Kasachstan

Eine Reise bis nach Kasachstan ist keine Spazierfahrt. Mit Geduld, guter Vorbereitung und ausreichender
Festigkeit im Sattel ist die Strecke jedoch machbar.

D Allgemeines
Kasachstan kann mit jedem Motorrad bereist werden, nur die Strecke Atyrau–Aralsk ist für ein gewöhnliches Straßenmotorrad zu schwer. Schon ein heftiger Regenschauer kann die Strecke in uferlosen Schlamm verwandeln! Wer es wagen will, sollte unbedingt zusätz-
lich Sprit und Wasser bunkern.
D Sicherheit
Außer in der Steppe ist die Polizei allgegenwärtig. Dort das Nachtquartier unauffällig abseits der Piste und möglichst bei Dunkelheit aufschlagen. In den Städten und Dörfern wird vor Taschendieben gewarnt. Wie in allen östlichen Ländern sollte man unnötiges Aufsehen vermeiden und vor allem in russischen Städten und der Ukraine die Bikes möglichst im Hotel unterbringen. Betrunkene meiden.
D Finanzen
In Russland ist neben dem Euro der Rubel
das beste Zahlungsmittel, in Kasachstan stellt dagegen der Tenge die Landeswährung, und zum Wechseln werden Rubel und US-Dollar
akzeptiert (kleine Scheine mitnehmen). Mit dem Euro kommt man nach unserer Erfahrung dort noch nicht weiter. Geldautomaten gibt
es nur in den Städten. Trinkgeld wird eher als beschämend empfunden.
D Formalitäten
In Russland und Kasachstan herrscht Visumpflicht. Da sich die Bestimmungen schnell
ändern, möglichst zeitnah beantragen. Auch wenn es hierzulande verboten ist, unbedingt (Farb)kopien aller Papiere mitführen. An der russischen Grenze muss eine Kfz-Versicherung abgeschlossen werden, die zwischen 20 und 50 Euro kostet. In Kasachstan am ersten Check-Point gleich die Einreise abstempeln lassen, Formulare dazu gibt es an der Grenze. Ohne Hektik ausfüllen und keinesfalls Motornummer oder sonstige wichtige Daten fehlerhaft oder undeutlich schreiben, denn das
kann viel Zeit kosten. Für die Heimreise wählten wir einen Billigflug der British Airways
für 500 Euro von Almaty nach Wien. Rechtzeitig umschauen, denn die Preise schwanken enorm. Den Rücktransport der Motorräder
von Almaty nach München übernahm die
Spedition TLO aus Ulm, die inklusive Versicherung 2800 Euro für die fünf Bikes verlangte. Bei der Übergabe in Almaty war Geduld wegen mancher Komplikation gefragt, aber letztlich funktionierte es. www.tlo-gmbh.com.
D Reisezeit
Klimatisch sind für die heißen Steppengebiete im Westen Frühling und Frühherbst ideal, für den Südosten des Landes dagegen der Sommer. Wir wählten den August – lieber Hitze als Kälte. Das Wetter kann schnell umschlagen, und plötzliche kurze Gewitter sind im Sommer Programm. Also neben guter Enduro-Schutzkleidung – mit Stürzen muss gerechnet
werden – auch Regenzeug mitnehmen.
D Gesundheit
Außer einer gut sortierten Reiseapotheke sind Impfungen gegen Typhus, Tetanus, Hepatitis
A + B und eventuell Tollwut wichtig. Vor allem am Aralsee Kontakt mit Tieren vermeiden.
Für mögliche Sandstürme außerdem ein Kopftuch als Mundschutz mitführen.
D Unterkunft
In jeder größeren Ortschaft finden sich Hotels oder kleine Herbergen. Der Schlafsack ist
dennoch immer erforderlich und für längere Aufenthalte in der Steppe ohnehin eine komplette Campingausrüstung. Auf dem Land
besteht meist die Möglichkeit, bei Bauern
zu nächtigen, denn die Kasachen sind sehr gastfreundlich. Einladungen kann man
guten Gewissens annehmen, auch wenn der Geschmack der meist angebotenen vergorenen Stutenmilch ziemlich ekelhaft ist.
D Literatur
Unser wichtigstes Nachschlagswerk war
»Kasachstan entdecken« von Dagmar Schneider aus dem Trescher-Verlag für 18,95 Euro. Da steht alles drin, was man wissen muss. Russische Generalstabskarten sind nur im
absoluten Outback hilfreich und außerdem schwer lesbar. Wir kamen mit verschiedenen Gizi-Maps prima zurecht. Bei Abstechern in die Wildnis ist ein GPS-Gerät nicht unbedingt erforderlich, aber beruhigend. Im Internet
bietet die Seite von Claus Possberg,
www.possi.de, viele praktische Tipps.
Anzeige

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel