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Eine Motorradtour durch die Mongolei ist ein abenteuerliches Unternehmen. In dem riesigen Land herrschen extreme klimatische Verhältnisse, und es müssen weite, versorgungslose Distanzen auf zum Teil sehr schlechten Pisten bewältigt werden. Wer´s dennoch versucht, erlebt eine der noch wenigen, nahezu unberührten Regionen dieser Welt.

Anreise: Per Aeroflot - weitaus besser als ihr Ruf - geht´s mehrmals pro Woche ab Frankfurt über Moskau nach Ulan Bator in die Mongolei. Hin- und Rückflugtickets gibt´s ab 910 Mark. Das Motorrad und ein Teil der Ausrüstung wurde von der Stuttgarter Spedition Militzer & Münch per Eisenbahn in die Mongolei transportiert. Pro Bike ist mit zirka 2400 Mark für den Hin- und Rücktransport zu rechnen, bei mehreren Fahrzeugen wird´s günstiger. Der Transport dauert rund vier Wochen. Infos: Militzer & Münch GmbH, Zahn-Nopper-Straße 1, 70435 Stuttgart, Telefon 0711/136880, Fax 1368833.Dokumente: Neben einem mindestens sechs Monate gültigen Reisepaß benötigt man für eine Reise in Mongolei ein Visum, das bei der Botschaft der Mongolei, Siebengebirgsblick 4-6, 53844 Troisdorf, zu bekommen ist. Zusammen mit dem Paß müssen dort ein Paßbild sowie eine schriftliche Einladung aus der Mongolei vorgelegt werden, bei deren Beschaffung die Spedition Militzer & Münch hilft. Die Spedition erledigt ebenso alle anfallenden Formalitäten für das Motorrad.Reisezeit: Für eine Reise durch die Mongolei eignen sich nur die Sommermonate zwischen Anfang Juni und Ende August. Trotzdem muß damit gerechnet werden, daß aufgrund der extremen klimatischen Bedingungen in dem riesigen Land starke Regenfälle oder sogar Schnee den geplanten Reiseverlauf auch im Sommer in Frage stellen können.Übernachten: In allen Städten gibt es zumindest einfache Unterkünfte ab zirka zehn US-Dollar. In der Hauptstadt herrscht dagegen an Hotels und Pensionen in allen Preisklassen kein Mangel. Wildes Campen ist auf dem Land überall möglich und in den zumeist abgelegenen Regionen unausweichlich. Wegen des harschen Klimas nur das Beste an Ausrüstung verwenden. Mit nächtlichen Besuchen und leider auch mit Diebstahl von herumliegenden Gegenständen muß immer und überall gerechnet werden.Gastronomie: Während in den Städten kaum noch Mangel an Nahrungsmitteln herrscht, kann es in ländlichen Regionen Engpäße geben. Einfache Restaurants gibt es zwar in jedem Dorf, doch die für uns nicht gerade besonders schmackhafte Küche ist eine echte Herausforderung. Wer längere Zeit mit einem Motorrad unterwegs ist, kommt schon aus Platzgründen nicht um sogenannte Expeditionsnahrung herum (weitere Infos zum Thema auf den nächsten Seiten). Fluß- und Quellwasser muß mit Tabletten, besser aber per Filter desinfiziert und gereinigt werden.Orientierung: Wer einigermaßen zielsicher durch die Mongolei reisen will, ist auf GPS-Satelitennavigation und die erst seit kurzem erhältlichen Maßstabskarten aus den Beständen des russischen Militärs angewiesen. Die sehr genauen Blätter in den Maßstäben von 1:500000 und 1:1000000 gibt es für 24 Mark pro Stück beim Expeditionsausrüster Därr, Theresienstraße 66, 80333 München, Telefon 089/282032, Fax 282525. Aktuelle Infos über Strecken und GPS-Koordinaten können per Internet bei dem in Ulan Bator lebenden deutschen Arzt Michael Frank erfragt werden, XXXXXXXXXX.Das Motorrad: Die Anforderungen an das Motorrad sind klar: große Reichweite, möglichst robust und viel Platz für das notwendige Gepäck inklusive Sprit- und Wasserkanister - von Handlichkeit kann da kaum noch die Rede sein. Trotzdem ließ sich die BMW R1100 GS erstaunlich gutmütig auch im schwersten Gelände bewegen. Das Triebwerk verkraftete problemlos minderwertiges Benzin mit 76 Oktan und verbrauchte nie mehr als sechs Liter. Einziger Schwachpunkt ist die für das gewaltige Drehmoment unterdimensionierte Kupplung, die härtere Beanspruchung sofort mit dunklen Rauchwolken quittiert. Ersatzteile gibt es in der Mongolei nicht. Grobstollige Reifen sind in dem schwierigen Terrain ein Muß: der Metzeler TKC 80 erwieß sich als sehr guter Kompromiß zwischen Geländetauglichkeit und Laufleistung.Literatur: Nur wenige Werke informieren über die Mongolei. Neu erschienen ist »Mongolei« von Reise Know-How, 38,90 Mark, mit vielen Tips und sehr guten allgemeinen Infos über Land und Leute. Die Kapitel über die einzelnen Regionen sind für Selbstfahrer allerdings wenig hilfreich. Etwas ausführlicher ist »Mongolia« von Lonely Planet, 25,80 Mark. Von Bucher kommt der hervorragende und informative Bildband »Die Wüste Gobi« für XXXX Mark. Karten siehe Orientierung.Zeitaufwand zwei Wochengefahrene Strecke 1800 Kilometer
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