Grundlagen Alles rund ums Rad

Läuft alles rund an den Rädern und Reifen? Dann steht dem ungetrübten Fahrspass nichts im Wege, selbst wenn es auf der Straße mal ungemütlich wird. 2Räder sagt, worauf bei Reifen und Rädern zu achten ist.

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Reifenkennzahlen

Bei der Reifennormierung hat sich in den letzten Jahren ein einschneidender Wechsel vollzogen. Bei älteren Reifenbezeichnungen wurden die Reifenmaße in Zoll angegeben. Aktuelle Motorradreifen sind nach der japanischen Reifennorm Jatma gekennzeichnet. Motorradreifen für schnelle Maschinen sind zusätzlich mit Zahlen für die maximale Geschwindigkeit und maximale Tragfähigkeit des Pneus auf der Reifenflanke gekennzeichnet. Sehr wichtig sind der Hinweis auf Schlauchreifen („tube type”) und Schlauchlosreifen („tubeless”) sowie das ebenfalls verschlüsselte Produktionsdatum des Reifens (DOT-Kennzeichnung).
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Wofür stehen diese Werte? 190: Reifenbreite in Millimeter. 50: das Querschnittsverhältnis von Höhe und Breite in Prozent. Z: maximal zulässige Geschwindigkeit (über 240 km/h). R: Radialbauweise; 17: Felgendurchmesser in Zoll.
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Wie alt ist der Reifen? Die DOT-Kennzeichnung gibt das Produktionsdatum an. Dieser Reifen mit der Kennzahl 2007 ist in der 20. Kalenderwoche des Jahres 2007 hergestellt worden. Neureifen sollten nicht älter als fünf Jahre sein.

Reifenverschleiß

Für Fahrer von Tourenbikes spielt der Reifenverschleiß eine große Rolle. Wer mag schon auf einer Reise neue Gummis aufziehen? Die Profiltiefe muss mindestens 1,6 Millimeter betragen. Wer mit weniger erwischt wird, riskiert Bußgeld und Punkte. Um den Verschleiß zu verringern, setzt man bei Straßenreifen zunehmend auf Lösungen aus dem Rennsport: In der Laufflächenmitte kommen härtere, im Schulterbereich, wo der Reifen in Schräglage beansprucht wird, weiche, griffige Gummimischungen zum Einsatz.
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Reifenverschleiss messen: Die Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm und kann an speziellen Profilerhöhungen erkannt werden.

Ventilstellung

Ob die Ventilkappen aus Kunststoff oder Metall sind, spielt nur eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, dass sie im Innern eine Gummidichtung besitzen und stets auf das Ventil aufgeschraubt sind. Eckventile erleichtern nicht nur das Reifenbefüllen und die Druckkontrolle; bei schnellen Bikes verhindern die quer stehenden Ventile Luftverlust bei Höchstgeschwindigkeit.
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Verschlusssache 1: Abgewinkelte Ventile schützen vor plötzlichem Druckverlust.
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Verschlusssache 2: Ventile müssen mit einer stabilen Kappe (Metall oder Kunststoff) gesichert sein.

Luftdruck checken

Falscher Luftdruck beinflusst das Fahrverhalten immens. Motorradfahrer sollten sich grundsätzlich eine regelmäßige Kontrolle angewöhnen; so kann man auch schleichende Plattfüße rechtzeitig erkennen. Kontrolliert wird immer bei kaltem Reifen.  Die korrekten Werte stehen im Handbuch und sind bei vielen Motorrädern zusätzlich auf der Schwinge oder dem Kettenschutz aufgeklebt.
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Kontrollinstanz 1: Handliche Luftdruckprüfer gibt es für rund 20 Euro im Fachhandel.
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Kontrollinstanz 2: Die Werte gelten grundsätzlich für kalte Reifen.

Felge prüfen

Ein ungewöhnlich Schwammiges oder gar holpriges Fahrverhalten kann auch von beschädigten Felgen verursacht werden. Dann ist es Zeit, die Felgen auf korrekten Rundlauf zu untersuchen. Bei Motorrädern mit Hauptständer ist das schnell geschehen: Als Messwerkzeug dient ein Schraubendreher oder ein simples Stück Holz, welches an der Schwinge fixiert wird. Dann wird das Rad von Hand gedreht. Der  Abstand zur Spitze des Schraubendrehers muss immer gleich bleiben. Drahtspeichenräder lassen sich eventuell durch Spannen richten, Gussräder müssen ausgetauscht werden.
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Ein faules Ei? Beschädigte Felgen, die keinen korrekten Rundlauf haben und eiern, lassen das Motorrad schwammig und holprig erscheinen. Die Kontrolle ist recht einfach: Mittels eines simplen Schraubenziehers lässt sich flink kontrollieren, ob das Rad eiert.

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