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Inselspringen auf den griechischen Kykladen ist eine der genüßlichsten Arten des Motorradreisens. Die kleinen Inseln bieten gerade für Endurofahrer interessante und abwechslungsreiche Strecken

Anreise: Wer keine Kriegsgebiete durchqueren will, der nimmt am besten eines der seit 1995 täglich von Venedig nach Patras verkehrenden Fährschiffe. Die Dampfer der Strintzis-/Minoan-Line starten um 18 Uhr, Ankunft in Patras ist am nächsten Morgen um sieben Uhr. Zirka 150 Mark kostet die billigste Passage in der Nebensaison für eine Person, für das Motorrad werden noch einmal zirka 45 Mark verlangt.Die Ägäis-Fähren nach Andros legen nicht in Piräus, sondern im 30 Kilometer östlich von Athen gelegenen Hafenstädtchen Rafina ab, in der Nebensaison nur um acht Uhr morgens. Fahrzeit zwei Stunden, für zwei Personen und ein Motorrad zahlte der Autor neun Mark. Zahlreiche Reedereien kreuzen von hier durch die Inselwelt der Ägäis, Auskunft gibt es vor Ort in den vielen Reisebüros.Von Andros nach Santorin geht«s dann in der Regel sieben Stunden lang über die Kykladen-Inseln Tinos, Mykonos, Paros, Naxos und Ios.Reisezeit: Die beste Zeit für einen Besuch auf den Kykladen ist die Nebensaison, jeweils im Frühjahr oder im Herbst. Allerdings ist die See dann etwas rauher, die Inseln sind dafür nahezu menschenleer.Unterkunft: Einfacher als im vor- oder nachsaisonalen Griechenland geht«s nimmer: Man suche sich unter der Vielzahl der freien Privat- und Pensionszimmer eines, das einem gefällt, feilsche ein wenig über den Preis und beziehe es. Zu bezahlen waren im Frühherbst 1995 für ein gepflegtes Appartment mit Küche, TV und Blick auf Bucht und Andros Chora rund 20 Mark. Für ein besonders schönes Zimmer hoch oben auf dem Kraterrand von Santorin (die besten »Craterview«-Zimmer gibt«s im Ortsteil Firostefani) sind 40 Mark für zwei Personen zu berappen.Das Motorrad: Die BMW R 1100 GS braucht beim griechischen Inselhüpfen meist nur einen Bruchteil ihrer Power. Niedrige Benzinverbräuche von unter sechs Litern pro 100 Kilometer sind das Resultat. Sehr praktisch, weil unverbleites Super auf manchen Inseln noch nicht erhältlich ist (zum Beispiel Andros). Notfalls geht«s auch mal mit griechischem »Regular unleaded«, es klingelt dann allerdings vernehmlich in den großen Brennräumen. Oft ist der Sprit auf den Inseln Mangelware, daher empfiehlt es sich, mit einem vollen Tank anzukommen und bei jeder Gelegenheit nachzutanken. Die dicke Enduro ließ sich trotz voller Beladung erstaunlich leicht über Schotterpisten und durch kurze Sandpassagen fahren, nur bei Tiefsand ist mit der Serienbereifung schnell die Grenze des Möglichen erreicht.Literatur: Immer noch ein Klassiker unter den Griechenlandführern ist der sogenannte Alternativ-Reiseführer von Martin Velbinger, erschienen im Velbinger-Verlag, für 39,80 Mark. Eine gute Landkarte im wandertauglichen Maßstab gibt es auf den Inseln an jedem Kiosk, nämlich die von Toubi, für 2,50 Mark. Für die Planung zu Hause und für einen guten Überblick reicht die Karte von Freytag & Berndt, Kyladen, 1:150 000.
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