Infos

Englands Osten gilt nicht unbedingt als Biker-Revier. Doch wer sich während eines England-Urlaubs ein paar Tage auf die schummrige Krimi-Landschaft einlässt, entdeckt eine reizvolle Ecke.

D Anreise
Die kürzeste Fährverbindung auf die britische Insel ist die Ärmelkanal-Passage Calais–
Dover. Mit täglich bis zu 25 Abfahrten bietet beispielsweise P&O Ferries auf dieser
Strecke ein eng geknüpftes Fahrplannetz.
Die Passage dauert 75 Minuten und kostet
für eine Person mit Motorrad ab 28 Euro (Frühbucherrabatt). P&O Ferries, Telefon 0180/5009437, www.poferries.com.
Für die Rückreise offeriert die dreimal
täglich verkehrende Schnellfähre Harwich– Hoek van Holland eine gute Alternative.
Die Überfahrt dauert gut dreieinhalb
Stunden und kostet für eine Person mit
Motorrad ab 75 Euro. Stena Line, Telefon 0180/5916666, www.stenaline.de. Eine
gute Übersicht über weitere Möglichkeiten
bieten unter anderem die Internet-Portale
www.ocean24.de; www.ferrylines.com und www.seetour24.de.
D Übernachten
Bed & Breakfast (B&B) ist die klassische Übernachtungsmöglichkeit in England und
findet sich in jedem kleinen Dorf. Meist
handelt es sich dabei um Gästehäuser, in
denen der Besitzer selber wohnt, so dass
die Atmosphäre sehr privat sein kann.
Unsere Tipps: Highfields Farm in Kelvedon (Essex), DZ zirka 78 Euro, Telefon 0044/
1376/570334, Internet www.highfieldsfarm. co.uk. The Oliver Twist Country Inn in
Guyhirn (Cambridgeshire), DZ zirka 120 Euro, Telefon 0044/1945/4505232, www.theolivertwist.com. Grove Farm in Roughton (bei Cromer, Norfolk), DZ zirka 120 Euro, Telefon 0044/1263/761594, www.grove-farm.com.
Ellesborough House in Southwold (Suffolk), DZ zirka 105 Euro, Telefon 0044/1502/
723290, www.southwold.ws/ellesborough.
D Gastronomie
Mentale Vorbereitung fordert auf der Insel das Frühstück. Entscheidet man sich für
die Version »full english«, hat man Toast, Spiegel- oder Rührei, Schinken oder Wurst,
Bohnen, gebratene Pilze und gegrillte
Tomaten auf dem Teller. Bestellt man sein Breakfast »continental«, kann man zwischen diesen Bausteinen wählen. Immer dabei:
eingelegte Pflaumen. Beim übrigen Essen empfiehlt es sich, baldmöglichst Alternativen zu britischen Klassikern wie Fish and
Chips und Co. zu suchen. Vor allem die weit verbreiteten asiatischen Lokale bringen
einen körperlich relativ unversehrt über die Runden.
D Linksverkehr
Seine Gefahren sind nicht zu unterschätzen. Zu Beginn der Reise ist höchste Konzentration angesagt, vor allem bei Überhol- und Wendemanövern sowie Kreisverkehren (links ein-
fahren!). Am besten folgt man anfangs brav britischen Vorausfahrenden. Nach einem halben Tag ist die Umstellung meist vollzogen, beginnt aber jeden morgen neu. Banaler, doch hilfreicher Tipp: »Gedächtnisstütze«
aus farbigem Klebeband am linken Rück-
spiegel anbringen: Drive left!
D Klima
Wer auf die Britischen Inseln fährt, kommt um gute Regenkleidung nicht herum.
Entweder Gore-Tex oder eine ordentliche
Regenkombi plus wasserdichte Stiefel und
Handschuhe sind unabdingbar. Die Regen-
güsse können auch im Sommer so ergiebig sein, dass jede Materialschwäche unerbitt-
lich zutage tritt. Außerdem auf die Sommer-
monate wegen der höchsten Wetter-Sicher-
heit setzen.
D Literatur
Zwei gute Reiseführer kommen mit »England« von Ralf Nestmeyer aus dem Michael Müller Verlag, 20,90 Euro, und mit »Großbritannien« von Reise Know-How für 19,90 Euro. Gute Orientierung liefert die Michelin-Karte Nummer 504, »South East, Midlands, East Anglia« in 1:400000 für 7,50 Euro und die Ordnance Survey Travel Map, Road 5, »East Midlands & East Anglia« in 1:250000 für 10,90 Euro.
Krimis von Dorothy L. Sayers haben die Ver-
lage rororo, Goldmann und Scherz im Sortiment. Bedauerlicherweise ist ausgerechnet »Der Glocken Schlag« vergriffen.

D Weitere Krimi-
Autoren
Nicht nur Dorothy L. Sayers wurde durch
Englands Südosten zu kriminellen Fantasien
inspiriert. Auch die Krimis von P. D. James spielen größtenteils in Suffolk. Die von der Sunday Times zur »Queen of Crime« geadelte Lady wohnte einst im Küstenstädtchen
Dunwich. Die raue See und das seltsam anmutende Hinterland regen sie bis heute
zum Schreiben an. Mit 87 Jahren sitzt sie noch immer über den Tasten, im Sommer erscheint ihr jüngstes Werk. Auch Ruth Rendell alias Barbara Vine gehört in den erlauchten Krimi-Kreis. Sie wuchs zwar in London auf, arbeitete aber viele Jahre als Journalistin in Loughton, Essex. Gemeinsam mit P. D. James gilt sie als Meisterin des Psycho-Krimis,
wurde von Queen Elizabeth II zur Baroness Rendell of Babergh of Aldeburgh im County
of Suffolk geadelt.
Dick Francis, einstiger Pferdejockey und
Lieblingsschriftsteller von Queen Mum, hat sich Newmarket als Tatort ausgewählt. Sein Privatdetektiv Sid Halley sucht vor allem
hier nach Wahrheit und Gerechtigkeit, da
sich die Stadt mit der berühmtesten Pferderennbahn Englands schmücken kann.
Anzeige

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel