Grundlagen: Das E-Bike-Lexikon Alles über Elektro-Motorräder

Zwei Räder, Sattel oder Sitzbank, Motor - in dieser grundsätzlichen Wahrnehmung sind E-Bikes und Motorräder mit Verbrennungsmotor dasselbe. Geht man jedoch nur einen kleinen Schritt näher ran, überschlagen sich die Unterschiede.

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Foto: Jacek Bilski

Akku
Kurzwort für Akkumulator ("Anhäufer"): der Energiespeicher eines elektrisch betriebenen Fahrzeugs. Es kann hilfreich sein, wenn der Akku zum Laden aus dem Fahrzeug herausgenommen werden kann.

Booster
Ein Booster ruft kurzzeitig mehr Leistung ab, um beispielsweise eine Steigung zu bewältigen. Dauernder Booster-Einsatz würde den Akku beschädigen, weshalb ihn eine gut programmierte Elektronik gar nicht erst erlaubt.

 

Drehmoment
Eine Kraft, die über einen Hebel wirkt - was bei allen Rotationsmotoren der Fall ist -, erzeugt ein Drehmoment. Anders als Verbrennungsmotoren ist beim Elektromotor das Drehmoment konstant hoch, also unabhängig von der Drehzahl. Weil das Drehmoment unmittelbar verantwortlich für die Beschleunigung ist, beschleunigen E-Bikes aus dem Stand besonders gut, zumindest theoretisch. Praktisch beschränken einige Hersteller aus Sicherheitsgründen das Anfahrdrehmoment ihrer Fahrzeuge.

E-Bike
Als E-Bike bezeichnet 2Räder jedes Einspurfahrzeug mit Elektroantrieb, sei es ein Pedelec, ein Hybrid-Roller oder ein Elektromotorrad.

Eco-Mode
Einige Fahrzeuge bieten einen Eco-Mode (Öko-Modus) an, mit dem eine höhere Reichweite erzielt werden kann. Dies geschieht in erster Linie durch Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit, ist also so etwas wie ein umgekehrter Booster.


Einstufung
Elektrofahrzeuge bis 4 kW und 45 km/h gelten als Kleinkrafträder ("50er", Führerscheinklase M), bis 11 kW als Leichtkrafträder ("125er", Führerscheinklasse A1), darüber als Krafträder (Führerscheinklasse A).

 

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Helmpflicht
E-Bikes, die ohne Tretunterstützung gefahren werden können, unterliegen in Deutschland der Helmpflicht.

Hybrid
Im engeren Sinn ein Fahrzeug, in dem ein Verbrennungs- und ein Elektromotor arbeiten, zum Beispiel der MZ Emmely EL-2 Hybrid. Im weiteren Sinne alles, was zwei unterschiedliche Konzepte verbindet. Der Rahmen der aktuellen Ducati Monster-Baureihe ist z.B. ein Hybridrahmen: Das vordere Teil besteht aus einer Gitterrohrkonstruktion, das hintere ist gegossen.

Kapazität
Die Ladungsmenge, die ein Akku aufnehmen kann. Wird in Amperestunden (Ah) oder Kilowattstunden (kWh) angegeben. 48 Ah Kapazität bedeutet, dass der Akku z.B. 4 Stunden lang einen Strom von 12 Ampere liefern kann.

Ladedauer

Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren sind in wenigen Minuten wieder aufgetankt. E-Bikes brauchen, abhängig von ihrem Akku-Typ, dessen Kapazität und dem Ladegerät, deutlich länger, teilweise bis zu 8 Stunden, bis sie wieder voll geladen sind. Akkus, welche Schnellladung erlauben, sind noch recht teuer, ebenso die zugehörigen Schnellladegeräte.

Ladewirkungsgrad
Ein Maß für die Effizienz eines Akkus: Beim Laden wird nicht alle zugeführte Energie gespeichert, einiges geht zum Beispiel als Wärme verloren. Das Verhältnis von gespeicherter und zugeführter Energie ist der Ladewirkungsgrad. Benötigt ein 48-Ah-Akku beispielsweise 64 Ah, um voll geladen zu sein, hat er einen Ladewirkungsgrad von 75 Prozent. (48 / 64 = 0,75). Akkus auf Lithium-Basis erreichen bis zu 90 Prozent Ladewirkungsgrad, klassische Bleiakkus etwa 60 bis 70 Prozent.

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Pedelec
Das Kunstwort aus "Pedal" und "Electric" beschreibt es treffend: In den Genuss des Elektromotors kommt der Fahrer nur, solange er in die Pedale tritt. Pedelecs, deren mittlere Leistung auf 250 Watt beschränkt ist und deren Motor nur bis 25 km/h unterstützt, gelten als Fahrräder. Sie benötigen daher kein Versicherungskennzeichen und dürfen ohne Helm gefahren werden. Schnellere und/oder stärkere Pedelecs bis 45 km/h werden wie Kleinkrafträder ("50er") behandelt: Sie benötigen ein Versicherungskennzeichen, und der Fahrer muss den Mofa-Führerschein besitzen. Helmpflicht besteht trotzdem nicht.

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Nabenmotor
Ein Nabenmotor ist unmittelbar im Rad eingebaut, vermeidet also Leistungsverluste durch kraftübertragende Komponenten (Kette, Kardan, Riemen, Getriebe, etc). Elektromotoren sind dafür wegen ihrer Bauform und wegen ihres konstanten Drehmoments besonders geeignet. Allerdings werden die Räder durch den Motor sehr schwer ("ungefederte Massen"), was den Fahrkomfort verschlechtert.

Reichweite
Wie weit ein E-Bike mit einer Akkuladung fahren kann, hängt in erster Linie von der Akku-Kapazität ab. Außerdem verringern das Fahren mit hoher Geschwindigkeit, Steigungen und niedrige Temperaturen die Reichweite maßgeblich. Fahrwiderstände spielen bei den oft niedrigen Geschwindigkeiten eine weniger wichtige Rolle.

Rekuperation
"Wiedererlangung": Beim Bremsen oder Bergabfahren wird die Bewegungsenergie ähnlich wie beim Fahrraddynamo in elektrische Energie umgewandelt und im Akku
gespeichert.

Schnelladung

Einige moderne Akkus auf Lithium-Basis können mit besonderen Ladegeräten deutlich schneller voll aufgeladen
werden als herkömmliche Bleiakkus.

Zuladung
Weil E-Bikes häufig einen schweren Akku an Bord haben, sinkt die erlaubte Zuladung. Um eine Zulassung als 2-Personen-Fahrzeug zu erhalten, muss sie mindestens 150 kg betragen.

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