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Auch wenn es Herausforderungen bereithält – Jamaika bietet Motorradreisenden einen hohen Gegenwert. So ist mehr Urwald als im Dschungel der Blue Mountains auf Asphalt kaum erreichbar, und die Begleitmusik gibt’s gratis.

Allgemein
Entgegen der allgemeinen Erwartung ist Jamaika keine unkomplizierte Ferieninsel à la Gran Canaria. Sondern ein Schwellenland, in dem der Kontrast zwischen armer Bevölkerung und dollarschwerem Tourismus auch für Indi-vidualreisende außerhalb der gettoisierten
Urlauber-Ressorts spürbare Probleme mit sich bringt. Entsprechend vorbereitet, lassen sie sich allerdings gut handeln.

Anreise
Von Deutschland aus bietet die Lufthansa-Tochter Condor www.condor.de) Direktflüge nach Jamaika. In der Vorsaison sind Hin-
und Rückflugtickets an manchen Terminen ab 550 Euro zu kriegen, ansonsten liegen die Preise bei rund 800 Euro, in der Hauptsaison (Dezember bis April) noch darüber. Angeflogen wird vor allem die Touristenmetropole Montego Bay.

Mietmotorräder
Motorräder gibt’s ausschließlich im Ferienort Negril an der Westküste. Dort stehen entlang der Hauptstraße gleich mehrere Vermieter zur Wahl. Neben den üblichen Rollern sind vereinzelte Cruiser und vorwiegend Zweitakt-Enduros vom Typ Yamaha DT 175 im Angebot. Was auch die beste Wahl für die schlechten Straßen der Insel ist. Die Preise liegen bei 30 bis 35 US-Dollar (gut 25 Euro) pro Tag inklusive Haftpflichtversicherung. Wochenpreise sollten – je nach Verhandlungsgeschick – deutlich niedriger liegen. Wir zahlten bei J.B.s Bike Rental (Telefon 001-957/4235 und 4743) 250 Dollar für zehn Tage. Vor der Übernahme Probefahrt machen, außerdem auf Beleuchtung, Reifenprofil und gutes Startverhalten (kalt und warm) der Kickstarter-Motoren achten. Unterwegs Ölpegel der Getrenntschmierung im Auge behalten und Warnlampen nicht trauen. Etwas Universalwerkzeug, Kabelbinder, Tape et cetera im Gepäck schaden erfahrungsgemäß nicht. Außerdem Regenzeug nicht vergessen.

Reisen im Land
Für Individualreisende ist Jamaika keine einfache Übung. Wegweiser, Orts- und Hotelschilder sind trotz des relativ dichten Straßennetzes nur sporadisch vorhanden. Aufwendige Wegsuche bestimmt oft das Tagesprogramm. Die erhältlichen Landkarten sind zwar okay, aber in Details zu ungenau. Oft helfen zur Identifizierung der Orte nur die Namen der Kirchen und Schulen. Und natürlich die überaus kontaktfreudigen Jamaikaner, die immer wissen, wie’s weitergeht. Um vom Flughafen Montego Bay zu den Motorradvermietern ins 80 Kilometer entfernte Negril zu gelangen, gibt es drei Möglichkeiten: ein Taxi (45 Euro), der Touristen-Schnellbus (15 Euro pro Person) oder die abenteuerlichen Minibus der Einheimischen (drei Euro), mit Abfahrt in Downtown und Umsteigen in Lucea.

Unterkunft
Theoretisch besteht an Quartieren vor allem in den Küstenregionen kein Mangel. Praktisch sind sie jedoch – außer in Ferienorten - schwer lokalisierbar und preislich kaum einzuschätzen. Einfache Zimmer in Guest Houses kosten ab 25 Euro, Hotels ab 45 Euro. Nach oben reicht die Preisskala bis in den vierstelligen Bereich.
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