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Seit jeher gilt eine Reise zum Nordkap als ultimativer Biker-Härtetest in Sachen Steh- beziehungsweise Sitzvermögen. Es gilt, möglichst lange mit 80 km/h zwischen Wohnmobilen und Radarfallen auf der berüchtigten E 6 durchzuhalten. Mit dieser Reportage haben wir versucht, einen anderen Weg zu zeigen, der mit Fahrspaß und Landschaftsgenuss eine der extremsten Ecken Europas erschließt.

Anreise:
Die schnellste und komfortabelste Anreisemöglichkeit ist die 20-stündige Nachtfähre von Kiel nach Oslo. Nachmittags einchecken, morgens ankommen. Colorline bedient diese Strecke und verlangt im Hochsommer für eine Person mit Motorrad je nach Kabinenart rund 350 Euro (Telefon 0431/7300300, www.colorline.de). Wer lieber per Achse Strecke machen will, schippert ebenfalls mit Colorline vom dänischen Hirtshals in wenigen Stunden nach Kristiansand an der norwegischen Südspitze. Kosten: ab 90 Euro. Von und nach Schweden ist durch die Öresundbrücke zwischen Malmö und Kopenhagen plus der Kurzüberfahrt von Gedser nach Rostock die Passage noch einfacher und vor allem komplett reservierungsfrei. Weitere Überfahrtsmöglichkeiten sind am einfachsten bei den vielen Online-Portalen zu erfahren. Beispielsweise www.ocean24.de, www.ferrylines.com, www.seetour24.de. Ansonsten bei den unten genannten Fremdenverkehrsämtern, Automobilklubs sowie in jedem Reisebüro.

Reisezeit
Für Skandinavien ganz klar: der Hochsommer, wo die Höchstwerte in Sachen Wärme und Trockenheit erreicht werden. Und die braucht man. Bei Schlechtwetter können die Temperaturen leicht bis auf fünf Grad absinken, der Durchschnitt im August liegt am Nordkap bei zehn Grad. Entsprechend warme und erwiesenermaßen regendichte Kleidung einpacken (vor allem dicke Handschuhe), und auch das Gepäcksystem unbedingt auf Dichtigkeit prüfen. Wer Ende Juni startet, kommt noch in den Genuss der Mitternachtssonne, die aber auch während des ganzen Sommers im Norden für wunderbares Licht, endlos lange Tage und nur leichte nächtliche Dämmerung sorgt. Mückenprobleme sind vor allem in den großen Seengebieten Schwedens und Finnlands zu befürchten. Helle, langärmelige Kleidung für abends und guten Mückenschutz mitnehmen.

Unterkunft
Camper haben in Skandinavien eindeutig mehr vom Urlaub. Das so genannte Jedermannsrecht der freien Zeltplatzwahl in den schönsten Landschaften eröffnet traumhafte Möglichkeiten (Details dazu im unten empfohlenen Reiseführer). Auf regulären Plätzen liefern meist gemütliche Holzhütten bei Schlechtwetter einen echten Rettungsanker. Von rund 40 Euro aufwärts bieten sie als Mindestausstattung ein Dach überm Kopf, Stockbetten, Koch- und Sitzgelegenheit, Heizung und Behaglichkeit. Warme Schlafsäcke und Kochgeschirr sollten im Gepäck sein. Für Wildcamper empfiehlt sich unbedingt ein faltbarer Wassersack! Hotels und Pension finden sich in touristischen Gebieten natürlich auch, sind jedoch vor allem in Norwegen ebenso wie Restaurants extrem teuer und eigentlich keine Empfehlung.

Literatur
Umfassend und detailliert widmet sich der Band »Skandinavien – Der Norden« von Reise Know How für 19,90 Euro der Region. 2005 komplett überarbeitet liefert er eine Bandbreite, die vom Leben der Samen bis hin zu Fährpreisen, Hurtig-Fahrplänen und Hoteladressen reicht. Jeweils unterteilt in die drei Anrainerstaaten Norwegen, Schweden und Finnland. Für das in dieser Geschichte nur gestreifte, aber hochattraktive Südnorwegen nimmt der entsprechende Parallel-Band des Verlags eine ähnlich Funktion ein. Ebenfalls gut: »Norwegen« aus Michael Müller-Verlag sowie zur Einstimmung das gleichnamige Geo Spezial. Ansonsten bieten die Süd-Norwegen- und Süd-Schweden-Reisetaschenbücher DuMont für je zwölf Euro eine passable Ergänzung. Schwierig wird es beim Thema Karten, da von den Detailkarten (Kümmerly & Frey in 1:325000) für den gesamten Trip mindestens sieben Blätter gebraucht würden. Wir haben die gute Schweden/Norwegen-Übersichtskarte von Travelmag in 1:800000 deshalb nur mit ausgewählten Blättern ergänzt. In größeren Orten findet man in Buchhandlungen und gelegentlich an Tankstellen die sehr gute Cappelens Kart in ähnlichen Blattschnitten. Besonders Blatt 5 ist für die Tour durch den Norden spitze.

Informationen
Norwegisches Fremdenverkehrsamt, Postfach 113317, 20433 Hamburg, Telefon 0180/5001548, www.visitnorway.com. Schweden-Werbung, Lilienstraße 19, 20095 Hamburg, Telefon 040/3255130, www.schweden-urlaub.de. Finnische Zentrale für Tourismus, Lessingstraße 5, 60325 Frankfurt/Main, Telefon 069/50070157, www.visitfinland.de.
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