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Auch wenn der Bürgerkrieg vorüber ist – ein Reiseland wie Namibia oder Südafrika wird Angola noch lange nicht sein. Hier dennoch alle Infos über eines der unbekanntesten Länder Afrikas.

Foto: Schnaufer und Brutscher
Allgemeines
Angola grenzt im Norden und Nordosten an die Demokratische Republik Kongo (ehemals Zaire), im Osten an Sambia, im Südosten an den (zu Namibia gehörenden) Caprivi-Streifen und im Süden an Namibia. Die Westbegrenzung bildet der Atlantische Ozean. Die Província de Cabinda, eine kleine angolanische Exklave am Atlantik, liegt etwa 30 Kilometer nordwestlich der angolanischen Nord­-grenze zwischen der Republik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo. Mit einer Fläche von 1246700 Quadratkilometern ist Angola etwa dreieinhalb mal so groß wie Deutschland. Die Einwohnerzahl liegt bei knapp elf Millionen, auf einen Quadratkilometer kommen also nicht mal neun Einwohner. Hauptstadt ist die Drei-Millionen-Metropole Luanda. Die Provinzhauptstadt Lubango zählt gut 100000 Einwohner. Amtssprache ist Portugiesisch, die verbreitetsten einheimischen Sprachen sind Umbundu, Kimbundu und Mbundu. Landeswährung ist der Kwanza (Abkürzung: AOA).

Geschichte
Bereits Ende des 15. Jahrhunderts errichteten die Portugiesen an der Küste Angolas Handelsposten, 1576 – in diesem Jahr wurde auch Luanda gegründet – erklärten sie es zur Kolonie. Bis zu dessen Verbot Mitte des 19. Jahrhunderts betrieben die Weißen einen grausamen Sklavenhandel nach Brasilien und beuteten die reichen Bodenschätze des Landes aus. 1951 wurde Angola zur portugiesischen Überseeprovinz erklärt, 1964 schlugen die Portugiesen erstmals einen Aufstand der Einheimischen nieder. Dasselbe wiederholte sich 1973. Doch erst am 11. November 1975 erlangte das Land seine Unabhängigkeit. Kurz darauf brach jedoch ein brutaler Bürgerkrieg unter den politisch rivalisierenden Befreiungsbewegungen aus, angefeuert von kubanischen Söldnern, sowjetischen und US-amerikanischen Waffen sowie südafrikanischer Einflussnahme. Erst seit 2002 herrscht ein – zu­-nächst brüchiger – Friede. Nur in der Enklave Cabinda toben noch immer Unabhängigkeitskämpfe.

Geographie
Angola lässt sich von West nach Ost in drei Landschaftsräume gliedern: die Küstenebene im Westen, eine Übergangszone sowie eine weite Plateaufläche im Landesinneren. Das Küstentiefland ist etwa 50 bis 150 Kilometer breit, die hügelige Übergangs­zone misst zwischen 150 Kilometer im Norden und 30 im Süden. Östlich schließt sich das weite Hochland von Bié an, das mit durchschnittlichen Höhen von 1200 bis 1800 Meter zwei Drittel der Landesfläche einnimmt. Bis über 2500 Meter recken sich die Gebirge im Westen und Südwesten des Hochlandes

Klima
Angola liegt im Bereich der wechselfeuchten Tropen. Die Regenzeit dauert im Norden von Oktober bis Mai und im Süden von November bis März. Der kalte Benguelastrom wirkt sich mildernd auf die Temperaturen im Küstenbereich aus und ist die Ursache für den geringen Niederschlag im Süden. Die jährlichen Niederschlagsmengen an der Küste schwanken zwischen 340 Millimeter in Luanda und 50 Millimeter in Namibe (früher Moçâmedes) in der Moçâmedes-Wüste, einem Teil der Namibwüste. Im etwas kühleren Hochland nimmt der Niederschlag von Norden (1500 Millimeter) nach Süden (750 Millimeter) ab.
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Karte: Maucher
An- und Einreise
British Airways, Air Namibia und Ethiopian Airlines bieten Flüge nach Luanda an, die zwischen 900 und 1250 Euro kosten. Für die Einreise ist ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass plus Visum erforderlich. Mit einer beglaubigten Einladung aus Angola kann dies beim Angolanischen Konsulat, Wallstraße 58, 10179 Berlin, beantragt werden.

Motorradfahren
Für die Tour sollte eine Enduro mit möglichst niedrigem Benzinverbrauch gewählt werden, da auf manchen Routen eine durchgängige Versorgung mit Benzin (und Wasser) nicht gewährleistet ist. Je nach Route und Pistenzustand (Pads) muss mit Tiefsand, Wellblech und Steinpassagen gerechnet werden. Scharfe Steine und Dornen beschädigen und durchstechen selbst Crossreifen ohne Probleme. Hauptgefahr sind aber immer noch die Landminen, die seit dem Krieg in riesigen Mengen auf und neben den Pads vergraben liegen. Daher unbedingt nur frischen Reifenspuren folgen.

Unterkunft
Hotels oder Pensionen finden sich in Angola sehr selten. Freies Campen ist aber meist ohne Probleme möglich.

Gesundheit und Gefahren
In medizinischen Fragen ist man komplett auf sich selbst gestellt, weshalb Medikamente für den Notfall unbedingt ins Gepäck gehören. Hohe Risiken bergen Malaria, Hepatitis sowie andere tropische Infektionen wie das Marburg-Virus. Impfungen empfehlen sich daher gegen Hepatitis A und B sowie die Auffrischung von Tetanus. Malaria-Prophylaxe ist unerlässlich, da gerade im südlichen Angola die Gefahr sehr groß ist. Darüber hinaus zwingend die aktuellen Warnungen des Auswärtigen Amtes beachten.

Bücher/Karten
Reiseführer über Angola gibt es nicht, Landkarten nur im wenig reisetauglichen Maßstab 1:2 Mio. Lediglich der Münchener Expeditionsausrüster Därr liefert russische Militärkarten (www.daerr.de).

Informationen
Nähere Infos bietet der Autor: Michael Schnaufer, Am Graben 65/1, 78315 Radolfzell, E-Mail: MKSchnaufer@aol.com.

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