Panamericana 2012: Unterwegs von Alaska nach Feuerland Schoko und Keks im Lesegerät

Ich erreiche Fairbanks und sehe an einer Straßenkreuzung zwei Mädels, die „Car-Wash“-Schilder in die Höhe halten. Sie sammeln für ihre Jugend-Basketballmannschaft. Nach dem Deadhorse-Trip hätte es die Yamaha dringend nötig, das Kennzeichen ist überhaupt nicht mehr zu lesen, überall klebt Schlamm und Dreck. Trotzdem fahre ich erst einmal weiter zum Hostel. Leider ist es ausgebucht, also wieder zurück.

Anzeige
Foto: Heerwagen

Heute ist Samstag, das Wetter ist gut und noch ein paar andere Leute sind auf die Idee gekommen, für Geld Autos zu waschen. Ich habe also die Wahl, einen Ehren-Flug für Weltkriegs-Veteranen zu unterstützen oder die Mädels vom College/Highschool(?). Die Wahl fällt leicht, sorry Vets, ihr müsst leider am Boden bleiben.

Anzeige
Foto: Heerwagen

Auf dem College/Highschool-Parkplatz entpuppen sich die Mädels als viel zu jung, es gibt also kein Oben-ohne-, oder Wet-T-Shirt-Car-, ähh Bike-Wash… „Wir hatten aber noch kein Motorrad vorher hier.“ Dann ist es jetzt das erste. „Darf irgendwas nicht nass werden?“ Nein. Gemeinsam mit ihrer Trainerin geben sie sich Mühe, mit Hochdruckreiniger, Schlauch und Schwamm den Schlamm vom Bike zu holen. Nun, der gröbste Dreck ist hinterher zwar ab und die zehn Dollar war der Spaß wert – wirklich sauber ist die XT aber nicht geworden. Immerhin kärchern sie mir gleich noch Hose und Stiefel ab.

Ich lasse mich vom Navi zu Billie’s Hostel leiten. Billie ist ungefähr 60, hat graue Haare und dicke Möpse – also, Hunde. Das Passwort für den Internet-Zugang ist der Name von Mops 1: Franky. Und während ich hier so sitze und schreibe, hockt Mops 2 neben mir, schaut mich mit seinen Glubschaugen an, rollt die Zunge und versucht laut schnaufend Luft durch seine klein gezüchtete Nase zu bekommen.

Durch das offene Küchenfenster dringt der Duft von frischem Gras – gedrehtem, nicht gemähtem. Für sieben Dollar wasche und trockne ich meine Wäsche, setze mich anschließend in den Gemeinschaftsraum und schreibe den Blog der vergangenen zwei Tage nach. Irgendwie muss sich der Schlauch meiner Trinkblase im Rucksack ein wenig geöffnet haben, jedenfalls sind meine Turnschuhe leicht feucht und schlimmer noch: das Lesegerät für die Speicherkarten. Zu allem Überfluss hat sich noch ein Keks aufgelöst und ist eine innige Verbindung mit den Anschlüssen des USB-Kabels eingegangen. Mit einer Nadel (danke Mädels für das Näh-Set!) pule ich minutenlang Schoko- und Keksstücke aus den Steckern. Ganz toll. Leider funktioniert das Lesegerät momentan nicht, vielleicht, wenn es wieder trocken ist.

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel