Panamericana 2012: Unterwegs von Alaska nach Feuerland Montana und Mexiko

Zum ersten Mal nutze ich heute meinen Nationalparkpass, den ich schon in Anchorage gekauft habe. Normalerweise kostet der Eintritt in den Glacier National Park selbst für Motorradfahrer happige 24 Dollar.

Foto: Heerwagen

Die Going-to-the-sun-road gilt als eine der schönsten Strecken in Montana. Leider bin ich zur Mittagszeit hier, die Sonne steht hoch am Himmel, kein schönes Licht. Die Strecke ist trotzdem sehr beeindruckend. Zwischen Nadelwäldern hindurch schlängelt sich die Straße immer weiter den Berg hinauf. Vorbei an einem See, rechts und links hohe Berge, teilweise mit letzten Schneeresten bedeckt, Wasserfälle stürzen aus großer Höhe ins Tal und speisen einen Gebirgsbach.

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Foto: Heerwagen

Links der Straße geht’s teilweise steil nach unten, flache Steinblöcke ersetzen die Leitplanken – das reicht vielleicht für ein Auto, aber nicht für ein Motorrad. Also schön aufmerksam weiterfahren. Auf 2025 Meter Höhe ist der Pass erreicht, Menschenmassen am Besucherzentrum, gar nicht mein Ding.

Ich esse ein paar Bananen, beantworte wieder Fragen zum Motorrad und fahre zurück ins Tal – einen Campingplatz suchen.

Später sitze ich am See, lese „Fernsüchtig“ von Klaus Denart, als wieder jemand nach dem Bike fragt, das ich hinter mir geparkt habe. Wir unterhalten uns kurz und keine drei Sätze später werde ich erneut vor Mexiko gewarnt. Und das muss ich mir von einem sagen lassen, der wahrscheinlich noch nicht einmal einen Reisepass besitzt – wie übrigens 80 Prozent (2007) aller US-Amerikaner… 

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Foto: Heerwagen

Keine Frage, an vielen Stellen Mexikos sollten sich Touristen besser nicht aufhalten, schon gar nicht nach Einbruch der Dunkelheit. Ich kann mich allerdings gerade nicht erinnern, dass ich in den Nachrichten mal etwas über kürzlich ermordete Touris gehört oder gelesen habe. Sind es nicht immer nur Mitglieder von Drogenbanden, Polizisten oder Journalisten (die darüber berichten…) die getötet werden? Zur falschen Zeit am falschen Ort kann man auch in jeder deutschen Stadt sein. Ich bin keineswegs leichtsinnig und möchte natürlich in einem Stück und bestenfalls mit meinen spärlichen Habseligkeiten wieder zurück kommen.

Allerdings machen mir Länder wie Guatemala, Honduras oder Nicaragua momentan deutlich mehr Sorgen als Mexiko. Für diese Länder werde ich mir vielleicht noch einen anderen Motorradfahrer suchen, der da ebenfalls durch will. Vielleicht sollte ich mir einen guten Spruch oder eine gute Frage ausdenken, die ich dem nächsten Ami stellen kann, der mich vor Mexiko warnt. Vorschläge?

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