Keine Panik

Zugegeben, das klingt nicht gut, was Zweiradfahrern derzeit in Italien widerfährt. Doch keine Panik: Erfahrungsgemäß funktioniert eine solche »Mode« jenseits des Brenners wie eine Regierungskrise – eine riesige Aufregung, geschürt von Parteien und Medien, nach einiger Zeit glätten sich die Wogen, und es geht so weiter wie bisher. Fast zumindest.
Das war so, als im August 2003
der Punkteführerschein eingeführt wurde, in anderen europäischen Ländern längst Realität. Als wollten Italiens Ordnungshüter die verlorene Zeit aufholen, regnete es plötzlich Geldstrafen, Punkte und Fahrverbote ohne Ende. Im Brennpunkt standen damals die Autofahrer. Inzwischen hat sich die Lage an der Autofront wieder beruhigt, Punkte und Strafzettel werden zwar weiter verteilt, doch mit mehr Augenmaß.
Im Januar 2005 traf es die Raucher, der blaue Dunst in Restaurants und Bars wurde verboten, Bußgelder von mehreren tausend Euro waren für kurze Zeit keine Seltenheit. 2006 waren Italiens Hundehalter an der Reihe, mit Leinen- und Maulkorbzwang für ihre Vierbeiner und der staatlichen Kontrolle sogenannter gefährlicher Rassen – bis nach wenigen Monaten die ganze Aufregung verpuffte.
Diesmal stehen also die Motorradfahrer im Brennpunkt der Kritik. Und noch machen Polizei und
Carabinieri Ernst: Kürzlich fing sich ein unglücklicher Rollerfahrer aus
Turin innerhalb weniger Minuten 144 Punkte und eine Strafe von über 2000 Euro ein. Vorsicht ist also geboten. Doch allen Vorschriften zum Trotz können die Italiener nicht aus ihrer Haut, das Stroh-
feuer wird kurz lodern und dann,
wie üblich, in sich zusammenfallen.
Leben und leben lassen lautet nun mal die landesweite Devise, und an die halten sich auch die Ordnungshüter – die meisten jedenfalls.
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