Interview mit Christof Johann (selbständiger Fernsehproduzent)

Ein Motorradreisefilm zur besten
Sendezeit im ARD oder ZDF – vorstellbar?
Ausgeschlossen! Motorrad-Themen zielen leider auf eine sehr, sehr kleine
Randgruppe. So etwas bringt in Deutschland
keine Quote, vermutlich nicht einmal, wenn
ein heimischer Schauspieler aus der ersten Liga im Sattel sitzen würde.
Warum funktioniert so ein Film im Ausland?
Im englischen Sprachraum steht man solchen Themen generell aufgeschlossener und begeisterungsfähiger gegenüber, obwohl Motorradfahrer dort ebenfalls nur eine Randgruppe stellen. Das englische TV-Programm
ist einfach wesentlich lockerer als unseres, und die Zuschauer sind es offensichtlich auch.
Wie wichtig ist überhaupt der
Prominenten-Status?
Immens. Der weltweite Bekanntheitsgrad eines Ewan McGregor ist im Prinzip
wie ein Garant für Erfolg. Der erste Film
hätte es ohne ihn sicherlich nicht auf so eine Quote gebracht. Und ob die BBC ohne solch ein Zugpferd mit an Bord wäre, wage ich zu bezweifeln.
Motorradfahrer müssen hierzulande also weiter auf ein entsprechendes TV-Format warten?
Die großen Sendeanstalten setzen
bei dem Thema »Reise und Abenteuer«
sicherlich weiterhin auf die klassische Länderdokumentation im Stil eines Gerd Ruge oder Klaus Bednarz. Der Motorrad-Bereich findet ausschließlich in Spartensendern wie n-tv,
DSF oder DMAX statt.
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