Infos Kreta

Die größte der griechischen Inseln bietet auf immerhin 260 Kilometern maximaler West-Ost- und 60 Kilometern Nord-Süd-Ausdehnung ein riesiges Netz an kurvigen Bergstraßen und abgelegenen Pisten. Auf Straßen- wie Endurofahrer wartet der ideale Tourenmix zwischen über 2000 Meter hohen Bergen und tiefen Schluchten, zwischen weißen Dörfern und blauem Meer, zwischen 4000 Jahre alten Ruinen und einer modernen Tourismus-Infrastruktur.

Anreise: Für einen Aufenthalt auf Kreta sollte man Zeit einplanen, denn die realtiv weite Anreise verschlingt trotz guter Fährverbindungen ab Ancona und Venedig für den Hin- und Rückweg mindestens vier Tage. Die schönste und erholsamste Möglichkeitet bieten manche Fährlinien mit einer Direktverbindung nach Kreta. Ansonsten ist Umsteigen in Athen/Piräus angesagt. Die Einfache Fahrt kostet für den Fahrer ab 160/220 Mark an Deck beziehungsweise in der Kabine, für das Motorrad ab 90 Mark. Wer nicht so viel Zeit hat, sollte einen Charterflug (etwa vier Stunden Flugzeit) in Erwägungen ziehen, der im Schnitt mit rund 600 Mark für die Hin- und Rückreise zu Buche schlägt. Für Motorradmiete sind wöchentlich ab 350 Mark einzukalkulieren (siehe Kasten »Mietmotorräder«).Reisezeit: Von Ende April bis Mitte Oktober ist Top-Wetter angesagt, wobei im Juli und August extreme Hitze herrscht. Selbst im März und November/ Dezember eignet sich Kreta noch für Motorradtouren. Mit 300 statistischen Sonnentagen rangiert die Insel an der europäischen Schönwetterspitze. Enduro:Auch nach zwei Wochen Touren durch Kreta wird man noch immer nicht alle Winkel der weitläufigen Insel erkundet haben, so groß ist das Wegenetz. Fast alle genannten Pisten sind auch mit Straßenmaschinen befahrbar. Da das Kartenmaterial für griechische Inseln oft nicht sehr exakt ist, (siehe Literatur), kann die Off Road-Wegsuche oft genug eine mühselige Versuch- und Irrtum-Unternehmung werden, die immer wieder in Sackgassen oder auf kleinen Zubringerwegen endet. Also etwas Geduld und die richtige Einstellung mitbringen.Organisierte Touren:Wer keine Lust hat, sich dem Streß der eigenen Wegesuche auszusetzen, kann Kreta auch im Rahmen geführter Touren kennenlernen. Geradezu luxuriös geht es bei »Minotaurus Motorradtouren« zu. Hier werden einwöchige geführte Touren auf BMW F 650 mit Begleitfahrzeug (auch für Nichtmotorradfahrer), Vollpension à la carte und Unterbringung in Vier-Sterne-Hotels angeboten Im Preis von 1900 Mark sind Motorradmiete, Benzin und Versicherung enthalten. Telefon/Fax auf Kreta 0030/81/761835 (deutsprachig). Als Kurztrip ist außerdem ein Vier-Tage-Programm möglich. Motorbike fun tours in Frankfurt/M, Telefon 069/593316, hat ab zirka 1400 Mark ebenfalls einwöchige Touren über die Insel im Programm. Mietmotorräder:Eine einfache und halbwegs taugliche 125er oder 250er Enduro kann man sich in allen Touristenzentren der Insel für rund 50 Mark pro Tag leihen. Wer ein gepflegteres und leistungstärkeres Motorrad sucht, kann sich an folgende Vermieter wenden. Die verwendete Suzuki DR 350 gibt es für 60 beziehungsweise 320 Mark pro Tag und Woche. Eine komfortable BMW F 650 ist für rund 90 beziehungsweise 500 Mark zu kriegen. Bei: Motor Club, Telefon 0030/81/222862, Übergabe in Irakleion am Flughafen oder in der Stadt am alten Hafen, Reservierungen aus Deutschland in englisch und deutsch möglich. Ähnliche Modelle, Möglichkeiten und Preise bieten auch Olympia-Reisen in Bielefeld, Telefon 0521/139260, die mit dem kretischen Vermieter auto moto sport in Rethimno zusammenarbeiten, Telefon 0030/831/24858, sowie GS-Sportreisen in München, Telefon 089/27818484. Übernachten: Die touristisch entwickelte Zone mit den besten Hotels liegt an der Nordküste. Wer hier unterkommen möchte, bucht meistens pauschal in Deutschland ein wesentlich besseres Angebot als im Lande selbst. Im Landesinneren ist das Doppelzimmer in einer Mittelklasse-Pension für umgerechnet etwa 30 Mark zu kriegen, wobei in der Hochsaison von Mitte Juli bis Mitte September die Preise meist etwa 30 Prozent höher liegen. Information:Griechische Zentrale für Fremdenverkehr, Neue Mainzer Straße 22, 60311 Frankfurt, Telefon 069/236576. Weitere Büros gibt es in Berlin, Hamburg und München.Literatur:Nahezu jeder Reisebuch-Verlag hat einen Kreta-Band im Sortiment. Bei der Auswahl kann einfach nach persönlichen Vorlieben vorgegangen werden. Der umfangreichste Reiseführer über die Insel mit vielen Wanderunen und auch für Motorradfahrer interessanten Hinweisen zu abgelegenen Regionen ist im Michael Müller Verlag erschienen (660 Seiten, 39,80 Mark). Seit kurzem gibt es mit »Unerkundetes Kreta« von den griechischen Verlag »Road Edition« sogar einen Motorrad-Reiseführer für 39,80 Mark (vorgestellt in MOTORRAD 11/98, Seite 8). Gute Informationen bieten die »Generalkarte Kreta« im Maßstab 1:150 000, Nelles »Kreta« in 1:200 000 sowie die topographische »Kreta-Touristikkarte« mit zwei Blättern in 1:100 000. Sehenswert:Der Palast von Knossós repräsentiert 4000 Jahre euroäische Kultur und ist eine der bedeutendsten archäologischen Stätten. Bis auf die Jungsteinzeit zurückgehende Höhlenwohnungen gibt es im Küstenörtchen Matala zu sehen. Wer einen minoischen Palast gleich in der Nähe einer Traumbucht sucht, wird an der Ostküste in Kato Zakros fündig. Wer Motorradstiefel gegen Wanderschuhe tauschen möchte, findert in der Besteigung des Psiloritis (2456 Meter), des Pachnes (2453 Meter oder des Gingilos (2080 Meter) die entsprechende Herausforderung. Neben der sehr populären Wanderung durch die Samariá-Schlucht gibt es die viel weniger begangene Tour durch die Imbros-Schlucht. Wer einfach nur am Hafen sitzen und träumen möchte, sollte sich Chaniá und Rethymnon nicht entgehen lassen. Obwohl die Städte viel touristischen Rummel haben, finden sich noch viele idyllische Winkel.Gefahrene Strecke: zirka 450 KilometerZeitaufwand: Fünf Tage
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