Kroatien (2)

Foto: Eisenschink
Kroatien-Tour, MOTORRAD 16/2003
Kroatien-Tour, MOTORRAD 16/2003
Scheint so, als habe sich ganz Istrien hier an der Adriaküste versammelt. Trotz vorgerückter Stunde sind sämtliche Straßencafés proppenvoll, aus Kneipen und Discotheken dudeln die aktuellen Charts, und auf der Strandpromenade drängt sich ein buntes Völkchen in Badeschlappen, Turnschuhen und Highheels. Im Nu verlieren wir uns im Altstadtgewirr zwischen Hafen und Eufrasius-Basilika, flaniere über römisch-antike Straßen wie „Decumanus“ und „Cardo Maximus“, über deren grobschlächtiges Kopfsteinpflaster im 19. Jahrhundert – die Halbinsel gehörte mal zur k.u.k.-Monarchie – schon die österreichisch-ungarische Aristokratie gestolpert ist.

Aufgeweckt vom Geschrei der Möwen, klappen wir am nächsten Morgen die Holzläden des Hotelzimmers auf und schauen auf Pinien und türkisfarbenes Meer. An der Strandpromenade flicken jetzt Fischer ihre Netze, daneben platzieren sich Maler mit Farbpalette und Staffelei, Segelyachten brechen zur Morgenrunde auf. Ein letzter Cappuccino in der Gelateria Fontana, dann tuckeren wir an der Westküste entlang Richtung Süden.
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Foto: Eisenschink
Kroatien-Tour, MOTORRAD 16/2003
Kroatien-Tour, MOTORRAD 16/2003
Die Landschaft, obwohl relativ flach, weist erstaunlich kurvige Streckenabschnitte auf. In engen und weiten Schlaufen geht es durch Olivenhaine, an Zypressen bestandenen Buchten vorbei und um den Limski-Kanal herum, der sich wie ein Fjord in die Halbinsel schneidet. Kein Beton, keine mehrstöckigen Hotelklötze weit und breit. Stattdessen: winzige Seeräubernester wie Rovinj.

Gut 40 Kilometer weiter erreichen wir Pula. Kurz vor einem Platzregen retten wir uns unter die monumentalen Steinbögen der antiken römischen Arena. Die Römer haben sich nicht lumpen lassen: Mit einem Durchmesser von 130 Metern war die Arena von Pula neben dem Kolosseum in Rom eines der größten Amphitheater des Römischen Reiches. Zwei pudelnasse Knirpse üben sich gerade vor 25 000 leeren Zuschauerplätzen im Gladiatorenkampf à la Russel Crowe. Das zahlende Publikum scheint auf den nächsten Auftritt von Sting zu warten, der in der zur Konzert- und Opernkulisse umfunktionierten Arena schon zwei Mal aufgetreten ist.

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