Impressionen von Daniel Rintz Motorrad-Weltreise.

"Somewhere Else Tomorrow" Weltreise-Film und Nachfolgeprojekte Daniel Rintz ist wieder auf Tour

+++ UPDATE +++ 18. Juni 2015 +++ Der Weltreise-Film "Somewhere else tomorrow" des Dresdners Daniel Rintz hat in Deutschland und international große Beachtung gefunden. Im Herbst 2014 gewann die packende, gut eineinhalbstündige Reise-Doku den ersten Preis beim New Yorker "Motorcycle Film Festival".

Foto: Rintz
Impressionen von Daniel Rintz Motorrad-Weltreise.
Impressionen von Daniel Rintz Motorrad-Weltreise.

Derweil ist Daniel Rintz wieder unterwegs. Diesmal mit einer etwas moderneren BMW GS und seiner neuen Lebensgefährtin Joey. Es geht durch Nord-, Mittel- und Südamerika (Reiseblog: www.open-explorers.com).

Unterwegs haben Daniel und Joey den Trailer für die 2015er-Ausgabe des Motorrad-Film-Festivals (Ende September wieder in New York) gedreht. Der 90-Sekunden-Clip ist auch ein Appetithappen auf einen möglichen zweiten Teil von „Somewhere else tomorrow“ - sehr sehenswert und macht Lust auf mehr.


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Somewhere else tomorrow

Kinoreifer Stoff ist meist erfunden oder erfindungsreich nacherzählt. Nicht so dieser. Denn der Film "Somewhere Else Tomorrow" ist nicht nur eine wahre Geschichte, er liefert auch ein intensives, ungeschminktes und manchmal auch erschreckendes Abbild dieser Welt.

2008 war der damals 30-jährige Daniel Rintz aus Dresden auf einer leicht modifizierten BMW R 80 G/S aufgebrochen, die Welt zu umrunden – ohne vorgebuchte Hotels, ohne Filmteam im Begleitauto, ohne doppelten Boden mit vier Kreditkarten.

Daniel ist nur mit seinem Freund Lars auf einer zweiten BMW und dem mutigen Plan unterwegs, das Geld für die Reise durch Arbeit irgendwo schon zu verdienen, irgendwie. Und mit einer Menge Neugier auf die Welt. Einzige Absicherung ist die Möglichkeit, via Satellit weltweit immer und überall online zu gehen.

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Foto: Rintz

Kein Reisepartner mehr, kein Geld, Motorrad kaputt

Nach knapp einem halben Jahr macht Lars in Syrien wieder kehrt. Daniel ist ab hier auf sich allein gestellt. Das erste Film-Drittel war bis dahin noch etwas mühselig angelaufen und mit teils witzigen, teils aber auch eher sperrigen Dialogen anmoderiert. Doch ab der Durchquerung des Iran und mit wachsender Entfernung von Deutschland gewinnt die Real-Handlung dramatisch an Fahrt. Rund eine Stunde lang sitzt man als Zuschauer quasi auf dem Sozius-Sitz von Marianne, wie Daniel seine mit einem 1000er-Zweiventil-Boxer aufgerüsteten G/S liebevoll nennt.

Das politisch instabile, gefährliche Pakistan will Daniel innerhalb von vier Tagen durchqueren und hinter sich lassen. Aber ausgerechnet hier streikt Marianne und es beginnt ein Alptraum. Ein Kugellager im Kardan ist zerbröselt, Ersatzteile gibt es nicht. „Ich hatte keinen Reisepartner mehr, mir ging das Geld aus, mein Motorrad war kaputt, und ich war an dem Ort, an dem ich am wenigsten sein wollte. Ich hatte immer noch Ziele, aber ich habe mir keine Gedanken mehr gemacht, wie ich sie erreiche,“ sagt Daniel in die Kamera.

Doch obwohl die Situation völlig hoffnungslos erscheint, findet sich ein Ausweg. Der Trip geht in den folgenden Monaten weiter: Indien, Nepal, Tibet, China, Laos, Thailand, Australien... Zwei Jahre, acht Monate, 27 Länder und unzählige Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen und ihren Ängsten, Nöten und Gefühlen. Daniel Rintz gelingt es, in den 103 Minuten dieses Film dem Zuschauer hiervon wenigstens eine kleine Ahnung zu vermitteln. Seine intensiven Bilder berühren.


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