Grundlagen Die richtige Fahrschule

Wer sich heute für den Motorradführerschein anmeldet, muss mit Kosten von 1500 Euro oder mehr für die Fahrerlaubnis rechnen. Doch der Preis ist nicht alles. Die Qualität der Ausbildung sollte stimmen.

Foto: Schümann
Fahrschule ist nicht gleich Fahrschule, vor allem wenn es ums Motorrad geht. Zwar gibt es so gut wie keine Fahrschule, die neben der Auto-Ausbildung nicht auch die Schulung auf dem Motorrad anbietet. Dennoch kann das Niveau der Ausbildungsqualität – vor allem beim Bike – genauso schwanken, wie das der Preise. Die Preise vorab zu erfragen ist keine Kunst. Was aber sind Hinweise darauf, dass man als Klasse-A-Schüler vom Fahrlehrer bestmöglich auf den verantwortungsvollen Umgang mit einem leistungsstarken Motorrad vorbereitet wird? Schwierig, besonders wenn man selbst noch wenig bis keine Ahnung von der Materie hat. 2Räder gab die Frage weiter an Motorrad-Profi Eberhard Wenz, der auf 20 Jahre Motorrad-Ausbildung zurückschauen kann. Sein Fazit: „Der Fahrlehrer sollte selbst aktiver Motorradfahrer sein. Allein die Lizenz zur Ausbildung reicht nicht!” Was die Kosten des Motorradführerscheins angeht, so hat sich 2Räder von einer Stuttgarter Fahrschule Kostenpläne aufstellen lassen für drei durchschnittlich verlaufende Ausbildungen der Klassen M (früher 4), A1 (früher 1b) und A beschränkt (früher Stufenführerschein Klasse 1 bis 34 PS). Fahrschulpreise können deutschlandweit je nach Bundesland und Einwohnerdichte stark variieren.
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Profi-Tipps

„Einer Fahrschule siehst du von außen nicht an, ob sie gut ist oder ob sie speziell eine gute Motorradausbildung bietet. Um das beurteilen zu können, muss man mit dem Fahrlehrer sprechen. So sollte der Fahrlehrer selbst aktiver Motorradfahrer sein, damit er nicht den alten Quatsch von vor 20 Jahren erzählt. Mindestens die Überland- und die Autobahnfahrten sollten vom Fahrlehrer auf dem Motorrad begleitet werden. Das gibt dem Fahrschüler die richtige Kurvenlinie vor und ist für ihn auch psychologisch beruhigend. Grundsätzlich sollte man sich den Fuhrpark der Fahrschule zeigen lassen, ebenso die angebotene Schutzkleidung. Die Fahrschulmotorräder sollten halbwegs aktuelle Modelle sein, handlich, nicht zu groß, nicht zu schwer, idealerweise kann die Fahrschule noch eine andere Sitzbank (höher oder tiefer) anbieten. Das Angebot an Schutzkleidung sollte möglichst vollständig sein. Man sollte fragen, ob eine spezielle Motorrad-Theorieausbildung durchgeführt wird. Hiervon sind vier Lektionen Vorschrift, aber die werden gern übergangen. Doch ein Fahrlehrer soll ruhig auch zeigen und erklären, wie man zum Beispiel eine Antriebskette schmiert. Dann sollte man sich informieren, wo die Basisausbildung stattfindet. Das sind die ersten Fahrstunden, die sollten nicht im Straßenverkehr abgehalten werden, sondern in einem abgesperrten Schonraum, z.B. auf einem großen, aber leeren Parkplatz. Erste-Hand-Infos über die Qualität einer Fahrschule lassen sich von Freunden und Bekannten erfahren: Erkundigt euch, wer mit welcher Fahrschule und welchem Lehrer was für Erfahrungen gemacht hat.”
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Führerschein-Klassen

Zweirad

A unbeschränkt:
Motorrad, Direkteinstieg ab 25 Jahren, sonst nach zwei Jahren Stufenführerschein
 A beschränkt:Motorrad mit max. 34 PS (Stufenführerschein), ab 18 Jahren
 A1:Leichtkraftrad bis 125 cm3 und max. 15 PS, keine Geschwindigkeits-Begrenzung; für 16- bis 17-Jährige max. 80 km/h, ab 16 Jahren
 M:Kleinkraftrad (Mokick) bis 50 cm3 und max. 45 km/h, ab 16 Jahren
 Mofa-Prüfbescheinigung:bis 50 cm3 und max. 25 km/h (Wer vor dem 1. 4. 1965 geboren ist, benötigt keine Prüfbescheinigung), ab 15 Jahren


 

 
PKW / LKW / Bus /Sonstige

B:
Pkw bis 3,5 t, Anhänger max. 750 kg, ab 18 Jahren
BE: Pkw bis 3,5 t, Anhänger über 750 kg, ab 18 Jahren
C1: Kfz 3,5 bis 7,5 t, Anhänger max. 750 kg, max. drei Achsen, ab 18 Jahren
C1E: Kfz 3,5 bis 7,5 t, Anhänger über 750 kg, max. drei Achsen, ab 18 Jahren
C: Lkw über 3,5 t, Anhänger max. 750 kg, ab 18 Jahren
CE: Lkw über 3,5 t, Anhänger über 750 kg, ab 18 Jahren
D: Bus, über acht Fahrgastplätze, Anhänger max. 750 kg, ab 21 Jahren
DE: Bus, über acht Fahrgastplätze, Anhänger über 750 kg, ab 21 Jahren
D1: Bus, neun bis 16 Fahrgastplätze, Anhänger max. 750 kg, ab 21 Jahren
D1E: Bus, neun bis 16 Fahrgastplätze, Anhänger über 750 kg, ab 21 Jahren
L: Traktor bis 32 km/h (mit Anhänger 25 km/h), Arbeitsmaschine und Stapler bis 25 km/h, ab 16 Jahren
T: Traktor bis 60 km/h, Arbeitsmaschine bis 40 km/h, ab 16 Jahren
S: Drei- und Vierrad (Quad) bis 50 cm3 und 350 kg, max. 5,4 PS und 45 km/h, ab 16 Jahren


 

 

 

 

 

 

 
 

 
 
 

 

 

Händler-Zuschüsse

Für Neueinsteiger, die frisch den Motorradführerschein gemacht haben oder eben erst machen, gibt es von BMW, Honda und Suzuki interessante Angebote. BMW und Honda zahlen ihren Kunden je 1000 Euro zum Führerschein dazu, wenn man beim Händler einen Kaufvertrag für ein neues Motorrad der Marke abschließt. Bei Honda stehen hierfür fünf Modelle zur Wahl: CBF 600/S, Hornet 600, CBR 600 RR; Transalp und Shadow Spirit; bei BMW gilt das Angebot für alle Bikes. Voraussetzung: Man muss die Führerscheinklasse A entweder 2008 (bei BMW ab 1. 8.) oder 2009 absolviert haben oder noch absolvieren. Suzuki bietet seiner neuen Kundschaft Ähnliches in Form einer Zuzahlung von 400 Euro zum Führerschein beim Kauf einer neuen GSR 600 ABS, Bandit 650/S ABS oder Bandit 1250/S ABS. Der Kauf der neuen Suzuki muss innerhalb von neun Monaten nach Bestehen der Führerscheinprüfung erfolgen. Auch die erste eigene Fahrerausstattung gibt’s für Führerscheinneulinge von BMW zu Sonderkonditionen: Das Paket aus Jacke, Hose, Stiefeln, Handschuhen und Helm (alternativ Enduro- oder Klapphelm) gibt’s für Einsteiger um rund 400 Euro vergünstigt – unabhängig vom Kauf eines BMW-Motorrads. Detail-Infos jeweils bei den Händlern der Marken!

Führerschein-Kosten

Klasse M
Grundgebühr 215,00 Euro
Lehrmaterial 27,20 Euro
6 Übungsstunden à 34,00 Euro 204,00 Euro
Vorstellung zur theoretischen Prüfung 46,00 Euro
TÜV-Gebühr theoretische Prüfung 10,09 Euro
Vorstellung zur praktischen Prüfung 87,00 Euro
TÜV-Gebühr praktische Prüfung 51,62 Euro
Anmeldung Führerscheinstelle 56,00 Euro
Sehtest/„Erste Hilfe“/Lichtbild 25,00 Euro
Gesamtkosten Klasse M 721,91 Euro



Klasse A1
Grundgebühr 232,00 Euro
Lehrmaterial 49,00 Euro
8 Übungsstunden à 35,00 Euro 280,00 Euro
Überlandfahrt, 5 Std. à 45,00 Euro 225,00 Euro
Autobahnfahrt, 4 Std. à 45,00 Euro 180,00 Euro
Nachtfahrt, 3 Std. à 45,00 Euro 135,00 Euro
Vorstellung zur theoretischen Prüfung 46,00 Euro
TÜV-Gebühr theoretische Prüfung 10,09 Euro
Vorstellung zur praktischen Prüfung 107,00 Euro
TÜV-Gebühr praktische Prüfung 77,72 Euro
Anmeldung Führerscheinstelle 56,00 Euro
Sehtest/„Erste Hilfe“/Lichtbild 25,00 Euro
Gesamtkosten Klasse A1 1422,81 Euro



Klasse A (beschränkt)
Grundgebühr 236,00 Euro
Lehrmaterial 49,00 Euro
8 Übungsstunden à 38,00 Euro 304,00 Euro
Überlandfahrt, 5 Std. à 49,00 Euro 245,00 Euro
Autobahnfahrt, 4 Std. à 49,00 Euro 196,00 Euro
Nachtfahrt, 3 Std. à 49,00 Euro 147,00 Euro
Vorstellung zur theoretischen Prüfung 46,00 Euro
TÜV-Gebühr theoretische Prüfung 10,09 Euro
Vorstellung zur praktischen Prüfung 118,00 Euro
TÜV-Gebühr praktische Prüfung 103,24 Euro
Anmeldung Führerscheinstelle 56,00 Euro
Sehtest/„Erste Hilfe“/Lichtbild 25,00 Euro
Gesamtkosten Klasse A (beschränkt) 1535,33 Euro



Hinweis: Die genannten Beträge liegen im preislichen Mittelfeld. Für die Musterrechnungen wurden keine oder nur geringe Vorkenntnisse (Fahrpraxis) des Fahrschülers vorausgesetzt. Fahrschüler mit Fahrpraxis (Mofa, Roller etc.) kommen ggf. mit weniger Übungsstunden aus. Die Überland-, Autobahn- und Nachtfahrten sind Pflichtstunden und müssen in jedem Fall gemacht werden (bei A1-Vorbesitz 6 Std. weniger). Mit „Erste Hilfe“ ist die Bescheinigung über die Teilnahme am Kurs „Sofortmaßnahmen am Unfallort“ gemeint, kein kompletter Erste-Hilfe-Kurs.

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