Ratgeber: DEKRA, GTÜ, KÜS und TÜV Übersicht: Eintragungspflichtig, Eintragungsfrei, ABE &Co.

Bei den auf den folgenden Seiten aufgeführten Motorrad-Spezialisten der großen, bundesweit aktiven Prüfdienste erhalten Biker nicht nur HU- und AUK-Plaketten für ihre Maschinen, sondern ebenso kompetenten Rat, wenn es um Eintragungen oder andere motorradrelevanten Fragen geht.

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Alle zwei Jahre, wenn mal wieder die nächste Hauptunter-suchung (HU) oder Abgasuntersuchung für Krafträder (AUK) ansteht, beginnt bei so manchem Motorradfahrer hektisches Treiben. Wo war doch gleich die nächste Prüfstelle? Welche Unterlagen müssen mit zur Untersuchung? Auf welche Punkte achten die Prüfer besonders? Sind die seit der letzen HU angebauten Teile bereits in die Papiere eingetragen, oder müssen sie das gar nicht sein? Fragen über Fragen, die Motorradexperten jeder beliebigen Prüfdienstniederlassung fix beantworten können. Damit die Suche nach den richtigen Ansprechpartnern schnell und er-folgreich verläuft, hat MOTORRAD bei den Prüfdiensten von DEKRA, GTÜ, KÜS und TÜV ganz gezielt nach Niederlassungen mit Zweiradexperten gefragt.

In der Übersicht auf den folgenden Seiten findet sicher jeder eine Anlaufstelle in seiner Nähe.Dass die KÜS keine Experten benannt hat, liegt an deren Unternehmensstruktur, die auf einen ständig wechselnden Stamm an Freiberuflern und selbständigen Unternehmern aufbaut. Wer KÜS-Motorrad-Spezialisten in der Nähe seines Wohnorts sucht, findet diese per Internetrecherche. Auf www.kues.de einfach in der Suchmaske die gewünschte Postleitzahl eingeben.Doch nicht nur dann, wenn es um die HU und die AUK geht, die man sinnvollerweise bei einem gemeinsamen Prüftermin durchführen lässt, ist ein Anruf beim kompetenten Motorradprüfer hilfreich. Sie beab-sichtigen, Ihr Motorrad umzubauen, ungewöhnliches Zubehör an- oder Serienteile abzubauen? Wollen auf andere Reifen-dimensionen umschwenken, das Fahrwerk tieferlegen, den Soziusplatz entfernen, eine andere Bremse montieren? Sind sich aber nicht sicher, ob die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) das erlaubt? Dann sollten Sie sich vorab informieren, um sich nicht bei der ersten Verkehrskontrolle Ärger einzuhandeln oder bei der nächsten HU keine Plakette zu erhalten.

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Grundsätzlich liegen die Freigaben im Ermessen der Prüfingenieure und Sachverständigen. Die müssen sich jedoch strikt an die StVZO halten. Eine Eigenbau-Auspuffanlage, die den gesetzlich vorgeschriebenen Fahrgeräuschgrenzwert von aktuell 80 dB (A) überschreitet, hat ebenso wenig Chancen auf eine Eintragung wie eine Zubehör-Bremsanlage, wenn diese die erforderliche Mindestverzögerung in Höhe von 4,4 m/s² nicht erreicht.

Einzelabnahmen und die Überprüfung von Eigenbauten dürfen übrigens ausschließlich speziell ausgebildete Sachverständige durchführen. In den alten Bundesländern kümmert sich der TÜV darum, in den neuen Bundesländern die DEKRA – so lautet zur Zeit noch die offizielle Regelung.

Geht es hingegen um die Eintragung von Bauteilen mit ABE oder Teilegutachten, wie beispielsweise Brems- oder Fahrwerks-komponenten, Verkleidungen, Fußrasten, Krümmer oder Vergaserteilen, dann können auch alle anderen Prüfdienste weiterhelfen. Ein Anruf bei einer beliebigen Niederlassung und dem zuständigen Motorrad-Experten lohnt auf alle Fälle.

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Hauptuntersuchung (HU)

Motorräder müssen - auch dann, wenn es sich um Neufahrzeuge handelt - alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung. Wann der nächste Termin ansteht, geht aus den Fahrzeug-papieren hervor. Und wer sich die Plakette auf dem Kennzeichen anschaut, weiß ebenfalls, wann es soweit ist.

Wer vor dem Prüftermin die wichtigsten Kriterien selbst checkt (siehe nebenstehende Liste), sollte vor unliebsamen Über-raschungen sicher sein. Denn bei erheblichen, weil sicherheitsrelevanten Mängeln, gibt’s keine neue Plakette. Geringe Mängel wie beispielsweise eine zu lockere Kette oder eine defekte Instrumentenbeleuchtung werden meist mit dem Hinweis toleriert, dass der Schaden umgehend behoben wird.

Nachuntersuchung: Wenn es doch mal beim ersten Anlauf nichts mit einer Plakette war, weil vielleicht ein abgefahrener Reifen, eine unzulässige Auspuffanlage oder ein loses Lenkkopflager vom Prüfer als erheblicher Mangel eingestuft wurde, dann hat der Fahrzeugbesitzer genau einen Monat Zeit, um diese Mängel zu beseiti-gen. Zusammen mit dem Prüfbericht sollte er innerhalb dieser Frist zur Nachunter-suchung, bei der in erster Linie die Mängel-behebung interessiert. Wer jedoch länger als einen Monat wartet, muss erneut eine komplette HU inklusive der vollen Kosten über sich ergehen lassen. Und da die
Plakette ohnehin auf den offiziellen Termin rückdatiert wird, nutzt die Verzögerungstaktik kein bisschen - das gilt auch für den ersten HU-Anlauf.

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HU-Vorbereitung

Beleuchtung
Sämtliche Lampen müssen voll funktionsfähig und ihre Gehäuse unbeschädigt sein. Instrumenten- und Kennzeichenbeleuchtung nicht vergessen. 

Bremsen
Funktion? Zustand von Bremsscheiben (Riefen, abgenutzt) und Bremsleitungen (dicht)? Belagverschleiß? Außerdem Bremslichtschalter vorn und hinten kontrollieren.

Lenkung
Funktioniert das Lenkradschloss? Lenker von Anschlag zu Anschlag leichtgängig ohne spürbare Rastpunkte? Kein Lagerspiel spürbar?

Reifen 
Stimmen Reifengröße und -bezeichnung mit den Angaben in den Fahrzeugpapieren überein beziehungs-weise gibt es eine Unbedenklichkeits-bescheinigung für die Reifenpaarung? Ausreichend Profiltiefe vorhanden (min-destens 1,6 Millimeter)? Stimmt die Laufrichtung? Reifenoberfläche frei von Rissen, Beulen oder Schnitten?

Sonstiges 

Funktionieren Tachometer und Hupe? Motor, Getriebe, Kühlleitungen frei von Leckage (Öl oder Kühlflüssigkeit)? Federbein(e) und Gabelrohre funktions-fähig und dicht? Seiten- und Hauptständer in Fahrstellung gesichert?  „Motor-aus-“ Schalter und Zündunterbrecher o.k.?

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Abgasuntersuchung (AUK)

Alle Krafträder, die nach dem 1. Januar 1989 erstmals zu-gelassen wurden, müssen seit April 2006 im Zweijahresrhythmus zur AUK. Der Gesetzgeber schreibt als Obergrenze für den CO-Ausstoß bei Krafträdern ohne Katalysator 4,5 Volumen-Prozent und bei Modellen mit geregeltem Katalysator 0,3 Volumen-Prozent vor. Allerdings können die Fahrzeughersteller eigene Grenzwerte festlegen und diese den Prüfstellen bekannt geben. Motorräder, die technisch in Ordnung sind, sollten keine Probleme haben, diese Werte einzuhalten. Dennoch lohnt es sich, vor der Fahrt zur Prüfstelle einige Punkte selbst zu kontrollieren.

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Tipps für die Abgasuntersuchung

Ansaugstutzen
Nicht richtig sitzende oder poröse Exemplare saugen Luft an und beeinflussen die Abgaswerte. Hier hilft nur festziehen, abdichten oder Austausch.

Luftfilter 
Um tadellose Funktion zu gewährleisten, das Filterelement vor der AUK begutachten, eventuell reinigen. 

Zündkerzen 
Verschmutzte oder verschlissene Kerzen reinigen beziehungsweise gegen neue Kerzen mit dem vorgeschriebenen Wärmewert (siehe Handbuch) ersetzen.

Sonstiges 
Auch Steuerzeiten, Zündung und Ventilspiel beeinflussen das Abgasverhalten, lassen sich jedoch bei modernen, mit Elektronik vollgestopften Motoren bis auf das Ventilspiel von Hobbyschraubern nicht mehr einstellen oder überprüfen.

Geheimtipp 
Ausgiebiges Warmfahren vor der AUK. Am besten absolviert man einige Kilometer auf Autobahn oder Schnellstraße bei mittleren bis hohen Drehzahlen, damit Brennräume, Ansaug- und Abgaswege freigeblasen werden.

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Preise HU und AUK

Die von den Prüfdiensten verlangten Gebühren für Haupt- und Abgasuntersuchung unterscheiden sich nur geringfügig um wenige Euro und liegen nach offiziellen Angaben grundsätzlich zwischen 54 und 57 Euro (Komplettpreis, wenn beide Untersuchungen wie üblich bei einem gemeinsamen Termin wahrgenommen wer-den). Extra von Kiel nach München zu fahren, weil‘s dort vielleicht etwas günstiger ist, wäre also reichlich überzogen. Wer allerdings ohne-hin durch Deutschland kurvt, kann selbstverständlich an jeder beliebigen Prüfstelle die HU und AUK durchführen lassen. Sollte es wider Erwarten beim ersten Anlauf keine Plakette geben, ist eine Nachprüfung erforderlich. Die Kosten dafür unterscheiden sich hier deutlicher und liegen je nach Prüfdienst zwischen knapp zehn und rund 20 Euro.

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Eintragungsplichtig

Eintragungspflichtig
 
Bauteile oder Baugruppen, für die eine ABE oder ein Teilegutachten erforderlich ist und die in die Papiere eingetragen werden müssen. Ausnahme: Wird die ABE mitgeführt, ist der Eintrag nicht zwingend.

Ansaugstutzen/ Bremsarmatur/ Bremsbeläge/ Bremsflüssigkeitsbehälter/ Bremshebel/ Bremsleitungen/ Bremspedal/ Bremspumpe/ Bremsscheibe/ Bremszange/ Cockpitverkleidung/ Fahrwerkshöherlegung /Fahrwerkstieferlegung/ Federbein(e)/ Felgen/ Fußrastenanlage/ Gabel/ Gabelbrücke/ Gabelfedern/ Gabelstabilisator/ Getriebeabstufung/ Hauptbremszylinder/ Hauptständer/ Heckhöherlegung/ Hecktieferlegung/ Heckverkleidung/ Hinterradabdeckung/ Kettenrad (bei nicht identischer Zähnezahl)/ Kotflügel/ Krümmer (nur wenn sich Rohrführung oder Querschnitt ändern)/ Lampenmaske/ Lenker/ Lenkerenden-Blinker (bei aktuellen Motorrädern nur in Verbindung mit hinterem Blinkerpaar)/ Lenker-Klemmböcke (Riser)/ Lenkungsdämpfer/ Luftfilter/ Luftfiltereinsatz (bei verändertem Luftdurchsatz)/ Luftfilterkasten/ Reifen (bei Dimensionsänderung) Ritzel (bei nicht identischer Zähnezahl)/ Schwinge/ Seitenständer/ Sekundär-Übersetzung/ Sitzbank (bei massiven Veränderungen der Abmessungen)/ Soziushaltegriffe/ Tachometer/ Tank/ Vergaser/ Vergaser-Bedüsung/ Verkleidung/ Verkleidungskiel/ Verkleidungsscheibe

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Eintragungsfrei

Eintragungsfrei

Bauteile oder Baugruppen, die nicht in die Papiere eingetragen werden müssen und weder Teilegutachten, noch ABE oder EG-BE benötigen.

Batterie /Bordsteckdose /Drehzahlmesser /Gabelprotektoren /Gaszug /Gehäusedeckel /Gepäckträger (sofern keine maßgebliche Veränderung am Fahrzeug) /Griffgummis /Handschalen/-protektoren /Heizgriffe /Kerzenstecker (muss Spezifikationen bezüglich Funkentstörung entsprechen) /Kettenrad (bei identischer Zähnezahl) /Kickstarter /Kühlwasserschläuche /Kupplungsarmatur /Kupplungsflüssigkeitsbehälter /Kupplungshebel /Luftfiltereinsatz (bei unverändertem Luftdurchsatz) /Motorschutzwanne /Navigationsgerät /Öltemperatur-Direktmesser /Rahmen lackieren /Rahmenschützer/Sturzpads /Ritzel (bei identischer Zähnezahl) /Sitzbank (unter Beibehaltung der Originallänge; Haltevorrichtung für Sozius beachten) /Suchscheinwerfer (darf nicht während der Fahrt benutzt werden) /Vibrationsdämpfer (an Lenkerenden) /Warnblinkanlage /Zündkerzen (müssen Spezifikationen bezüglich Funkentstörung entsprechen)

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