Schrauber-Wissen: Polieren Metall schleifen und polieren

"Boah, sieht das gut aus - haste selber poliert?" - "Na klar", möchte man antworten, ohne dass einem die Nase wächst. 2Räder begab sich bei einer Honda CX 500 C auf die Suche nach Glanz und Gloria.

Polier-Set oder Polierwatte, selber schleifen und polieren oder besser den Profi ranlassen? 2Räder gibt Antworten.

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Polierwatte

Jetzt sind sie fällig, die Ventildeckel der Honda CX 500 C: Die Patina muss runter, strahlender Glanz soll her. Was liegt da näher, als sich in der nächsten Louis-Filiale die berühmte Polierwatte in der schwarzen Dose zu besorgen?

Gerade mal 6,95 Euro ärmer geht´s zurück in die Werkstatt. Wäre doch gelacht, wenn das Zeug nicht helfen sollte. Hat ja schließlich schon diverse Auspufftöpfe anderer Maschinen auf Hochglanz gebracht. Aber was ist das? Trotz kräftezehrendem Wienern, bis fast die Finger abbrechen, hat sich die Oberfläche des Ventildeckels kaum verändert.


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Vielleicht erstmal eine kleinere Fläche in Angriff nehmen, und tatsächlich: Nach großer Anstrengung glänzt der kleine Fleck endlich. Allerdings sind die Hände mittlerweile so verkrampft, dass an Weiterarbeiten nicht zu denken ist.

Was der 2Räder-Tester übersehen beziehungsweise nicht gelesen hatte: Die mit Reinigungs- und Konservierungsmitteln getränkte Putzwatte ist sehr gut zur Reinigung und Pflege von hochglanzpolierten Teilen geeignet, beinhaltet jedoch keine Schleifteilchen. Derart stark ermatteten Oberflächen wie bei unserer Honda ist damit also nicht beizukommen.

Polier-Set

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Na Klar! Der alte Klarlack muss ja zuerst runter, bevor das Polieren wirklich etwas bringt. Also Schleifpapier besorgt und auf dem Rückweg noch das achtteilige Polier-Set "De Luxe" (24,95 Euro) von Louis gekauft.

Den maroden Lack abzuschleifen dauert zwar ein wenig, aber die Vorfreude aufs Polieren ist groß. Unser Tester spannt seine alte Bosch in den Schraubstock und legt los, um dann gleich wieder aufzuhören - und Maske nebst Brille aufzusetzen.

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Die herumfliegenden Flusen der Polierscheiben sowie die feinen, schleifenden Substanzen aus der Polierpaste sind schlecht für die Gesundheit. Sorgsam tränkt der Tester die Scheiben mit Wachs und hält den Ventildeckel an die Bohrmaschine, dreht ihn dabei regelmäßig um 90 Grad.

Langsam verschwinden die Spuren des Schleifpapiers und nach einiger Zeit sieht einer der Deckel ganz passabel aus - perfekt ist jedoch anders. Die Polierpasten sind nun fast aufgebraucht und in der Werkstatt sieht es aus wie Sau.

Der Profi



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Für beide Deckel brauchen die Gebrüder Maiwald aus Stuttgart gerade mal 50 Minuten und 50 Euro. Geschliffen, gebürstet, hochglanzpoliert - so sieht Showroom-Look aus! Was macht den Unterschied? Erstens die jahrzehntelange Berufserfahrung, zweitens das teure Profi-Werkzeug.

Mindestens 2000/min sollte eine Bohr- respektive Schleifmaschine schon drehen; poliert wird mit Speed, nicht mit Kraft. Polierscheiben groß wie Radkappen und Dremel mit Aufsätzen für schwer zugängliche Stellen sind in der Metallschleiferei ein Muss. Hinzu kommt eine große Anzahl unterschiedlicher Pasten, die je nach Metall, Oberflächenvergütung und Zustand des zu bearbeitenden Werkstücks zum Einsatz kommen.


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Im Vergleich zum anstrengenden und nicht übermäßig von Erfolg gekrönten Heimeinsatz
ist der Gang zum Profi die vernünftige Alternative. Wer dem eigenen Metall jedoch regelmäßig zu Leibe rücken will, für den mag sich die Anschaffung entsprechender Maschinen und die Einrichtung einer Werkstatt vielleicht sogar lohnen.

Pflegetipps für Chrom




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Ist die Schutzschicht der Metalloberfläche (Klarlack, Anodisierung, etc.) erst einmal entfernt, sind hochglanzpolierte Oberflächen stark korrosionsgefährdet. Polierte Aluteile, die nicht neu lackiert werden, brauchen daher ständige Pflege.

Verchromte Stahlflächen sind viel härter als Aluminium, Kratzer lassen sich praktisch nicht herauspolieren. Dennoch empfehlen sich spezielle Chrom-Polituren. Um den Glanz zu bewahren, ist regelmäßiges Putzen und Wienern fast unerlässlich. Die Hilfsmittel gibt es beispielsweise bei Filialisten wie Polo, Hein Gericke und Louis.

Wo schleifen lassen?

Es genügt eine kurze Suche in den Gelben Seiten oder in Online-Verzeichnissen wie www.wlw.de und www.cylex.de, um Profis in seiner Umgebung auszumachen. Am besten vor der Beauftragung den Preis absprechen, denn manche Betriebe berechnen nach Zeitaufwand (je nach Region zwischen 30 und 60 Euro pro Stunde), andere pauschal nach jeweiligem Bauteil. Bei folgenden neun Betrieben im Bundesgebiet sind Motorradfahrer mit ihren Teilen willkommen:

  • Köpke Metallschleiferei, Siek, 0 41 07/90 88 68, www.koepke-metallschleiferei.de
  • Polierservice Bockhorn, Bockhorn bei Wilhelmshaven, Telefon 0 44 53/98 61 46 www.polierservice-bockhorn.com
  • Motobike Cottbus, Cottbus, Telefon 03 55/5 85 09 50, www.polierservice24.de
  • Tuning Pur, Lünen bei Dortmund, 02 31/98 22 88 66, www.tuningpur.de
  • Politec, Troisdorf, 0 22 41/1 62 79 55, www.politec.de
  • Custom Cars & Bikes, Dieburg bei Frankfurt, 0 60 71/54 99, www.ccb-gmbh.com
  • AF-Polierdesign, Gera, 01 72/9 00 37 66, www.af-polierdesign.de
  • Metallschleiferei Gerhard Maiwald, Stuttgart, Telefon 07 11/24 57 50
  • Felgendoc.com, Wang/Zieglberg bei München, 0 87 61/95 43, www.felgendoc.com

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