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Warum nicht mal die Motorradreise mit Momenten der Stille, Besinnung oder einer Reise zu sich selbst kombinieren? Der spannende Kontrast zwischen innen und außen intensiviert das Fahrerlebnis!

Allgemeines
Im Wald- und Weinviertel Österreichs haben sich 20 Klöster zu einem Verein mit der Bezeichnung „Klösterreich“ zusammengeschlossen. Genaugenommen sind es 22, aber zwei davon liegen in Tschechien und Ungarn. Alle Klöster bieten Besuchern unterschiedlich tiefe Innenansichten an. Man kann wählen zwischen „Urlaub im Kloster“ und dem intensiver am Klosterleben partizipierenden „Kloster auf Zeit“. Auch wer nicht an Gott glaubt, ist willkommen. Religiöse Praktiken sind möglich, aber nicht Pflicht. Ergänzend gibt es Seminar-Angebote zu Spiritualitäts-, Kreativitäts- und Wellness-Themen. Außerdem locken Waldviertel, Donau und Wienerwald zu Ausfahrten jenseits klösterlicher Mauern. Damit man dabei immer heil bleibt, findet jährlich auf Stift Göttweig eine Motorrradweihe statt (nächster Termin: 24. Mai 2009). Weitere Infos unter www.kloesterreich.at.

Geschichte
Klöster (vom lateinischen „claustrum“, Verschluss) sind von der Außenwelt abgegrenzte Orte, an denen zölibatär lebende Mönche oder Nonnen ihre Religion ausüben. Die ersten christlichen Klöster (es gibt auch buddhistische oder hinduistische) entwickelten sich im 4. Jahrhundert aus Einsiedeleien in Palästina und Ägypten. Die Mitglieder eines Klosters gehören Ordensgemeinschaften an. Am bekanntesten dürften die 529 durch Benedikt von Nursia gegründeten Benediktiner sein, deren Ordensregel „ora et labora“ geistliches Leben und körperliche Arbeit kombiniert. Im Mittelalter wurden Klöster zu mächtigen religiösen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentren. Ende des 18. Jahrhunderts verloren sie durch Aufklärung und Säkularisation an Einfluss und lebten erst Mitte des 19. Jahrhunderts wieder auf. In den letzten Jahrzehnten erfahren Klöster eine Renaissance, bieten wie im Buddhismus eine befristete „Auszeit“ an und öffnen sich der Welt.

Anreise
Stift Göttweig, Basisstation der hier beschriebenen Reise, ist am schnellsten über die Autobahn A1 LinzWien bis zum Knotenpunkt Sankt Pölten und ab dort über die S 33 bis Mautern zu erreichen. Alternativ bietet sich ab Linz auch eine Sightseeing-Tour entlang der Donau an.

Reisezeit
Da es in Niederösterreich naturgemäß keine hohen Berge mit monatelang gesperrten Pässen gibt, hat „Urlaub im Kloster“ nahezu ganzjährig Saison. Bei frühlingshaften Exkursionen ins Waldviertel wärmere Kleidung einplanen. Im Herbst besonders schön: Weinlese in der Wachau.

Übernachten
Frauen wie Männer können als Gast in den meisten Klöstern nächtigen, egal, ob darin Nonnen oder Mönche leben. Es gibt auch Doppelzimmer, in denen die Betten aber nicht unbedingt nebeneinander stehen. Luxusgüter im Kloster sind Zeit und Stille, die Räume sind schlicht gehalten. Pro Übernachtung mit Frühstück sind im Stift Göttweig für eine Person 37 Euro zu zahlen.

Literatur
Der „Klosterführer“ (Grünwald-Verlag, 16,90 Euro) beschreibt 200 Klöster im deutsch-sprachigen Raum und bietet Informationen zu den Orden. „Der Klos-terurlaubsführer“ von Hanspeter Oschwald (Herder-Verlag, 12 Euro) nennt 570 Adressen und Infos zu Klöstern in Europa, während der Merian-Guide „Urlaub im Kloster“ für 12,95 Euro die 100 schönsten Klöster im deutschsprachigen Raum porträtiert und Freizeit-Tipps im Umfeld aufführt.
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