Seidenstraße

Sie ist vermutlich einer der ältesten Handelswege der Menschheit, der schon das Römische Reich durch halb Asien mit China verband: Die insgesamt 10000 Kilo­meter lange Seidenstraße, deren Verzweigungen ent­we­­der über Persien, Pakistan und den 4700 Meter ho­hen Khunjerab-Pass verliefen oder nördlich des Kaspischen Meers via Tadschikistan, Kirgisistan und Kasachstan bis zur Wüste Gobi. Vor der undurchdringlichen Taklamakan-Wüste gabelte sich die Route noch einmal. Bereits vor über 2000 Jahren bewältigten Händ­­ler Teilstücke mit Pferden, Eselskarren und Lastenkamelen. Für die Gesamtstrecke wurden rund 290 Tage veranschlagt. Als Erster behaup­tete 1271 der Venezianer Marco Polo, den kompletten Weg zurückgelegt zu haben. (Was Fachleute inzwischen bezweifeln.) Die Route diente frei­­lich nicht nur dem Transport von Seide, auch andere Produkte und Ideen wanderten hier von Ost nach West und umgekehrt. So etwa die chinesische Kunst der Papierherstellung. Nach Jahrhunderten der Ab­schottung Chinas beginnt nun wieder der Handel auf den alten Routen. Fabrikneue Kleinwagen rollen über den Khunjerab nach Pakistan und schwer beladene Lkw mit Rohstoffen herüber. Gäbe es nicht die enormen Unwägbarkeiten in den Anrainerstaaten – die Seidenstraße wäre noch immer eine der faszinierendsten Reiserouten dieser Erde.
Anzeige

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote