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Italien der Länge nach - ein Unternehmen faszinierendster Art, das die ungeheuere Vielfalt des Landes konsequent offenbart. Allerdings auch eine gehörige Portion Ausdauer erfordert.

Foto: Johann
Fähren und Züge
Wer nicht die gesamte Strecke per Achse fahren will, kann Etappen auf Schiff und Zug einschieben. Leider hat die Bahn den Autozug nach Neapel aus dem Italien-Fahrplan gestrichen. Übrig geblieben sind Alessandria, Bozen und Verona mit Abfahrt in Berlin, Hamburg, Hildesheim, Düsseldorf und Frankfurt. Kostenpunkt je nach Strecke zwischen 180 und 280 Euro (einfache Fahrt, mittlere Saison). Infos unter Telefon 01805/241224 oder www.dbautozug.de. Für die Rückfahrt bieten sich die Schiffsverbindungen Palermo–Neapel (ab etwa 100 Euro) oder Palermo–Genua an. Als 22-stündige Passsage im Pullmannsitz, kostet Letztere in der Vor- und Nachsaison bei Grandi Navi Veloci rund 190 Euro. Alle Preise beziehen sich auf eine Person mit Motorrad. Weitere Möglichkeiten zeigt das Fähren-Onlineportal www.aferry.de. Die kurzen Überfahrten nach Sizilien und von dort nach Lipari kosten nur sechs beziehungsweise zwölf Euro, Reservierungen sind nicht nötig. Im Sommer gelten allerdings strenge Beschränkungen, was die Mitnahme von Motorrädern auf die sieben Liparischen Inseln betrifft. Alicudi, Filicudi, Stomboli, Panarea und Vulcano sind dafür eh zu klein. Bleiben Lipari und Salina.

Reisezeit
Optimal für die Reise durch ein Land, das von den Alpen bis zu afrikanischen Breitengraden fast alle Klimazonen abdeckt, sind die Übergangsmonate: Mai/Juni sowie September/Oktober bieten sich für die Ge-samtstrecke an. Den August, klassischer Ferienmonat Italiens, unbedingt meiden, da es überall gnadenlos voll und teuer wird.
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Karte: Maucher
Organisierte Reisen
Wer Spaß an einem Long ride durch Italien gefunden hat, findet beim MOTORRAD action team im Mai 2009 einen 13-tägigen, organisierten Trip von Alessandria via Apennin bis Sizilien. Und von dort per Fähre retour. Preis: rund 2000 Euro. Infos unter Telefon 0711/182-1977 oder www.actionteam.de.

Übernachten
In tourisisch gut erschlossenen Regionen wie Trentino, Toskana oder Gargano gibt es überall nette Gasthöfe/Albergos/Ostellos mit Zimmern ab etwa 50 Euro für zwei Personen. Im einsameren Landesinnern wie den Monte Sibillini, Abruzzen oder den Wäldern Kalabriens muss mitunter länger gesucht werden. Im Notfall die Küsten-regionen anpeilen, am Meer findet sich in Italien immer was. Infos dazu liefern auch die Reiseführer von Michael Müller und Reise Know-How (siehe Literatur). Tragisch ist das Thema Campingplätze, da in Italien weniger gezeltet als in gräßlichen, fest installierten Miet-Wohnwagen übernachtet wird. Outdoor-Freaks haben daher schlechtere Karten als in vielen anderen Ländern.

Literatur
Hier heißt es Schwerpunkte setzen, will man nicht tonnenweise Papier mitschleppen. Tipp: Zu Hause planen, welche Regionen reizen, und darüber informieren. Zum Beispiel mit den Führern von Dumont (12 Euro), Michael Müller-Verlag oder Reise Know How (je rund 15 bis 18 Euro), die ganz Italien abdecken. Bei Karten gilt das Gleiche. Gut bewährt für die Gesamtstrecke hat sich die dreiteilige Michelin-Serie in 1:400000, die überraschend viele Kleinststraßen zeigt. Besonders interessante Gebiete mit 1:200000er-Blättern ergänzen. Entweder von Mairs (Generalkarte), Kümmerly Frey (identisch mit Touring Club Italia) und neuerdings auch Michelin. Gut sind alle, optisch aber unterschiedlich.

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