Norditalien (2)

Foto: Daams
Norditalien-Tour, MOTORRAD 4/2004
Norditalien-Tour, MOTORRAD 4/2004
Im nahen Chieri empfiehlt die Besitzerin des Hotels „Tre Re“ fürs Abendessen die Pizzeria „Del Pino“ im benachbarten Pino Torinese. Guter Tipp für Motorradfahrer: Dort hat ein kleiner Fan-Club des Grand-Prix-Piloten Roberto Rolfo, der aus dem Städtchen stammt, seinen Sitz. Der Kellner erzählt vom lokalen Motorradfahrerleben. Wie beispielsweise der tollen Kurvenstrecke nach Superga, die seit über zehn Jahren gesperrt sei, weil ein paar Clubs dort Rennen ausgetragen hätten und es fast jedes Wochenende zu Unfällen mit Toten gekommen sei.

„Von wegen“, schnaubt am nächsten Morgen ungehalten die Hotel-Wirtin, zusammen mit ihrem Mann BMW-K-100- Besitzerin. „An der Straße hat früher der Bürgermeister von Pino Torinese gewohnt. Der meinte, Motorräder würden zu viel Krach machen und ließ die Straße für motorisierte Zweiräder kurzerhand sperren.“ Willkürliche Streckensperrung auf italienische Art.
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Foto: Daams
Norditalien-Tour, MOTORRAD 4/2004
Norditalien-Tour, MOTORRAD 4/2004
Wir pirschen weiter ostwärts durchs Turiner Hügelland südlich des Pos, auf italienischen Landkarten entweder „Colline del Po“ oder „Colli torinesi“ genannt. Schmale Sträßchen, übersät mit riesigen Schlaglöchern, schlängeln sich über die sanften Kuppen. Fast jedes Dorf scheint hier über eine idyllische Burg zu verfügen oder zumindest über eine Nobelvilla der Turiner High Society. Kurz vor Casale Monferrato treffen wir wieder auf den Fluss. Das Bild hat sich gewandelt: Aus dem bislang so braven Gewässer ist dank einiger Zuflüsse ein riesiger Strom geworden. Von den Hügeln aus betrachtet wirkt es, als stünde die ganze Ebene unter Wasser. Hier gedeihen Italiens asiatische Momente – der Po bewässert die riesigen Flächen für Reisanbau.

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