Panamericana 2012: Unterwegs von Alaska nach Feuerland Raus aus dem Hostel

Fünf schnarchende Ukrainer in meinem Zimmer, ein halbes Dutzend Chinesen, die die Hostelküche in eine asiatische Garküche verwandeln und der Schwarze mit dem Kapuzenpulli, der nachts im Fernsehraum auf und abgeht und dabei irgendwie verrückt lacht, dazu noch eine Handvoll andere zerlumpte Gestalten, die mir nicht ganz geheuer sind – es wird höchste Zeit aus dem Hostel zu verschwinden! Denn so schön Anchorage für zwei Tage auch ist, nach fast einer Woche weiß man kaum noch, was man hier machen kann.

Samstag habe ich mir ein Fahrrad ausgeliehen und war so immerhin schon mal wieder auf zwei Rädern unterwegs.... Mit Chris, einem Schweizer, bin ich abends in eine der Kneipen gegangen – und bin sogar zurück gekommen, als es noch hell war. Was hier oben aber nichts heißen muss. Vor lauter Langeweile haben wir uns Sonntag einen Mietwagen geholt und sind etwas über 600 Kilometer umhergefahren.

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Foto: Heerwagen

Der Ort Whittier ist bekannt als Startpunkt für Schiffstouren in den Prince William Sound, aber leider gibt es dort nichts als ein paar Läden, Souvenirstände und kleine Fischräuchereien. Dass die Amis bei Lebensmitteln mit anderem Maß messen, sieht man an den zwei Kugeln Eis, die sich Chris geholt hat – bei uns hätten sie daraus sechs Kugeln gemacht.

Wir fahren weiter nach Kenai, in der Hoffnung, dass es dort irgendetwas zu sehen gibt. Nach etwa 200 Kilometern kommen wir an und folgen dem Schild „Old town“. Leute, was da als Altstadt verkauft wird, geht bei uns als Ansammlung von Schrebergarten-Buden durch. Von Wind und Wetter bearbeitete Holzhäuser, in denen natürlich schon lange keiner mehr lebt. Ich hatte zwar keine Altstadt wie in Deutschland erwartet – dafür ist das alles hier viel zu jung – aber ein bisschen mehr Kultur dürfte es schon sein.

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Foto: Heerwagen

Immerhin sehen wir neben der Straße einen Elch, der auch noch stehenbleibt, als wir uns bis auf etwa zehn Meter nähern. Bären haben sich bislang nicht blicken lassen, aber an einer Steilküste segelte ein Weißkopfadler an uns vorbei – ich habeBild die Kamera nicht schnell genug griffbereit…

Nachdem ich mir zum Frühstück zwei Sushi-Rollen gegönnt habe, sitze ich nun wieder mal im Fernsehraum, schreibe meinen Blog und verfolge auf Flightaware.com den FedEx-Flug FDX5.

Denn – und das ist endlich die gute Nachricht – in diesem Flieger befindet sich das Motorrad! Nach einem Zwischenstopp in Memphis soll es Mittwoch ankommen. Und dann aber nichts wie weg hier – auch wenn ich die Wahl zur Miss Motogirl am 14. Juni verpasse…

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