Grundlagen Benzinspartipps

Viel Gepäck, viel Spaß am Gasgriff – bedeutet das auch viel Verbrauch? Nicht unbedingt.

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Zugegeben: Wer Motorrad fährt, macht das in erster Linie aus Spaß am dynamischen Freiluftvergnügen. Die Frage nach Sinn oder Unsinn, nach Vernunft oder Unvernunft steht dabei nicht unbedingt an erster Stelle. Trotzdem kann jeder Motorradfahrer mit etwas Überlegung den einen oder anderen Liter Benzin sparen, ohne als rollende Schikane durch die Gegend zu zuckeln.

 

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Foto: Gargolov

Neun Spartipps

Drehzahl runter
Egal, ob bei der Ortsdurchfahrt, beim Landstraßenschwingen oder der monotonen Autobahnfahrt: Der fünfte oder sechste Gang senkt Drehzahl und Verbrauch spürbar. Das gilt vor allem auf Landstraßenabschnitten bei konstanter Geschwindigkeit und mit wenigen Brems- und Beschleunigungsvorgängen.

Auf hohe Drehzahlen verzichten
Insbesondere großvolumige Motoren ziehen im Bereich des maximalen Drehmoments (siehe Daten im Fahrerhandbuch) oder noch deutlich darunter mit Volllast sehr kräftig durch.

Der Bereich des maximalen Drehmoments
kann zur besseren Übersicht auf dem Drehzahlmesser mit Klebestreifen markiert werden.

Schlechte Aerodynamik  
verursacht einen unnötig hohen Verbrauch. Wer in der Flatterjacke oder mit leeren Packtaschen oder Topcase über die Autobahn braust, verfeuert unnötig viel Sprit. Mit eng anliegendem Fahreranzug und einem gut geschnürten Rucksack fürs kleine Gepäck anstatt des großen Topcases sinkt der Verbrauch je nach Tempo um bis zu einen Liter/100 km. Denn Topcase und Packtaschen verschlechtern vor allem bei Solofahrten die Aerodynamik, weil die Luftströmung hinter dem Fahrer wieder in die Fahrzeugmitte gelenkt wird und auf das Gepäcksystem prallt. Nur im Soziusbetrieb liegt das Topcase tatsächlich im Windschatten des Beifahrers.

Ist der Luftfilter verschmutzt  
oder durch Öl aus der Motorentlüftung verklebt, stimmt das Verhältnis von Luft zu Kraftstoff nicht mehr, Motoren ohne Lambdaregelung überfetten, der Verbrauch steigt.

Bei älteren Maschinen
mit mechanischer Betätigung der Kaltstartvorrichtung („Choke”) kann es vorkommen, dass schlecht laufende Züge oder schwergängige Kaltstartkolben die Zusatzdüsen nicht mehr ganz schließen, wodurch ständig zu viel Kraftstoff angesaugt wird, der Verbrauch ansteigt und die Zündung wegen verrußter Kerzen aussetzt.

Schlecht geschmierte, verschlissene oder zu straff gespannte Antriebsketten  verschlechtern den Wirkungsgrad durch eine hohe Reibung und erhöhen den Verbrauch speziell bei höheren Geschwindigkeiten.

Der Reifenfülldruck
hat ebenfalls Auswirkungen auf den Benzinverbrauch, weil er den Rollwiderstand beeinflusst. Für Autobahnfahrten ist deshalb immer der höchste empfohlene Druck zu wählen. Bei der Landstraßenfahrt haben dagegen Kurvenhaftung und Eigendämpfung Vorrang, deshalb die hierfür empfohlenen Werte aus dem Fahrerhandbuch übernehmen.

Ökonomisch fahren
lohnt sich auf Strecken ohne spaßige Kurven in jedem Fall. Geht es jedoch zügig durchs Labyrinth, sollte man sich auf die dynamische Fortbewegung, nicht auf den Verbrauch konzentrieren. Auch hier: Lieber bei halber Drehzahl Vollgas geben als mit plärrender Dreherei sinnlos Kraftstoff abfackeln.

Beim Überholen allerdings sollte auch der sparsamste Sparer aus Sicherheitsgründen kompromisslos beschleunigen und, wenn es sein muss, den Motor mit Vollgas bis in den roten Bereich drehen.

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