigen Urlaub spielend ausfüllen.Übernachten: Norwegen ist von je her Campingland. Hotels unterliegen der Luxussteuer und sind daher recht teuer. Hütten (Hytter), die es überall zu mieten gibt, dürften für Biker allerdings die beste Übernachtungsmöglichkeit sein. Der Camping-Preis liegt etwa bei zehn Mark pro Nacht und Nase. Eine Vierbetthütte kostet für vier Leute zwölf bis 15 Mark pro Nacht und Person. Wer Hütten bevorzugt, kann also bis auf Schlafsack und Handtücher platzraubende Campingutensilien zu Hause lassen. Ein Hüttenverzeichnis bekommt man bei NORTRA (siehe unten).InformationenNorwegisches Fremdenverkehrsamt NORTRAPostfach 760820, 22058 Hamburg, Telefon 0180/5001548.Literatur: Klein, aber fein präsentiert sich der Marco Polo-Reiseführer Norwegen für 14,80 Mark. Wer mehr wissen möchte, greift am besten auf das gleichnamige Werk von Apa Guide für 44 Mark zurück. Sehr genaue Karten kommen von Kümmerly & Frey in 1:350 000. Baedeker liefert in seinem Norwegenband für 39,80 Mark sogar eine recht genaue Straßenkarte mit. Viele Tipps und Streckenvorschläge speziell für Biker enthält der Band »Skandinavien« der Edition Unterwegs. Erhältlich im Buchhandel oder im MOTORRAD-Shop, Telefon 0711/182-xxxx für 29,80 Mark. Gefahrene Strecke: Rund 2000 KilometerZeitbedarf: minimum 14 Tage
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