Infos

Die Reise wurde in zwei Etappen aufgeteilt: von Kenia nach Kapstadt und von Ghana bis Marokko. Für die Anreise und den Transfer vom Kap nach Westafrika wurde ins Flugzeug verladen.

Allgemeines:Die gewählte Route entstand zum einen aus Zeitmangel, da eine komplette Afrikadurchquerung mindestens ein Jahr beansprucht. Zum anderen sind die Informationen bezüglich einer Sahara-Durchquerung von Ägypten über den Sudan und Äthiopien nach Kenia widersprüchlich. Einige Reisende schaffen es, andere müssen von Ägypten nach Eritrea verschiffen. Wie überall in Afrika gilt auch hier: Alles ist möglich, und alles kann sich jederzeit ändern. Der Rückweg wurde nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen per Flugzeug abgekürzt: Angola ist und bleibt eine »No go«-Area für Touristen, und Zaire (jetzt Democratic Republic of Congo) mit seinen ohnehin katastrophalen Straßenverhältnissen erschien aufgrund der Regenzeit nicht passierbar. Ausgangspunkt für die Rückreise war Ghana, eines der stabilsten Länder Westafrikas. Alle Länder an der Westküste nördlich vom Kongo gelten grundsätzlich als sicher. Abstriche müssen in Nigeria und Sierra Leone gemacht werden, wobei letzteres in absehbarer Zeit wohl gar nicht mehr zu bereisen sein wird. Bei der Streckenplanung sollte man sich maximal 300 Kilometer pro Tag vornehmen: Bauarbeiten, zerstörte Straßen und Brücken, verspätete Fähren, langwierige Grenzkontrollen und die extreme Hitze – vor allem an der Westküste – können den Tagesschnitt erheblich drücken. Wählt man gar Nebenstrecken, sind oft nur 50 Kilometer drin. Benzin (schlechte Qualität) gibt es fast überall. Generell sollte die Reichweite mindestens 350 Kilometer betragen.ANREISE (Deutschland-Kenia)Den Transport nach Kenia übernahm die Firma DÄRR-Expeditionsservice in München, Telefon 089/282032, Fax 282525, die Motorräder von Düsseldorf oder München per LTU direkt nach Mombasa verschickt. Kosten: 1450 Mark einfach, inklusive Versicherung. Da die Maschine auf einer offenen Palette verzurrt wurde, entfielen aufwendige Demontage-Arbeiten. WICHTIG: Bei einem solchen offenen Transport kommt es entscheidend darauf an, zeitgleich oder vor dem Motorrad am Zielort zu sein, um es direkt in Empfang nehmen zu können, denn alle abschraubbaren Teile sind hochgradig diebstahlgefährdet. Die Auslösung der Maschine am Zoll in Mombasa erforderte für afrikanische Verhältnisse wenig Mühe. Wichtigstes Dokument: das Carnet de passage. Es ist tatsächlich an jeder Zollstation bekannt.RÜCKREISE (Südafrika-Ghana)Für den Transport von Kapstadt nach Accra/Ghana wurde das Motorrad aus Kostengründen in eine maßgeschneiderte Kiste verpackt, angefertigt von der Company Cape Crating, 19 Voortrekker Road, Salt River, Cape Town, Telefon 0824579556/7, Fax 021 5102482. Kosten umgerechnet zirka 300 Mark. Bei der BMW mußten Räder, Gabel, Scheibe und Spiegel demontiert werden. Zollformalitäten sowie Organisation am Flughafen übernahm die Company Project Freight, c/o Mr. Leslie Isaacs, P.O. Box 6536, 8012 Roogebaai - Cape Town, Telefon 021-3862400, Fax 021/3862007. Der Transport mit Egypt Air über Johannesburg, Kairo (!) nach Accra kostete zirka 850 Mark. Obwohl der Zoll im Flughafen von Accra einen sehr zuverlässigen Eindruck macht, gilt auch hier: Fahrzeug so schnell wie möglich auslösen. Dazu bedarf es eines Agenten, den man mühelos am Flughafen aufstöbern kann. Er besorgt für rund 100 Mark jeden nötigen Stempel, was viel Zeit und Nerven spart. Mit besagtem Carnet ist die Sache dann in wenigen Stunden erledigt.DIE STRECKE: Die beschriebene Wüstendurchquerung von Mauretanien nach Marokko ist von offizieller Seite nicht erlaubt, wird aber geduldet beziehungsweise nicht kontrolliert. Tatsächlich besteht ein reger Grenzverkehr in beide Richtungen. Wichtig ist, sich in Nouakchott entweder bei dem beschriebenen CAMPEMENT TEFRIHR VACANCES, Telefon 566-73, oder bei Monsieur Sahid, gegenüber dem SABENA-Office in der Stadt, Avenue General de Gaulle, nach einem Guide zu erkundigen, der einen nach Norden und vor allem durch den immer noch vorhandenen Minengürtel bringt. Motorradfahrer sollten sich an Reisende mit Autos halten, die den nötigen Sprit für die 600 Kilometer mitnehmen können. Auch wenn die Strecke nicht besonders schwer zu fahren ist, sollte diese Etappe auf keinen Fall allein und ohne GPS angegangen werden. Die Grenzabfertigung kann drei Tage dauern.DOKUMENTENeben dem Reisepaß sind Visa für folgendeLänder erforderlich: Tanzania, Zambia, Mozambique, Ghana, Elfenbeinküste, Burkina Faso, Mali, Guinea, Mauretanien. Sofern das Einreiseland (Kenia) kein Visum erfordert, sind dort in der Hauptstadt Visa für die Nachbarländer fast immer schneller und preiswerter zu bekommen als in Deutschland. Weiterhin nötig: internationaler Führerschein, Impfpaß und unbedingt ein Carnet de Passage fürs Motorrad, das Grenzübertritte erheblich erleichtert (gibt es beim ADAC, Mitglieder zahlen 280 Mark). Da für die bereisten Länder keine deutsche Versicherung Haftung übernimmt (Ausnahme: Marokko, grüne Karte mitnehmen!), sollte man eine internationale Haftpflichtversicherung abschließen (zum Beispiel von Lloyds).WERKSTÄTTENWerkstätten gibt es in Afrika im kleinsten Dorf – es ist der Kontinent der Improvisation, um einfache Reparaturen braucht man sich keine Sorgen zu machen (Ausnahme: Aluschweißen). Allerdings ist die Hilfsbereitschaft oft größer als das handwerkliche Geschick, daher sollte man beim Schrauben dabei bleiben und Anweisungen geben. Ausgewiesene Motorradwerkstätten gibt es in Nairobi/Kenia: BMW-Mashareki, Wabera Street. Bukobata/Tanzania: Nausha Gulam Fazal, Telefon 066/20257.Harare/Zimbabwe: Shell-Station John Rushforth, Airport-Road.Windkoek/Namibia: u.a. Mike de Kock, Nelson Mandela Ave, Telefon 061/223405. Peter Dickmann, 18 Kalie Roodt Street, Telefon 061/216035/218073.Kapstadt/Südafrika: u. a. Trefco LtD, 9 Aylesbury Street, Belville, Telefon 021/9493690. Charlies Motorcycle Shop, 4 Rose Street, Telefon 021/247653/538. Übrigens Treffpunkt für Motorradreisende in Kapstadt.Durban/Südafrika: u. a. Tommy Johns motorcycles, 17 Old Main Road, Pinetown 3610, Telefon 031/7012464.An der Westküste lassen sich Motorradersatzteile für die gängigen Marken in Abidjan/Elfenbeinküste sowie in Dakar/Senegal auftreiben.LITERATURDie besten Karten liefert MICHELIN (Nr. 955 und 953). Sie gehören zur Standardausrüstung aller Afrika-Reisenden. Der beste Reiseführer (»die Bibel«) für Individualreisende kommt von LONELY PLANET: Africa on a Shoestring. Er enthält geballte und durchweg korrekte Information über ganz Afrika.
Anzeige

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote