Kroatien Küstenzauber

Traumhafte Küstenstraßen und unzählige Inseltrips – Motorradfahrer finden an Kroatiens Adriaküste, aber auch im bergigen Inland ein wahrlich fantastisches Revier.

Foto: Eisenschink
Kroatien-Tour, MOTORRAD 16/2003
Kroatien-Tour, MOTORRAD 16/2003
Die Zöllner am kroatischen Kontrollposten bei Sočerga werfen nur einen flüchtigen Blick in meinen Pass und auf die BMW F 650 GS, nicken anerkennend und winken mich und Gerhard durch. Es ist ein warmer Septemberabend, die sich anschließende Landstraße kurvig, kein Verkehr. Zwei, drei Schräglagen, und schon stellt sich das während der neunstündigen Anreise abhandengekommene Urlaubsfeeling wieder ein. Vor uns liegt ein Land mit einer 1778 Kilometer langen Adriaküste, 1185 Inseln und einem bis zu 1800 Meter hohen Gebirgszug – den Dinarischen Alpen. Wir sind mehr als gespannt.

Buzet kommt in Sicht, ein mittelalterliches Nest auf der istrischen Halbinsel: Stadtmauer, Kirchtürme, ineinander verschachtelte Häuserzeilen, zusammendrängt auf einem 150 Meter hohen Hügel. Rundum erstreckt sich ein grüner Talkessel, durch den in den letzten 3000 Jahren schon unzählige Völker gezogen und bisweilen auch geblieben sind. Kelten, Griechen, Römer, Venezianer, ja selbst die Österreicher zu Zeiten der k.u.k.-Monarchie und die Italiener unter Mussolini. Wie auch immer, momentan ist außer uns jedenfalls niemand unterwegs.
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Foto: Eisenschink
Kroatien-Tour, MOTORRAD 16/2003
Kroatien-Tour, MOTORRAD 16/2003
Wir werfen einen Blick auf die Landkarte, schwenken nach Südwesten Richtung Adria. Eine gute Wahl. Die Straße führt in ein paar flotten Bögen durch eine enge, von Kalksteinfelsen gesäumte Schlucht. Linker Hand erscheint Motovun – ein weiteres mittelalterliches Häusergeflecht auf einem Hügel. Dann wird es dunkel. Eine gute halbe Stunde stochern die Scheinwerfer der BMW durch rabenschwarze Nacht, streifen nichts als Macchia und Zypressen, bis die Lichter einer Kleinstadt der Odyssee ein Ende setzen: Poreč.

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