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Nach der Wahl der Kulturhauptstädte in Europa auf Essen, Pécs - in Ungarn und Istanbul - in der Türkei - fiel, machte sich der sich der Wahl-Essener Dirk Schäfer auf den Weg diese zu besuchen. 2700 Kilometer führt der Weg von Istanbul bis Essen, vorbei an sehenswerten Denkmälern.

Unterwegs in Kulturhauptstädten Motorradreise von Istanbul bis ins Ruhrgebiet

Jedes Jahr kürt Europa die Kulturhauptstädte des Kontinents, in diesem Jahr Essen, Istanbul und Pécs. Keine Ahnung, wo Pécs liegt? Hatte der Wahl-Essener Dirk Schäfer auch nicht, bis er Istanbul besuchte. Pécs liegt in Ungarn, auf direktem Weg von Istanbul nach Essen. Dazwischen 2700 Kilometer neues und altes Europa. Also los.

Türkei, Istanbul. Die ersten Sonnenstrahlen schmelzen den Dunst über der noch stillen Bucht des Goldenen Horns. Draußen auf der Meerenge Bosporus bahnen sich Containerschiffe und Tanker ihren Weg vom Schwarzen Meer ins Marmarameer. Hier an der Galatabrücke bekommen die ewig krächzenden Möwen mit jeder Minute mehr lärmende Konkurrenz. Straßenbahnen dröhnen über die Brücke, und die Sirenen der Bosporusfähren mit den ersten Pendlern tönen unter ihr bis ans asiatische Ufer. Fast beiläufig ist das Klimpern von Löffeln zu hören, die durch heiße Teegläser gerührt werden. Irgendwo wird hier immer Tee getrunken.

Zum Sonnenaufgang bin ich mit Savas an der Galatabrücke verabredet. Er hat ganz Amerika alleine auf einer Kawasaki KLE 500 durchquert. Für einen Tag wird er mir seine Heimatstadt zeigen. "Siehst du, wo auf der anderen Seite des Bosporus die Fähren anlegen?" Ich blinzle an Savas‘ Arm vorbei. "Der Hafenbahnhof von Haydarpasha. Wir fahren mit der Fähre rüber." Zu zweit auf der BMW Xchallenge manövrieren wir durch die tosenden Automassen zum Sirkeci-Hafen unterhalb des Topkapi-Palasts.

"Sirkeci und Haydarpasha sind die Endstationen für die Eisenbahnen aus Europa und Asien. An der einen endet der Orient-Express und an der anderen die Bagdad-Bahn. Haydarpasha ist extra für die Kulturhauptstadt saniert worden." Saniert oder nicht: Istanbul ist Kulturhauptstadt, so, wie sie ist. 8000 Jahre Geschichte lassen sich selbst mit gläsernen Wolkenkratzern und achtspurigen Autobahnen nicht verleugnen.

Die Xchallenge lehnt zusammen mit einem unidentifizierbaren Zweiradhaufen an der Bordwand. Mit jedem Meter, den unsere Fähre hinaus auf den Bosporus gewinnt, werde ich stärker verzaubert: die Minarette, die Paläste, die Bucht des Goldenen Horns, das Gewimmel der Schiffe. Hier ist der Ort, an dem Kontinente Geschichte schrieben, und mit jeder salzigen Brise des Meers atmet man sie ein.

"Vor Jahren ist mal ein Tanker auf dem Bosporus explodiert." Savas redet gegen den Wind an, als wir von der Fähre rollen. "Damals sind sogar die Einfassungen der Fenster von Haydarpasha geschmolzen." Am mächtigen Bahnhofsbau erinnert eine Bronzeplatte an die deutschen Ingenieure, die die Eisenbahnlinie von hier nach Bagdad bauten. Die Schienen für die Bagdad-Bahn, die das kaiserliche Deutschland näher an die Ölvorkommen im Nahen Osten bringen sollte, kamen von Krupp aus Essen. Bis dahin sind es rund 2700 Kilometer. Genau die Distanz, die ab morgen vor mir liegen wird.

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Foto: Schäfer
Der Start in Istanbul: Die Süleymaniye-Moschee thront über der Bucht des Goldenen Horns.
Der Start in Istanbul: Die Süleymaniye-Moschee thront über der Bucht des Goldenen Horns.

Seit Stunden schaue ich nur nach vorn. Die Reise durch die Nordtürkei liest sich wie die Interpunktion der Landschaft. Vereinzelte Bäume als Kommata, allein stehende Gehöfte als Stoppmarken fürs Auge. Die Worte warten in den minarettgezierten Orten und in der vorbeifliegenden Erde. Sie hat die Geschichte der Zeit in sich aufgenommen. Alexander der Große, die Römer, die Osmanen: Wer zu den Schätzen Asiens wollte, musste hier durch. Wer Europa erobern wollte, auch.

Mit der bulgarischen Grenze reise ich wieder in die EU ein. Lange bevor ich Sofia erreiche, spiegeln sich die Lichter der bulgarischen Hauptstadt am wolkigen Nachthimmel. Ich strande auf dem regennassen Kopfsteinpflaster des Vazrazhdane-Platzes. Gelbliches Licht aus einem Hoteleingang saugt mich an wie eine Motte das Licht. Der Nachtwächter gibt mir Quartier in einem der überall gleichen Zimmer und empfiehlt, die BMW ans Regenfallrohr des Hauses anzuketten. Sofia sei gefährlich. Ganz so riskant kann die Stadt nicht sein. Das Fallrohr ist aus schlabberigem Plastik.

Warum schwärmen eigentlich so viele für die Route 66 und niemand für den Autoput? Die Kultstrecke bringt mich durch Serbien zügig weiter nordwärts. Blechlegenden von Lada, Yugo und Zastava fahren durch ein Reservat, das Feinstaubgrenzwerte noch nicht kennt. Und die Rasthöfe vermitteln noch den spröden Charme sozialistischer Tage. Einen Aufreger im positiven Sinn gibt es aber immer noch: die Sicevo-Schlucht mit ihren 14 Tunneln. Der eigentliche Bringer aber ist der Canyon, durch den sich die Straße windet. Ein herrliches Fleckchen, wenn nicht gerade ein 40-Tonner durch die Tunnel röhrt.

In Backi Breg, dem letzten serbischen Dorf vor der ungarischen Grenze, tauchen Straßenlaternen die Häuser bereits in ein fahles Licht. Da, die Grenze! Seitdem die Binnengrenzen der EU ohne Passkontrollen auskommen, sind die Anforderungen an die Zöllner der Außengrenzen höher geworden. Menschenschmuggel, Drogen und Terroristen sind nur ein paar der Gefahren, vor denen sie uns schützen müssen.

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Foto: Schäfer
Weiter geht's in die nächste Kulturhauptstadt Pécs: Kulturelles Herz der Stadt: das Nationaltheater.
Weiter geht's in die nächste Kulturhauptstadt Pécs: Kulturelles Herz der Stadt: das Nationaltheater.

Mein Zöllner nimmt seine Sache sehr ernst: "Do you have Coca-Cola, Cigarettes?". "No." Er deutet auf den linken Alukoffer. "Open the box!" Jahrelange Erfahrung am Zoll wird ihm sagen, dass Motorradreisende Schmuggelware im linken Koffer transportieren. Der Riegel springt auf, und zuoberst prangen verschwitzte T-Shirts. Ohne weiter auspacken zu müssen, darf ich den Deckel wieder schließen. Er winkt mich durch, nicht ahnend, dass sich in der rechten Kiste gerade eine Flasche türkischen Efes-Biers Zutritt in sein Hoheitsgebiet verschafft.

Nur noch 25 Kilometer trennen mich in der tiefen Dunkelheit von der Donau, weitere 40 Kilometer von Pécs. Ich schicke eine SMS an Támas, meinen Gastgeber in Pécs, um eine kleine Verspätung anzukündigen. "Kein Problem. In 45 Minuten bist Du hier." Wäre ich vielleicht auch. Wenn da nicht bei Mohacs die Brücke über die Donau wäre. Diese Brücke entpuppt sich bei der Annäherung an den Strom als Fähre. Die wiederum entpuppt sich als außer Betrieb. Der Schein einer Taschenlampe nähert sich, fuchtelt mir im Gesicht herum.

"Donau hat hohes Wasser. Kein Schiff fährt", sagt eine harzige Stimme hinter der Taschenlampe. "Wo finde ich die nächste Brücke?" Die Taschenlampe gestikuliert flussaufwärts. "Wie weit ist es dann bis Pécs?" Die taschenlampenfreie Hand hält einmal fünf und einmal drei Finger ins Licht. Also acht Kilometer. Das ist ja kürzer als gedacht. Nach rund zehn Kilometern werde ich stutzig. Wenn es von der Fähre bei Mohacs 40 Kilometer bis Pécs sein sollten, kann die Route über die Brücke nicht nur acht Kilometer lang sein. Vielleicht fehlte einfach eine Null hinter der Acht? Irgendwann bin ich da, falle in tiefen Schlaf und genieße am anderen Morgen den Duft von Kaffee und den Beat von Balkan-Pop. Auf geht es ins Städtchen. Pécs hat sich herausgeputzt. Die Dächer der Bürgerhäuser sind frisch gedeckt, das Pflaster jünger als die Reifen auf der BMW. Wir stoppen am Széchenyi tér, dem Hauptplatz der Stadt. Támas deutet an das andere Ende des Platzes zu einer Moschee. "Pécs war fast 150 Jahre lang unter türkischer Herrschaft. Aus dieser Zeit ist viel erhalten geblieben. Auch wenn auf der Kuppel der Moschee statt des Halbmonds jetzt ein Kreuz steht."

Foto: Schäfer
Jetzt schnell weiter Richtung Essen und Ruhrgebiet.
Jetzt schnell weiter Richtung Essen und Ruhrgebiet.

Unterwegs in Europas Kulturstädten: Teil 2

Auf einer Bühne unterhalb der Kathedrale heizt eine Roma-Combo mit Flamencorhythmen ein. Wenige Ecken weiter posaunt eine Blaskapelle. Volksfeststimmung in einer Stadt, von der ich bis vor kurzem weder wusste, wie sie ausgesprochen wird, noch in welchem Land sie liegt. "Päitsch", sagt Támas.

Hoch über der Stadt verflüchtigt sich die Musik. Idyllisches Hügelland, Seen und Weiher leuchten im Nachtmittagslicht. Nur Richtung Südost entziehen sich große Flächen der Mittelgebirgsromantik. Dunkle Flächen, verfallene Industriekomplexe. Es sind die Hinterlassenschaften des Bergbaus, der den Menschen, wie im Ruhrgebiet, erst Arbeit gab und sie ihnen dann wieder nahm.

Támas verabschiedet mich ins Ungarn westlich des Balaton. Und da ist es kurviger als vermutet. Die Reifen werden wieder runder, und an der österreichischen Grenze kann ich der Versuchung nicht widerstehen, einen Abstecher über den Großglockner zu fahren. Kulturhauptstädte gut und schön, aber eine Motorradkultstätte zwischendurch ist auch nicht falsch. Auf der Passhöhe frischt es zwischen den alten Schneefeldern auf. Griffheizung an und an die Straße des Feuers denken, die mich in Essen erwartet.

Das Feuer ist längst erloschen, aber die Straße des Feuers ist lebendiger als je zuvor. Nach einem beschwingten Zweitagesritt vom Großglockner stehe ich jetzt in inmitten von Franzosen, Japanern, Holländern und vielen anderen auf Zollverein. Besser gesagt, an der Kokerei Zollverein. Ein Spalier von 304 Öfen, die mit infernalischen 1400 Grad Hitze Kohle zu Koks backten, gab der Straße des Feuers ihren Namen. Zollverein versorgte die Hüttenwerke mit dem elementaren Brennstoff für die Eisen- und Stahlproduktion. Ein Monstrum, als es in Betrieb war. Inzwischen spürt man hier den Pulsschlag des Neuen. Kunst statt Kohle. Kohle für Kunst.

Foto: Schäfer
Nun zur letzten der drei Stationen: Die Straße des Feuers glüht in Essen noch immer.
Nun zur letzten der drei Stationen: Die Straße des Feuers glüht in Essen noch immer.

Ein musealer Tempel, der Otto Normal hinter sich lässt, ist Zollverein trotzdem nicht. Im Gegenteil: Als sich die Besucherströme auflösen und ich auf dem Parkplatz Fotoapparat und Stativ wieder auf der Xchallenge verschnüre, kommt einer der Ordner auf mich zu: "Willste Dein Mopped nicht auffet Gelände fahr'n und mit ins Bild stellen? Sieht bestimmt nett aus." Der Mann kann Gedanken lesen.

Einen weiteren Tag mache ich noch Urlaub im Revier, das mir zur Heimat geworden ist. Fahre zu den anderen imposanten Kulissen, hinter deren Fassaden sich Neues tut. Dem mattbraunen Zylinder des Gasometers, in dem der größte künstliche Mond hängt und der Villa Hügel über dem Baldeneysee, in der die Unternehmerfamilie Krupp residierte. Die Schienen der Bagdadbahn fallen mir wieder ein. Die Welt war schon global, bevor wir anfingen von Globalisierung zu reden.

Wo ich schon am Baldeneysee bin, fahre ich noch auf einen Kaffee zum Scheppen, dem Motorradtreff im Ruhrgebiet. Wie immer parkt mindestens eine Handvoll Motorräder am See, und ich reihe mich in die Schlange der Kaffeebedürftigen ein. Wenn nicht gerade ein Bike gestartet wird, hört man aus dem Stimmengewirr das Klimpern von Löffeln die Milch und Zucker in den Kaffeetassen verrühren. Irgendwo wird hier immer Kaffee getrunken.

Städteinfos

Foto: Schäfer
Schimanski hat Ruh, die Kohlezechen auch.
Schimanski hat Ruh, die Kohlezechen auch.

Essen

Mit Essen wurde zum ersten Mal eine Stadt stellvertretend für eine Region zur Kulturhauptstadt gekürt. Damit wurde nicht nur der Wandel des Ruhrgebiets gewürdigt, sondern auch mit den Vorurteilen über eine Region gebrochen. Hier trifft aufeinander, was passt und was nicht passt, aber immer interessant ist. Das typische Lebensgefühl der Bewohner und die Energie dieser Region werden im Gesamterlebnis "Kulturhauptstadt" spürbar. Hübsch und hässlich, hohe Kunst, Loveparade, Eckkneipe und Sterneküche, Schrebergarten und Landschaftspark, Konzerthaus und Fußballstadion liegen immer ganz nahe beieinander, bilden einen dynamischen Dialog der Gegensätze. Die Geschichten von Künsten, den vielen Kulturen, den kreativen Industrien, von der zerstörten Natur und ihrer Rückgewinnung sind die Hauptelemente der vielen Events. Die besucherstärkste Aktion war das so genannte Still-Leben. Mehrere Millionen Menschen funktionierten 60 Kilometer der A 40 zwischen Dortmund und Duisburg einen Sonntag lang zur Kunst-, Picknick- und Flanierstrecke um. Auch über das Kulturhauptstadtjahr 2010 hinaus gibt es zahlreiche Programmpunkte in Essen und im Ruhrgebiet. Mehr Infos bei www.Ruhr2010.de

Foto: Schäfer
Vier gewinnt: Vier Türme am beeindruckenden Pécser Dom.
Vier gewinnt: Vier Türme am beeindruckenden Pécser Dom.

Pécs

Das ungarische Industriezentrum Pécs und Essen haben viele Gemeinsamkeiten. Der Niedergang des Kohleabbaus ist eine von ihnen. Gleichzeitig schaut man auf eine kulturelle Vielfalt und, besonders im Fall von Pécs, eine ebenso reiche wie wechselvolle Geschichte zurück. Römer und Türken prägten die Stadt ebenso wie Jahrhunderte später der sozialistische Einfluss. Trotz, oder gerade wegen ihrer bescheidenen Größe präsentiert sie sich als eine lebenswerte, übersichtliche und abwechslungsreiche Stadt. Für das gelungene Miteinander der bunt gemischten Nationen in der Stadt ist Pécs mit dem Friedenspreis der UNESCO ausgezeichnet worden. Pécs liegt nahe der kroatischen Grenze und ist Bischofssitz, Universitätsstadt und Komitatssitz des Komitats Baranya. Die klimatisch begünstigte Lage am Fuße der Mecsek-Berge und zahlreiche Baudenkmäler verleihen dem Ort eine mediterrane Atmosphäre. Außerdem ist Pécs Zentrum der Donauschwaben und Heimat von neun ethnischen Minderheiten mit eigenen Selbstverwaltungen.

Foto: Schäfer
Wässriges Nadelöhr: Der Bosporus trennt Europa von Asien.
Wässriges Nadelöhr: Der Bosporus trennt Europa von Asien.

Istanbul

Wieso wird eine Stadt Kulturhauptstadt, die nicht zur EU gehört? Mit der steten Erweiterung der EU wird neben je einem Bewerber aus den alten und neuen Mitgliedsländern auch eine Stadt aus den EU-Beitrittskandidaten gekürt. Istanbul blickt auf 8000 Jahre Geschichte an der Nahtstelle zwischen Europa und Asien zurück. Deshalb, aber auch weil Istanbul den kulturellen Austausch mit Europa fördern möchte, gab die Jury der EU der Stadt am Bosporus den Zuschlag. Nach der eigenen Identität suchen, so wie es das Ruhrgebiet 2010 tut, ist für Istanbul keine Option. Die Stadt hat zu viele Identitäten, die vertikal wie horizontal ineinander verschachtelt sind. Istanbul, das erst Byzanz, dann Konstantinopel hieß, ist die einzige Großstadt der Welt, die auf zwei Kontinenten liegt. Deren Reibung ist für den Kultur- und Wirtschaftsstandort enorm befruchtend, und so ist die Megacity fortschrittlicher als der Rest der Türkei.

Foto: Schäfer
Die Route von Istanbul nach Essen.
Die Route von Istanbul nach Essen.

Reiseinfos

Weil ohnehin ein Motorrad überführt werden musste, fuhr unser Autor von Istanbul über Pécs nach Essen und verband damit die fast auf einer Linie liegenden Kulturhauptstädte 2010

Anreise/Reisezeit:
Istanbul als Ausgangspunkt der Reise ist über eine Reihe von Routen zu erreichen. Neben dem Klassiker „Autoput“ durch die Staaten von Ex-Jugoslawien und Bulgarien bieten sich Fährverbindungen von Ancona/Italien nach Cesme/Türkei mit www.marmaralines.com an. Alternativ fährt der www.dbautozug.de in Kombination mit dem Optima-Express (www.optimatours.de) bis nach Edirne/Türkei. Außer im Winter ist die Route komfortabel zu bereisen. Auf dem Balkan und für die Alpenquerung ist zu den übrigen Jahreszeiten ein Extrapulli empfehlenswert.

Die Strecke:
Egal, ob mit dem Cruiser, Sportler oder der 125er: Die Route bietet gute bis beste Bedingungen für alle Bikes. Bei Abstechern von der Hauptroute wechselt der Straßenzustand schon mal eine Liga nach unten. Offroad-Einlagen sind besonders in der Türkei und den Balkanländern machbar. Für die Einreise in alle Länder genügt der Personalausweis. Die Grüne Versicherungskarte fürs Motorrad sollte für alle Länder gültig geschrieben sein. Falls nicht, muss an der Grenze eine Kurzzeitversicherung abgeschlossen werden. Auf den Autobahnen der bereisten Länder herrscht Mautpflicht.

Übernachten:
Die Übernachtungen in Istanbul und in Pécs wurden über das Portal www.couchsurfing.org, in dem reisebegeisterte Menschen anderen Reisenden Gästebetten zur Verfügung stellen, organisiert. In Sofia/Bulgarien boten das Renaissance-Hotel (www.renaissance.yes.bg) und in Maribor/Slowenien das Hotel Orel (www.termemb.si) ein angenehmes Dach über dem Kopf.

Aktivitäten:
In den Kulturhauptstädten Istanbul, Pécs und Essen gibt es mehr Programm, als sich im Rahmen eines Urlaubs abdecken lässt. Tipp Istanbul: mit der Fähre vom Stadtteil Sirkeci unterhalb des Topkapi-Palasts über den Bosporus nach Haydarpasha fahren und die unfassbaren Ausblicke genießen. Tipp Pécs: Die unterirdischen Grabkammern und Kapellen sind UNESCO-Welterbe und immer einen Besuch wert. Tipp Essen: Die Kokerei Zollverein gehört zu den beeindruckendsten Bauwerken, welche die moderne Industriegeschichte hervorgebracht hat. Hier sollte man sich unbedingt einer der angebotenen Führungen anschließen.

Karten:
Die Balkan-Karte von Freytag und Berndt für 9,95 Euro deckt im Maßstab 1:2000000 das ganze Reisegebiet bis nach Bayern ab. Alle Hauptrouten sind darin verzeichnet. Viele Verbindungen in den Ländern von Ex-Jugoslawien werden derzeit saniert oder neu gebaut. Es kann daher sein, dass die Karteninformationen nicht immer dem aktuellen Stand entsprechen.

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