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Ein Trip nach Armenien ist nicht alltäglich, sondern ein echtes Abenteuer. Wer die weite Anreise nicht scheut, wird ein Land entdecken, das auch auf einem anderen Planeten sein könnte.

Foto: Bragart
Allgemeines
Nach einer wechselvollen Geschichte wurde Armenien 1920 zwischen der Türkei und Sowjetrussland aufgeteilt und Ostarmenien nach der Gründung der UdSSR 1922 ein Teil der Transkaukasischen Sozialistischen Föderalen Sowjetrepublik. Der westliche, weitaus größere Teil des historischen Siedlungsgebiets der Armenier fiel unter türkische Herrschaft. 1936 wurde Armenien eine eigenständige Unionsrepublik der Sowjetunion. Die Armenische Sozialistische Sowjetrepublik entwickelte sich zu einem wichti-gen Standort der chemischen Industrie, der Schuhindustrie, der Informatik und der Raumfahrt. Armenien erhob bereits im Jahre 301 als erstes Land der Welt das Christentum zur Staatsreligion. Mit der Nachbarrepublik Aserbaidschan streitet sich Armenien um Berg-Karabach, ein Gebiet in Aserbaidschan, das mehrheitlich von Armeniern bewohnt wird. Es erklärte sich 1991 für unabhängig, wird jedoch international außer von Armenien nicht anerkannt. Armenien ist Mitglied der Welthandelsorganisation. Der Handel wird durch die geschlossenen Grenzen zur Türkei und Aserbaidschan behindert.

Anreise
Entweder mit dem Motorrad als Luftfracht nach Eriwan (zum Beispiel mit Armavia von Düsseldorf) oder per Achse durch die Türkei und Georgien. Ein Visum für Armenien ist an den größeren Grenzübergängen erhältlich, es empfiehlt sich aber, dieses schon vor der Abreise beim armenischen Konsulat zu organisieren. Achtung: Bei der Einreise ist es wichtig, das Motorrad zu deklarieren. Das wird von den Grenzbeamten nicht automatisch erledigt. Kann man bei der Ausreise die Einfuhrbestätigung nicht vorweisen, bleibt das Motorrad als Schwarzimport im Land.
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Karte: Maucher
Reisezeit
Armenien hat kontinentales Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern. Für Motorradreisen eignen sich die Monate von April bis Oktober am besten. Zwischen den Hochplateaus, den Bergen und den niedrigeren Regionen herrschen große Temperaturdifferenzen, auf die man sich bei der Bekleidungsauswahl einstellen sollte.

Verkehr undSicherheit
Der Verkehr in Armenien stellt Motorradfahrer aus Mitteleuropa kaum vor Probleme, allerdings muss man mit tiefen Schlaglöchern und schlafenden Tieren auf der Fahrbahn rechnen. Alle wichtigen Verbindungsstraßen sind asphaltiert, zum Erkunden des Hinterlands empfiehlt sich eine pistentaugliche Enduro. Das Tankstellen-Netz ist ausreichend dicht, dennoch sollte man 300 Kilometer Reichweite einplanen. Die Spritqualität variiert von 84 bis über 90 Oktan. Viele Hotels bieten Unterstellmöglichkeiten für das Motorrad. Korrupte Polizisten gibt es kaum noch, viele sind nur neugierig und wollen technische Daten des Motorrads erfahren. Grundsätzlich fühlt man sich im Land nicht unsicher. Motorrad-Werkstätten und Ersatzteile gibt es so gut wie gar nicht, Ersatzteile muss man per DHL einfliegen lassen.

Unterkunft
In Eriwan findet man guten, aber teuren Hotelstandard, eine Alternative sind die Guesthouses (gelistet in Reiseführern, etwa Lonely Planet). Auf dem Land sind die Hotels oft miserabel, doch man kann auch privat unterkommen, wenn man vor Einbruch der Dunkelheit nachfragt. Camping ist auf dem Land überall möglich. Wer Einladungen zum Essen annimmt, sollte darauf achten, sein Glas nicht leer zu trinken, um permanentes Nachschenken harter Alkoholika zu vermeiden.

Karten und Literatur
Kaukasus (Georgien, Armenien, Aserbaidschan), Freytag Berndt, Maßstab 1:1 Mio. oder Reproduktionen russischer Militär-karten. Bücher: Tessa Hofman, „Annäherung an Armenien“, Geschichte und Gegenwart, C.H. Beck, 8,95 Euro. Ute Friesen, „Kulturschock Kaukasus“, Reise Know-How, 14,90 Euro. Ossip Mandelstam, „Die Reise nach Armenien“, Suhrkamp, 11,80 Euro.

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