Kenia – Kapstadt Der Weg zum Kap

Sechseinhalb Wochen mussten genügen, um von Kenia bis an die Südspitze des Schwarzen Kontinents zu fahren. Diese fast schon klassische Strecke bietet vor allem eines – Afrika pur.

Foto: Rein
Afrika-Tour, MOTORRAD 5/2004
Afrika-Tour, MOTORRAD 5/2004
An Schlaf ist während unserer ersten Nacht in Nairobi kaum zu denken – Claus, Freundin Irmgard und mich halten drei Fragen wach: Sind die beiden BMW inzwischen eingetroffen? Haben sie den Flug unversehrt überstanden? Und wie schnell bekommen wir die Motorräder durch den Zoll? Knapp sieben Wochen haben wir Zeit, um von hier bis nach Kapstadt zu fahren. Nicht viel für die rund 14000 Kilometer, die wir dazwischen zurücklegen wollen. Jeder Tag zählt.

Doch scheint Afrika stets für eine Überraschung gut zu sein – der Weg durch den Zoll erweist sich als erstaunlich unkompliziert. Bereits am frühen Nachmittag sitzen wir auf den GS, verlassen die Metropole, orientieren uns in Richtung Norden und passieren noch vor Einbruch der Dunkelheit den im August leider meist wolkenverhangenen Mount Kenia.
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Foto: Rein
Afrika-Tour, MOTORRAD 5/2004
Afrika-Tour, MOTORRAD 5/2004
Am nächsten Tag stellen wir uns der ersten großen Herausforderung: die Strecke von Maralal zum Turkanasee, vom Erlebniswert allerhöchste Güte, aber fahrerisch recht diffizil. 270 Kilometer ausschließlich durch Sand oder über kernige Trialpassagen. Und weil der See abseits unserer eigentlichen Route liegt, bedeutet das, das Ganze wieder zurück. Der Respekt vor dieser Strecke weicht allerdings tatsächlich schnell den überwältigenden Eindrücken. Nach dem überraschend steilen Samburu-Pass arbeiten wir uns durch Urwald, der bald darauf in eine Steinwüste übergeht. Über eine Stunde lang mühen wir uns dort nahezu ausschließlich im ersten Gang, erreichen nach einer Nacht in der Steppe erst tags darauf den salzigen See, der Heimat für über 20000 Krokodile ist und an dessen Ufer die Samburu und Turkana leben. Kinder freuen sich über den unerwarteten Besuch, führen uns an der Hand durch eines der nahen Strohhüttendörfer, während ein paar junge Krieger uns mit ernster Mine beobachten. Afrika ohne Wenn und Aber.

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