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Coast-to-coast-Reisen gibt es nicht nur in den USA. In den Pyrenäen lassen sich mit guten Karten oder GPS-Daten eine Vielzahl hochattraktiver Verbindungen zwischen Mittelmeer und Atlantik finden.

Foto: Beck
Allgemeines
Der Pyrenäen-Hauptkamm weist über weite Strecken alpinen Charakter auf, schroffe Bergwelten wechseln mit tief eingeschnittenen, engen Tälern. Die dem Hauptkamm folgenden Bergketten bieten entsprechend tolles Motorradterrain. Straßen unterschiedlichster Ordnung winden sich um jeden noch so kleinen Felsen, und man kann vor allem auf der spanischen Seite stundenlang der gewünschten Himmelsrichtung folgen, ohne größere Ortschaften zu streifen. Die beschriebene Route führt fast ausschließlich durch dieses Gebiet. Hauptgrund war die deutlich geringere Verkehrsdichte, an manchem Vormittag kommt einem kein einziges Auto entgegen. Die Kehrseite der Einsamkeit: Andere Biker trifft man eher selten, und mitunter vermisst man die in Frankreich überall zu findenden Cafés oder Lokale. Vor allem in der Vorsaison ist in Spanien vieles noch geschlossen. Für landschaftliche Abwechslung sorgen immer wieder natürliche Monumente und herausragende Nationalparks, die keinen Vergleich mit anderen europäischen oder nordamerikanischen Parks zu scheuen brauchen.

Anreise
Die weite Anreise ist kein Pappenstil: 1200 Kilometer durch ganz Frankreich sind unter zwei Tagen auf den mautpflichtigen Autobahnen nicht zu machen. Wer Zeit hat, kann die oft schön zu fahrenden Rue National einbeziehen und dabei viele abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaften durchqueren. Extrem zeitsparend ist dagegen der über Nacht fahrende DB-Autozug bis Narbonne. Eine Person mit Motorrad zahlt ab Düsseldorf in der Vorsaison im Liegewagen rund 430 Euro hin und zurück.
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Karte: Maucher
Unterkunft/Gastronomie
Wer gern zeltet, muss außerhalb der Hauptsaison manchmal einige Umwege in Kauf nehmen, um einen offenen Platz zu finden. Abseits der Küsten kosten ruhige und naturnahe Plätze zwischen 15 und 25 Euro, am Meer häufig mehr. Auch die gastronomische Versorgung ist im Mai noch lückenhaft, in vielen Orten ist man noch nicht auf Besucher eingestellt. An den Küsten sieht das gänzlich anders aus, hier findet man zu jeder Zeit reich gedeckte Tische, wobei man am Atlantik etwas günstiger bekocht wird als am Mittelmeer. Je weiter man ins Innere vordringt, umso günstiger werden Camping, Kaffee, Pizza oder Bocadillo. Zudem kosten im Mai und Juni die Nationalparks noch keinen Eintritt, sodass sich die Tour überraschend günstig gestalten lässt.

Reisezeit
Die normalen Empfehlungen lassen sich guten Gewissens nicht mehr weitergeben. Mai und wegen des geringeren Schnees in den Hochlagen – Juni galten bislang als optimale Reisemonate für die Pyrenäen. 2007 dagegen hielten Unwetter und extreme Regenfälle viele Reisende im Mai tagelang in den Hotels gefangen. Vorteilhaft ist in jedem Fall, dass man relativ schnell auf die andere Seite des Gebirges wechseln und die Route daher kurzfristig dem Wetter anpassen kann.

Karten/GPS
Bewährt hat sich die wasserfeste und reißfeste Pyrenäenkarte in 1:250000 von Reise Know-How. Einziger Nachteil: keine Einträge zu Zeltplätzen. Diesen Part übernahmen die Michelin-Karten Nr. 442 und 443 in 1:400000. Das Navigationsgerät war mit digitalen Daten gefüttert, hatte aber auf der spanischen Seite gelegentlich Orientierungsschwierigkeiten. Anscheinend wurde in abgelegenen Gebieten etwas nachlässig digitalisiert, und selbst größere Orte entzogen sich der Satelliten-Navigation. Die Offroad-Passagen bei Andorra hatten sich bereits vor der Reise im Internet gefunden, für die übrigen Passagen genügte es, im GPS als Wegeverbindung „kürzeste Strecke“ einzutragen, und ließen sich Pisten befahren, die selbst in der 250000er-Karte nicht verzeichnet sind.

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