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Motorradreise rund um Afrika Nicht längs, nicht quer, nein, einmal rundherum!

Wenn sich Motorradreisende überhaupt länger auf den unberechenbaren, aufregenden afrikanischen Kontinent wagen, fahren sie entweder quer durch oder von oben nach unten. Unser Autor erfuhr Afrika auf die harte Tour: einmal rundherum.

Träume. Die meisten schiebt man auf, bis es zu spät ist. Nicht mit mir. Ich will nicht mehr so weitermachen, sondern fühle eine innere Notwendigkeit: Eine Zäsur muss her in meinem Leben. Midlife-Crisis? Egal. Auch egal, wie stressig das alles wird, egal, was die anderen denken, ich muss jetzt weg, mit dem Motorrad um die Welt. Mindestens fünf Jahre. Job kündigen, Haus vermieten, tausend Sachen organisieren und wegen der leichten Reparaturmöglichkeit ein altes, gutmütiges Motorrad kaufen. Eine BMW R 100 GS, die mit einem verstärkten Fahrwerk und anderen Fernreiseteilen aufgerüstet wird. Bei der Abfahrt ist die Maschine trotz aller Effizienz beim Packen zu schwer und zu breit. Was solls.

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Elefanten verfolgen die BMW

Ich entfliehe dem deutschen Winter nach Marokko, endurowandere durch dieses tolle Land mit Atlas- und Riff-Gebirge. Reite unspektakulär durch die Westsahara. Dann der verminte Streifen Niemandsland und die Einreise nach Mauretanien. Alles nicht groß aufregend. Kurz nachdem ich das denke, kommt eine Sandpiste. Die erste ernsthafte Herausforderung, und für fünf Minuten geht auch alles gut. Dann verschwindet das Vorderrad im Weichsand, und die BMW überschlägt sich blitzschnell. Doppelt. Mir ist schwindlig, die Verkleidung ist mehrfach eingerissen, der Lenker steht schief. Nicht jammern, sondern weiter nach Senegal. Dieses Land wirkt nach Mauretanien so, als hätte man den Schwarz-Weiß-Fernseher auf Farbe umgestellt. Plötzlich verliert mein Federbein drastisch viel Öl. Eine Woche dauert es, bis Ersatzteile kommen, dann kann ich nach Dakar und weiter nach Gambia.

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Foto: Lindert
Das Motorrad als Allzwecktransportmittel für ein Bestattungsunternehmen in Abomey, Benin.
Das Motorrad als Allzwecktransportmittel für ein Bestattungsunternehmen in Abomey, Benin.

Ich folge dem Gambia-Fluss Richtung Mali, passiere Kayes, die angeblich heißeste Stadt Westafrikas, und erreiche Bamako. Die Fahrt durch die Sahelzone nach Ouagadougou ist schweißtreibend, die Ankunft wenig erfreulich, denn es herrscht Ausgangssperre. Das Militär revoltiert. Man hat vergessen, die Soldaten zu entlohnen. Nur mithilfe meines Presseausweises erhalte ich ein Visum für Ghana. Kurz vor der Grenze erlaube ich mir den Abstecher zum Nazinga-Nationalpark. Krokodile liegen auf der Piste herum, und Elefanten, die Motorengeräusche hassen, verfolgen die BMW ziemlich ehrgeizig.

Ein einziger Kampf mit dem Schlamm

Nach ein paar Tagen Erholung an der paradiesischen Küste Ghanas mache ich mich auf nach Lomé und treffe Julien mit seiner neuen Super Ténéré. Auch er fährt um die Welt, und nur gemeinsam gelingt es uns, den widerlichen Bürohengsten in Cotonou ein Visum für Nigeria abzuringen. Trotz aller Warnungen machen wir die Ochsentour: Lagos, Ibadan, Abuja, Calabar. Abuja wegen des Visums für Angola, doch keine Chance. Immerhin gibt es ein schnelles Visum für Kamerun. Nigeria ist zwiespältig. Nette Menschen, aber mörderische Verkehrssituation. Noch nie hatte ich so viele Nahtod-Erlebnisse.

Dann beginnt die Regenzeit in Zentralafrika. Trotzdem bezwingen wir die Ringroad im Norden von Kamerun. Zu viel Wasser, zu viel Schlamm, doch unglaubliche Vegetation, Wasserfälle, Kraterseen, traumhafte Ausblicke in die Berglandschaft. Wir kämpfen uns durch tiefe Wasserläufe, Schlammwege und steile Pisten mit gigantischen Steinen. Immer wieder rutscht das Vorderrad weg, Stürze sind unvermeidbar. Eine Qual für Mensch und Maschine. Bis Lambarene, Albert Schweitzers Leprastation, und weiter bis in die Republik Kongo ist die Fahrt ein einziger Kampf mit dem Schlamm.

vier Euro pro Liter

Doch der Kampf hört nicht auf. Diesmal mit den Behörden um ein Visum für Angola. Alle Mühen sind vergebens, wir müssen die Bikes in einen Container nach Namibia verladen. Die Box sollte nach Walvis Bay gehen, dann wird Totalverlust gemeldet und schließlich Kapstadt als Lieferziel. Was für ein Theater, doch ich habe meine BMW wieder und toure durch das landschaftlich wunderschöne Südafrika.

Foto: Lindert
Fischer in Vilankulo in Mosambik.
Fischer in Vilankulo in Mosambik.

In Johannesburg muss ich die Getriebelager erneuern, dann ist die GS fit für Tofo, einen malerischen Küstenort in Mosambik, berühmt für einen der besten Tauchspots der Welt. Nach der Pressluft-Orgie kommt Simbabwe, wo sich selbst an den Victoria-Fällen nur wenig Touristen tummeln. Von der Schönheit Sambias bekomme ich nicht viel mit. Wassermassen stürzen vom Himmel, die BMW mutiert zum U-Boot. Das Land wird durcheilt auf der Suche nach besserem Wetter. Was ich in Malawi finde. Eigentlich will ich nur ein paar Tage bleiben, doch der gigantische See, die angrenzenden Berge und die netten Menschen ziehen mich in ihren Bann. So bleibe ich sechs Wochen. Einziger Wermutstropfen: Benzinpreise von umgerechnet vier Euro pro Liter. Dafür hat man die Straßen fast für sich alleine. Die Strecke bis Dar es Salaam führt durch den Mikumi-Nationalpark, und am Straßenrand stehen wirklich alle großen Wildtiere Ostafrikas.

Als nächstes Moshi und Arusha

Dann ist die Diodenplatte der BMW defekt, die Batterie wird kaum noch geladen. In den Usambara-Bergen repariere ich die Platte. Glupschäugige Reptilien begutachten die Schrauberei. Dies ist das Land der Chamäleons. Moshi und Arusha heißen die nächsten Etappenziele. Ich verkneife mir eine Besteigung des Kilimandscharo und fahre weiter nach Nairobi in die Jungle Junction. Generalreinigung für mein Bike und mich, bevor wir nach Uganda weiterfahren. Wieder holt uns der Regen ein, erneut schlittert die GS durch tiefe, verschlammte Spurrillen. Von Kampala aus kann ich ein Trekking zu den Gorillas unternehmen, und auf dem Weg zu den Murchison Falls cruise ich das zweite Mal allein durch einen Nationalpark.

Jetzt bloß keine Panne, denn es gibt auch hungrige Löwen. Alles geht gut, und ich treffe Chris, der mit seiner Vespa die einzig wirklich harte Piste Richtung Äthiopien fahren will, die Moyale Road. Wir machen das zusammen. Kommen zwar nur langsam voran, aber schaffen die 600 Kilometer bis zur Grenze ohne viele Probleme. Die lassen aber nicht lange auf sich warten, denn die Straßen in Äthiopien sind extrem voll von Menschen und Tieren. Chris hat eine Kollision, die Vespa muss generalüberholt werden. Die BMW braucht einen neuen Dichtring für ihr Kardangehäuse. Endlich können wir dieses gebirgige, aufregend schöne Land mit seinen zahllosen Serpentinen genießen. Nach den Burgen von Gondar, den Simien-Bergen und dem Tana-See reisen wir in den Sudan und erleben bei Temperaturen von 43 Grad Celsius die ausgeprägte Gastfreundschaft der Sudanesen.

Obwohl die Straße um den Nasser-Stausee eigentlich fertig ist, müssen wir die Fähre von Wadi Halfa nach Assuan nehmen. Die Tankstellen in Ägypten haben kaum Sprit, in Kairo gibt es Unruhen und so flüchten wir uns in die weiße Wüste. Eine sagenhafte Kulisse: Schneelandschaft in flirrender Hitze. Wir besuchen noch die Pyramiden von Gizeh, dann kommt der Abschied von Chris und von Afrika. Ich buche die Fähre von Port Said in die Türkei. Rund um Afrika habe ich geschafft, jetzt rückt der asiatische Kontinent in mein Visier. Der Entschluss, einfach loszufahren, war der beste meines Lebens...

Foto: Lindert
Erste Vespa-Panne auf der gefürchteten Moyale Road hinter Isiolo, Kenia.
Erste Vespa-Panne auf der gefürchteten Moyale Road hinter Isiolo, Kenia.

Die Reiseroute

Marokko
Visum: keine Visumpflicht für EU-Bürger. Carnet: Bei Einreise mit dem Motorrad muss dieses beim Zoll an der Grenze registriert werden. Entweder die heimische Versicherung übernimmt den Schutz (MA darf auf grüner Versicherungskarte nicht durchgestrichen sein), oder es muss eine Versicherung vor Ort abgeschlossen werden. ATMs (Geldautomaten): überall, mit Akzeptanz der meisten Karten. Beste Reisezeit: abhängig von der Region, fast ganzjährig. Straßenzustand: gut.

Westsahara
Visum: keine Grenze zu Marokko. Carnet: Am besten ein sogenanntes „fiche“ erstellen und etliche Male kopieren (Zettel mit allen für die Kontrollen relevanten Informationen). ATMs: nur in Ad-Dhakla, aber häufig defekt. Beste Reisezeit: Küste April bis November, Inland Oktober bis Mai. Straßenzustand: sehr gut. Besonderheit: viele Kontrollen auf der Straße zur mauretanischen Grenze.

Mauretanien
Visum: für alle EU-Bürger. Visa erhältlich daheim oder von Marokko kommend in Rabat. Carnet: nicht notwendig. ATMs: keine ATMs für gebräuchliche Karten. Beste Reisezeit: November bis April. Straßenzustand: überwiegend gut. Besonderheit: Nerven mitbringen. Zwischen der Westsahara und der Grenze zu Mauretanien befindet sich ein vier Kilometer langer Streifen Niemandsland, der NICHT asphaltiert ist, aber kein Problem darstellt, wenn man nicht die Piste verlässt (Landminen).

Senegal
Visum: keine Visumpflicht für deutsche Staatsbürger. Carnet: empfohlen. ATMs: in allen großen Orten (Visa). Beste Reisezeit: Regenzeit zwischen Juli und Mitte Oktober. Straßenzustand: grundsätzlich gut, aber ab und zu Schlaglöcher.

Gambia
Visum: Visum an der Grenze für Deutsche. Carnet: empfohlen. ATMs: nur in großen Orten
(Visa). Beste Reisezeit: Regenzeit zwischen Juni und Oktober. Straßenzustand: mehrheitlich gut.

Mali
Visum: erforderlich. Carnet: empfohlen. ATMs: in größeren Orten (Visa). Beste Reisezeit: Regenzeit Juni bis Oktober mit vielen überfluteten Straßen im Süden. Straßenzustand: unterschiedlich.

Burkina Faso
Visum: erforderlich. Kein Problem in Bamako (Mali). Carnet: empfohlen. ATMs: in großen Orten (Visa). Beste Reisezeit: Regenzeit Juni bis Oktober. Straßenzustand: mehrheitlich gut.

Ghana
Visum: erforderlich und in Ougadougou (Burkina) nur schwer oder mit Tricks zu bekommen. Am besten im Heimatland. Carnet: empfohlen. ATMs: in allen großen Orten (Visa und Maestro/Master). Beste Reisezeit: Regenzeit Mai bis September. Straßenzustand: sehr gut.

Togo
Visum: erforderlich. Geht an der Grenze, einfacher in Accra (Ghana) oder Quga (Burkina). Carnet: empfohlen. ATMs: in allen großen Orten (Visa). Beste Reisezeit: Regenzeit Mai bis September. Straßenzustand: mehrheitlich gut.

Benin
Visum: erforderlich. In Lomé (Togo) kein Problem. Carnet: empfohlen. ATMs: nur in großen Orten (Visa und Master). Beste Reisezeit: Mai bis Oktober. Straßenzustand: nur im Süden gut.

Nigeria
Visum: erforderlich, aber schwer zu bekommen. Tipp: zu Hause oder in Cotonou (Benin) versuchen. Carnet: empfohlen, aber nicht notwendig. ATMs: in allen größeren Orten. Beste Reisezeit: Regenzeit Mai bis Oktober. Straßenzustand: teilweise katastrophal. Besonderheit: gefährlicher Straßenverkehr. Benzin um 35 Cent, aber oft schlecht.

Kamerun
Visum: erforderlich. Möglich in Nigeria (Abuja). Carnet: erforderlich. ATMs: in allen großen Orten (Visa). Beste Reisezeit: Regenzeit im Süden von April bis Oktober. Straßenzustand: gut.

Foto: Lindert
Spontane Freundschaft im Norden Malis.
Spontane Freundschaft im Norden Malis.

Gabun
Visum: erforderlich. Kein Problem in Yaounde (Kamerun). Carnet: erforderlich. ATMs: nur in ganz großen Orten und nur Visa. Beste Reisezeit: Regenzeit Januar bis Mai und September bis Dezember. Straßenzustand: von top bis Katastrophe.

Republik Kongo
Visum: erforderlich und in Libreville (Gabun) erhältlich. Carnet: empfohlen. ATMs: nur in wenigen großen Orten (nur Visa). Beste Reisezeit: Regenzeit Januar bis Mai und September bis Dezember. Straßenzustand: Neue Straßen werden z. Zt. von Chinesen gebaut, noch aber viel Schlamm.

DRC (Kongo-Kinshasa)
Visum: erforderlich, nicht leicht zu bekommen. Carnet: empfohlen. ATMs: Mangelware und nur Visa. Beste Reisezeit: Regenzeit wie im Kongo Brazzaville. Straßenzustand: richtig mies bis gar nicht vorhanden.

Angola
Visum: Visumpflicht. Visum nur sehr schwer erhältlich. Carnet: Pflicht. ATMs: so gut wie keine ATMs. Beste Reisezeit: von Mai bis Oktober. Straßenzustand: eher schlecht, Verkehr gefährlich.

Namibia
Visum: keine Visumpflicht für EU-Bürger. Carnet: erforderlich. ATMs: überall und mit fast
allen Karten. Beste Reisezeit: Regenzeit November bis April. Im Süden des Landes auch Juni und Juli.Straßenzustand: Hauptstraßen sind super, es gibt aber nur wenige. Der große Rest ist Schotter und Sand. Besonderheit: Der Südafrikanische Rand wird eins zu eins getauscht.

Südafrika
Visum: nicht erforderlich. Carnet: vorgeschrieben. ATMs: überall für alle gängigen Karten. Beste Reisezeit: ist abhängig von der Region, fast ganzjährig. Straßenzustand: wirklich traumhaft, vor allem die Küstenstraßen, doch definitiv auch ein Paradies für Offroad-Süchtige.

Mosambik
Visum: erforderlich und teuer, aber an der Grenze kein Problem. Carnet: erforderlich. ATMs: fast überall in größeren Ortschaften (Visa). Beste Reisezeit: April bis Oktober. Straßenzustand: Es werden viele neue Straßen gebaut, es gibt aber noch viele schlechte mit großen Schlaglöchern.

Simbabwe
Visum: erforderlich, aber erhältlich an der Grenze. Carnet: erforderlich. ATMs: viele, die überwiegend Visa nehmen und US-Dollar geben, wenn vorhanden. Oft auch leer. Beste Reisezeit: März bis September. Straßenzustand: erstaunlich gut.

Sambia
Visum: erforderlich. Carnet: erforderlich. ATMs: viele, fast nur Visa. Beste Reisezeit: Mai bis Oktober. Straßenzustand: durchweg gut.

Malawi
Visum: erforderlich. Carnet: empfohlen. ATMs: in allen großen Orten (Visa). Beste Reisezeit: Mai bis September. Straßenzustand: Besser als vermutet, dennoch vorher Informationen über lokale Straßenzustände einholen.

Tansania
Visum: erforderlich. Bei Einreise an der Grenze erhältlich. Carnet: empfohlen. ATMs: fast überall (Visa, manchmal auch Maestro und Master). Beste Reisezeit: Juni bis November.
Straßenzustand: in der Regel hervorragend.

Kenia
Visum: erforderlich und bei Einreise einfach zu erlangen. Carnet: erforderlich. ATMs: fast überall. Beste Reisezeit: Januar bis August. Straßenzustand: variiert. Im Norden gibt es die Moyale Road. Angeblich die schlechteste Piste im Osten.

Uganda
Visum: erforderlich und an der Grenze einfach zu erhalten. Carnet: empfohlen. ATMs: überall (überwiegend Visa). Beste Reisezeit: Januar und Februar sowie zwischen Juli und September. Straßenzustand: überwiegend in Ordnung.

Äthiopien
Visum: erforderlich und in Nachbarländern nur schwer erhältlich. Besser im Heimatland versuchen. Carnet: erforderlich. ATMs: in großen Orten. Beste Reisezeit: Oktober bis Mai. Straßenzustand: unterschiedlich. Gefährliches Fahren wegen vieler plötzlich auftauchender Hindernisse.

Sudan
Visum: erforderlich. In Addis (Äthiopien) oder besser in Nairobi (Kenia) erhältlich. Carnet: erforderlich. ATMs: keine ATMs für gängige Karten. Genug Bargeld mitnehmen. Beste Reisezeit: zwischen September und April. Sonst extrem heiß. Straßenzustand: überwiegend gut. Besonderheit: Touristen müssen sich in Khartoum gegen Zahlung einer Gebühr registrieren lassen. Viele Straßenkontrollen.

Ägypten
Visum: Erforderlich und an der Grenze zu bekommen. Carnet: Fahrzeug wird zusätzlich in den Reisepass eingetragen. ATMs: fast überall. Beste Reisezeit: zwischen Oktober und Mai. Straßenzustand: durchweg gut. Besonderheit: Es müssen ägyptische Nummernschilder beantragt werden. Benzin extrem günstig (30 Cent/Liter) aber nicht überall erhältlich. Keine Konvoipflicht mehr.

Foto: Lindert
Piste zu den Sindou Peaks, Burkina Faso.
Piste zu den Sindou Peaks, Burkina Faso.

Infos

Eine Motorradreise rund um Afrika ist ein Lebensabenteuer. Doch die aktuellen Kurzinformationen unseres Autors zu jedem Land sind auch für all jene von Nutzen, die sich keine zwei Jahre Zeit nehmen und nur Teilabschnitte befahren wollen.

Allgemein:
Man wird es wohl bei einer Umrundung des afrikanischen Kontinents nicht schaffen, immer das optimale Reisewetter anzutreffen. Trotzdem sollte man darauf achten, manche Staaten nicht gerade während der Regenzeit besuchen zu müssen. Gerade in Zentralafrika werden dann viele Straßen unpassierbar. Eine Gesundheitsvorsorge ist unbedingt angeraten. Viele afrikanische Länder bestehen auf einer im Impfausweis vermerkten Gelbfieber-Impfung. Weitere Impfungen sollten vorher mit einem Facharzt abgesprochen werden. Desgleichen die Frage der Malariaprophylaxe. In jedem Fall genügend Einreibemittel gegen Moskitos mitnehmen, da es nicht überall erhältlich ist. Weitere Reise-infos: www.lindert-photographie.de/blog

Motorrad:
Es soll Reisende geben, die diese Tour auch ohne Carnet de Passage bewerkstelligt haben. Wenn man aber nicht Stunden an den Grenzen verhandeln und viel Geld in die Taschen der Zöllner stecken will, ist ein Carnet erforderlich. Meist geht der Grenzübertritt dann schnell. Die Visabeschaffung ist für einige Länder (Ghana, Nigeria, Kongo- Kinshasa, Angola und Äthiopien) ein Problem. Wenn es geht, im Heimatland beantragen. In Westafrika gibt es ein Visum „touristique entente“, das die Einreise in die Elfenbeinküste, Burkina Faso, Niger, Togo und Benin erlaubt, aber schwer zu bekommen ist. Mit Sicherheit in Ouagadougou. Es gibt in Afrika zwei Fahrzeugversicherungen, die einen großen Teil der Staaten abdecken. Das ist zum einen die „-Carte Brune“, die bis auf Nigeria einen Großteil der westafrikanischen (CEDEAO) Länder abdeckt und die „COMESA yellow card“ für Süd- und Ostafrika. Damit spart man sich viel bürokratischen Aufwand und ist immer auf der sicheren Seite.

Geld:
Die sicherste Geldbeschaffung funktioniert mit der Kreditkarte an einem Geldautomaten (ATM). Das klappt auch fast in ganz Afrika in den größeren Orten. Ausnahmen: Angola, Mauretanien und der Sudan. Hier kommt man um Bargeld nicht herum. Travelers Cheques sind out.

Ausrüstung:
Welches Motorrad und welche Ausrüstung man für eine solche Tour wählt, ist abhängig davon, welche Route man fahren möchte. So kann man, bis auf den Abschnitt der Mojale-Wüste im Norden Kenias, die Strecke Kapstadt-Kairo komplett auf Asphaltstraßen zurücklegen. Es geht natürlich auch ganz anders. Bei der Wahl der Kleidung sollte man bedenken, dass es in den Bergen einiger Staaten empfindlich kalt werden kann. Zu den notwendigen Dokumenten zählen neben dem Carnet de Passage und dem internationalen Impfausweis auch der internationale Fahrzeugschein und ein internationaler Führerschein. Der Reisepass muss wohl nicht extra erwähnt werden. Grundsätzlich gilt: Man sollte Kopien von allen Dokumenten machen, um bei möglichem Verlust noch etwas in der Hand zu haben. Eine gute Lösung ist beispielsweise auch, die Papiere zu scannen und im Internet in eine persönliche Cloud zu stellen.

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