Mazedonien

Angesiedelt im touristischen Windschatten der Meeres-
anrainer, bietet Mazedonien abenteuerfreudigen Motorradfahrern nicht nur spannende Bergstrecken und Pisten, sondern hat auch
gastfreundliche Menschen.

Anreise
Der kürzeste Weg nach Mazedonien führt per Fähre von Venedig ins griechische Igoumenitsa. Von dort sind es auf schönen Bergstrecken noch rund 350 Kilometer bis zur mazedonischen Grenze. Eine Person mit Motorrad zahlt für die Deckpassage bei gleichzeitiger Buchung der Rückreise (Open ticket) ab 150 Euro. Hauptfährlinien sind Anek, Minoan
Lines und Superfast, gute Internet-Portale:
www.ocean24.de, www.ferrylines.de. Eine landschaftlich sehr interessante, aber auch 1400 Kilometer längere Alternative bietet die Anreise entlang der kroatischen Küste und durch den Kosovo oder Albanien. Sicherheitslage im Kosovo beachten (siehe »Sicherheit«).

Formalitäten
Für die Einreise nach Mazedonien ist ein mindestens sechs Monate gültiger Reisepass sowie eine grüne Versicherungskarte nötig. Letztere wird an der Grenze auch tatsächlich kontrolliert. Ohne sie muss eine Fahrzeugversicherung abgeschlossen werden.

Gastronomie
Die mazedonische Küche verwendet gerne Gehacktes, was es mit Käse vermischt als eine Art Frikadelle aus der Pfanne gibt oder zusammen mit Käse, Schinken und Gewürzen in Speckscheiben gewickelt vom Grill. In den vorwiegend von Moslems bewohnten Gebieten kommt Hähnchen-, Schaf- und Ziegenbraten auf den Tisch. Dazu passt am besten maze-
donischer Salat und Skopsko Pivo, das einheimische Bier. Fast schon legendär ist die Ohridforelle, die ausschließlich im Ohridsee schwimmen soll. Tipp: Das Aquarius in Struga gilt als eines der besten Restaurants im Land. (Am Ohridsee auf der nächstgelegenen Straße westlich zum Ortsrand fahren.) Die Preise sind zwar für Mazedonier hoch, für Westeuropäer aber sehr günstig.

Übernachtung
Privatzimmer kosten bei mehrtägigem Aufenthalt ab 350 Denar (knapp sechs Euro), bei einmaliger Übernachtung etwa 600 Denar (zirka zehn Euro) oder auch etwas darüber. An die Zimmer dürfen keine großen Ansprüche gestellt werden, Dusche und Toilette liegen meist auf dem Flur. Frühstück ist im Preis oft nicht inbegriffen und wird mitunter auch gar nicht angeboten. Aber es gibt fast immer einen Kühlschrank und Möglichkeiten
zur Selbstversorgung. Abseits des Ohridsees sind Privatzimmer allerdings Mangelware. Hotels existieren dafür in jedem größeren Ort und an den touristisch interessanten Plätzen wie den Seen oder dem Skigebiet über Tetovo. Die Qualität ist jedoch sehr unterschiedlich. So kann man für 20 Euro mal ein neu eingerichtetes Zimmer mit allem Drum und Dran bekommen, mal eine Absteige, in der der Wasserhahn per Zange geöffnet werden muss. Teurere Hotels – die Preise reichen von 20 bis 35 Euro pro Person – entsprechen dagegen meist westlichem Standard. Was trotz aller Misere stets geboten wird, ist Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Das kann so manchen kleinen Mangel ausgleichen. Eine Empfehlung: Im frisch renovierten Hotel Srna am Südufer des Mavrovosees kostet ein Zimmer mit Frühstück 25 Euro pro Person, Halbpension gerade mal fünf Euro Aufpreis. Telefon 00389/42/388083, Email: hotelsrna
@mail.net.mk. In einigen Klöstern besteht die Möglichkeit, für sehr kleines Geld zu übernachten – freilich ohne jegliche Ansprüche an den Komfort.

Sehenswert
Die Burgruine in Ohrid, der alte Basar in Skopje, der ganz in Nähe gelegene MatkoCanyon, die Sarena Dzamija (Bunte Moschee) in Tetovo sowie das Koster Sv. Jovan Bigorski. Ein ganz besonderes Erlebnis ist die traditionelle Hochzeit von Galicnik im Mavrovo-Nationalpark, die alljährlich im Juli am orthodoxen Feiertag für den heiligen St. Peter stattfindet.

Sprache
Die mazedonische Sprache beruht auf dem kyrillischen Alphabet. Dies so weit zu lernen, dass man zumindest die Verkehrshinweise lesen kann, ist relativ leicht und empfehlenswert. An den Hauptstraßen findet sich die Ausschilderung auch in lateinischer Schrift. Um den Ohridsee und im albanischen Grenzgebiet sprechen viele Bewohner ein paar Brocken Deutsch. Wenn nicht, helfen die netten Mazedonier dennoch irgendwie weiter.

Sicherheit
Die Konflikte zwischen Mazedoniern und zugewanderten Albanern haben zum Teil Bombenanschläge zur Folge. Der Autor wurde während der Reise zwar mehrmals von Mazedoniern darauf hingewiesen, dass die Lage im Land angespannter sei, als es scheine, hatte aber weder in den moslemisch-albanischen Gebieten noch in den übrigen Regionen Probleme. Auskünfte erteilt das Auswärtige Amt in Berlin unter Telefon 030/5000-4446-076 und www.auswaertigesamt.de.

Finanzen
Währung ist der 1992 eingeführte Denar (ein Euro = 60 Denar). Euro werden überall gerne genommen. So akzeptieren Tankstellen ohne Weiteres die Zahlung in Euro. Banken und Wechselstuben gibt es in vielen Städten.

Die Strecke
Die meisten Straßen sind in sehr ordentlichem Zustand. Bei Regen ist der Asphalt allerdings mit größter Vorsicht zu genießen, da er besonders nach langen Hitzeperioden rutschig wie Schmierseife wird. Das
Tankstellennetz ist gut ausgebaut, so dass ein normales Tankvolumen ausreicht. Auch die Versorgung mit bleifreiem Benzin funktioniert problemlos. Ein Liter Normal kostete 2006 ziemlich genau einen Euro. Entlang der albanischen Grenze, im Mavrovo-National-park und der Gegend zwischen Skopje und Gostivar finden sich einige unbefestigte Wege, die Enduristen Spaß versprechen. Die Orientierung ist aber schwierig, da an solchen Strecken Richtungshinweise fast
komplett fehlen.

Literatur
»Makedonien entdecken – Unterwegs auf dem südlichen Balkan«, 320 Seiten, 2005 im Trescher Verlag erschienen, 16,95 Euro. Karten in reisetauglichen Maßstäben sind kaum verfügbar. Das Land wird meist nur
auf Nordgriechenland- oder Ex-Jugoslawien-Blättern mit behandelt. Recht gut ist die im Land erhältliche Karte »Republika Makedonija« in 1:250000 von Trimaks Kartografija.
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