"Wir müssen etwas tun!"

Zu drei Einträgen ins Guinness-Buch hat es Gerry Mayr bereits gebracht. Der Inhaber einer Zweiradwerkstatt in Konstanz prügelte 1998 einen Allrad-Pkw in 50 Tagen im Alleingang 23000 Kilometer weit über die Panamerikana,
im Jahr darauf eine Eigenbau-Enduro in nur 58 Tagen von Südafrika nach Ägypten. 2000 sorgte eine 41-tägige Rekordfahrt in einem Kleinlaster bis Israel für einen weiteren Eintrag. Nicht anerkannt wurden sein Sprint auf einem Roller rund ums Mittelmeer (siehe MOTORRAD 18/2002) und 2004 seine Hatz rund um Australien. Für die knapp 13000 Kilometer lange Strecke benötigte der Zweiradmechaniker im Sattel einer 125er-Derbi-Enduro lediglich 18 Tage!
Warum macht Gerry so was? »Um etwas
durchzusetzen!« Dabei geht es dem 39-Jähri-
gen bei der aktuellen
Rekordjagd weniger um den Beweis seiner Leidensfähigkeit, sondern darum, dass
er auf einen seiner
Meinung nach großen Missstand hinweisen will: Der Motorradführerschein ist zu teuer! Und schränkt dadurch Jugendliche zwischen 15 und 20
in ihrer Freiheit stark ein. »Freiheit setzt Mobilität voraus, und die ist
für die meisten fast schon unbezahlbar gewor-
den.« Die aktuelle Führerscheinpolitik bedürfe
einer umfassenden Reform, ansonsten drohe Motorradfahren zu einem Privileg der Wohl-
habenden zu werden. Für Gerry ein untragbarer Zustand in einem modernen Europa, das zwar seine Grenzen abbaut, es aber besonders jungen Deutschen immer schwerer gemacht wird, es zu bereisen – so wie er es ab dem 16. Lebensjahr auf einer Achtziger und diversen Motorrädern gemacht hat. Aus diesem Grund hat der Rekordfahrer die Aktion »Pro Freiheit – pro Mobilität« ins Leben gerufen, einen Brief an den Bundeskanzler geschrieben und alle Motorradfahrer
am 14. Oktober 2005 zu einer Kundgebung vor dem Reichstagsgebäude in Berlin eingeladen. »Wir müssen unbedingt etwas für unsere Freiheit tun!« Mehr zu Gerrys Mission steht auf seiner Internetseite: www.gerry.as.
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