Wilbers Fahrwerksumbau namens Truman 48/1.

Fahrwerks-Tune-up für die Harley-Davidson Forty-Eight Frisches Fahrwerk von Wilbers

Schon bei leichtem Wellengang schwenken die Federelemente der Harley-Davidson Forty-Eight die weiße Fahne. Muss nicht sein, findet Wilbers und krempelt das Fahrwerk komplett um.

Ein Blick auf die Harley-Davidson Forty-Eight von Wilbers verrät es schon: Hier wurde die große Fahrwerksnummer aufgefahren. Originale Gabel und Federbeine wanderten komplett in die runde Ablage. Dafür kommen nun neue Parts zum Einsatz. An der Front werkelt eine 46 Millimeter messende Up­side-down-Gabel. Zwar fällt sie drei Millimeter schlanker aus als das Pendant aus Milwaukee, dafür glänzt sie mit verstellbarer Zug-, Druckstufe und Federbasis. Was aber noch viel wichtiger ist: Der Gabeltyp 46RR mit kohlenstoffbeschichteten Gleitrohren und geschlossener Gabelkartusche besitzt einen Gesamtfederweg von 120 Millimetern, original müssen 9,2 Zentimeter genügen. Und wo mehr Federweg vorhanden ist, kann dieser auch für mehr Komfort und sattere Dämpfung genutzt werden.

Serienmäßig eine Schwachstelle der Harley-Davidson Forty-Eight. Um die Kur komplett zu machen, spendierte Wilbers dem Truman 48/1 getauften Umbau – der Name leitet sich vom US-Politiker ab, der von 1945 bis 1953 Präsident der Vereinigten Staaten war – auch hinten das Beste, was das eigene Programm zu bieten hat. Das sind im Fall der Truman 48/1 die Federbeine 642 TS Nightline. Die schwarzen Dämpfer sind in Zug- und Druckstufe (High- und Low-Speed) sowie in der Federbasis justierbar und verfügen mit 63 Millimetern Arbeitsweg über neun Millimeter mehr Hub als die Serienpendants. Da die Gabel an jedem Holm gefräste Bremssattelaufnahmen aufweist, verbaute Wilbers zudem radiale Vier-Kolben-Zangen von Brembo samt 320er-Scheiben von Braking. Weitere Gimmicks (siehe "Der Umbau im Detail: Überblick und Kosten") runden den Umbau ab.

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Gabel führt das Vorderrad nun feiner

Viel wichtiger ist aber: Wie fährt sich das mit den hochwertigen und -preisigen Federelementen ausgerüstete Motorrad? Besser als die originale Harley-Davidson Forty-Eight. Die Gabel führt das Vorderrad feiner, wenngleich sie auf leichte Unebenheiten noch kommoder ansprechen dürfte. Zudem geht sie beim vollen Einsatz der perfekt mit einem Finger dosierbaren Bremse trotz fast komplett geschlossener Druckstufe auf Block, federt bis zum Anschlag durch. Fahrmanöver diesseits einer kräftigen Verzögerung meistert sie aber gut, das Mehr an Arbeitsweg macht sich positiv bemerkbar.

Prinzipiell gilt das auch für die Stereo-Federbeine hinten. Nur fällt deren Plus an Arbeitsweg geringer aus. Sie weisen daher eine straffe Dämpfung auf, lassen dafür bei Fahrern bis 90 Kilogramm noch Luft zum Gummi-Anschlagpuffer. Die Truman 48/1 von Wilbers betont damit das Sein unterm Strich viel mehr als den bloßen Schein, kann die grundsätzlichen Schwächen des Harley-Fahrwerks aber nicht ausmerzen. Professionelle Customer dürften sich trotzdem über die hochwertigen Fahrwerksbauteile freuen, für umbauwillige Privatschrauber sollen in Zukunft noch günstigere Lösungen folgen.

Der Umbau im Detail: Überblick und Kosten

Gabel Performance Titan2990 Euro
Gabelbrücken Wunderkind899 Euro
Federbeine 642 TS Nightline1499 Euro
Big Spoke Vorderrad Twin Disk1990 Euro
Big Spoke Hinterrad1990 Euro
Instrumentenhalter seitlich249 Euro
Brembo Radialzangen (Satz)599 Euro
MotoMaster Bremsscheibe 320 mm (Satz)599 Euro
Bremsleitungskit vorne229 Euro
Steckachse vorne Edelstahl249 Euro
Kotflügelumbau vorne (bei Anlieferung Original)229 Euro
Auspuff Zard Edelstahl konisch, schwarze Keramikbeschichtung1158 Euro
Summe Teile12.680 Euro

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