MOTORRAD-Ölfibel: Additive Nahrungsergänzung für den Motor

Kraftstoff- und Öl-Additive reparieren nichts. Aber sie können den Motor reinigen, den Kraftstoffverbrauch senken und vor Verschleiß schützen. Wir klären, worauf bei diesen Zusätzen für Auto und Motorrad zu achten ist.

Quelle: Aral

Das bewirken Additive im Kraftstoff

[1] Niedrige Cetanzahl des Dieselsprits stört Verbrennungsablauf. Additiv erhöht die Zündwilligkeit -  Motorschonung durch weichere Verbrennung
[2] Schwefelarmer Diesel kann Pumpenverschleiß erhöhen. Ein Verschleißschutz-Additiv schmiert die Kraftstoffpumpe
[3] Düsenverkokung stört Gemischbildung. Additiv vermindert Ablagerungen im Einspritzsystem
[4] Korrosion im Kraftstoffsystem stört Betriebsverhalten. Auch dagegen gibt es im Sprit ein wirksames Additiv
[5] Schaumbildung beim Tankvorgang. Additiv verhindert störende Schaumbildung beim Tanken

Was für den Menschen die lebenswichtigen Vitamine und Spurenelemente sind, das sind die Additive für den Motor. Gerade im Kraftstoff oder Motoröl stecken viele dieser speziellen Chemikalien, die einen Zweck erfüllen: Sie reduzieren den Verschleiß des Antriebs. Nun ist es so, dass man im Zubehörhandel des Öfteren sogenannte Zusatz-Additive sieht – bringen diese Produkte überhaupt etwas, wenn bereits Motoröle und Kraftstoffe über ausreichend Additive verfügen? Auto- und Motorradhersteller sagen oft "Nein" und warnen vor der Nutzung der Zusatzstoffe, drohen sogar mit dem Entzug der Fahrzeuggarantie.

Wie immer im Leben ist das so eine Sache mit der Wahrheit. Ob sich ein Öl-Additiv bei einem neuen Motorrad oder Auto lohnt, darüber lässt sich streiten. So weit will es zum Beispiel Liqui Moly nicht kommen lassen. Die Firma ist einer der namhaftesten Hersteller von Zusatz-Additiven und versucht, Verbraucher zu beruhigen, indem eine Versicherung für den Fall einspringt, wenn eines ihrer Additive einen Motorschaden verursacht. "Bis jetzt hatten wir noch nie so einen Fall", sagt David Kaiser, Leiter der Entwicklung bei Liqui Moly.

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Foto: Eisele

Bei älteren Fahrzeugen dagegen kann der Einsatz auf jeden Fall etwas bringen und den Verschleiß reduzieren. Besonders viel  Stadtverkehr führt zu schädlichen Ablagerungen im Motor, hier eignet sich zum Beispiel ein spezieller Reiniger, der dem Motoröl kurz vor dem Ölwechsel zugegeben wird. Und wer für sein Fahrzeug immer nur einen qualitativ weniger hochwertigen Schmierstoff verwendet, kann das Öl mit einem Verschleißschutz-Additiv aufpeppen. Aber nur, wenn man zu Mitteln renommierter Hersteller greift. Denn viele Billigprodukte schaden mehr als sie helfen, da sie Teflon, Chlorparaffine oder abrasive Mittel enthalten.

Wichtig an dieser Stelle: Was gut für das Auto ist, ist es noch lange nicht für das Motorrad – gerade bei den Modellen mit  Nasskupplung. Das falsche Additiv oder die falsche Verwendung führt dazu, dass sie durchrutscht. Bei Liqui Moly darf daher das Bike-Additiv nur zu zwei Prozent der Ölmenge zugegeben werden.

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Foto: Eisele

Kraftstoff-Additive wirken

Einen großen Nutzen bei Motor­rad und Auto versprechen die Kraftstoff-Additive. Denn jeder Verbrennungsvorgang hinterlässt Rückstände, die sich als Abla­gerungen in Brennräumen, an Einspritzdüsen oder Ventilen fest­setzen. Bei Benzinmotoren bildet sich mit der Zeit auf den Einlassventilen eine Koksschicht, die den Einlassquerschnitt verengen kann und somit die Motorleistung reduziert. Bei Saugrohreinspritzung im Auto oder Motorrad wirken diese Verkokungen wie ein Schwamm: Sie saugen den Sprit auf und geben ihn unkontrolliert wieder ab, was sich negativ auf Motorlauf und -lebensdauer auswirkt.

Beim Diesel setzen die Ablagerungen die Einspritzdüsen­löcher zu. Bei Tests mit einem Kraftstoff minderer Qualität waren die Düsen bereits nach 20 Stunden Dauerbetrieb so weit zu, dass der Motor gut acht Prozent seiner Leistung verloren hatte. Gerade im Ausland müsse man mit minderer Spritqualität rechnen, weiß Liqui-Moly-Mann Kaiser: "Vor allem in Großbritannien, Italien, Spanien und Portugal schwanken die Qualitäten."

Fotos: Eisele

Hier lohnen sich die Kraftstoff-Additive ganz besonders. Aber auch bei uns sind sie von Nutzen – vor allem bei viel Kurzstreckenverkehr. Tests zeigten, dass die Additive sowohl bei Benzin- als auch Dieselmotoren die Ablagerungen nach wenigen Hundert Kilometern beseitigten.

Beim Zweirad kommen zum Teil noch andere Spritzusätze zum Einsatz, weil es beispielsweise noch viele alte Vergasermodelle auf den Straßen gibt. Hier sind dann effektivere Reiniger gefragt. Und da die Bikes während der Winterzeit meist eingemottet werden, braucht es noch einen Benzinstabilisator. Das Mittel schützt den Sprit während langer Standzeiten vor Alterung und Oxidation. Zudem verhindert es Korrosion im gesamten Kraftstoffsystem.

MOTORRAD-Öl-Spezial

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