Grundlagen Kette, Kardan, Zahnriemen

Zahnriemen, Kette oder Kardan: Drei Antriebsarten haben sich bewährt, um die Kraft ans Hinterrad zu übertragen. 2Räder klärt über die unterschiedlichen Konzepte auf und sagt, wo Vor- und Nachteile liegen.

Zeichnung: Archiv

Die Kette

Die Kette

Der klassische Antrieb beim Motorrad, simpel und überschaubar aufgebaut. Eine Kette ist kostengünstig, aber pflegeintensiv.

+ Preiswerte Antriebsart, Schnell gewechselt, Geringes Gewicht

- Häufige Kontrolle erforderlich, braucht viel Pflege, verdreckt das Motorrad

Typische Vertreter
Sportler, Allrounder, Enduros, Chopper und Cruiser: Es gibt keine Motorradsparte, in
der nicht der Kettenantrieb zum Einsatz kommt.
Selbst bei BMW, wo man mit Vorliebe zum Kardanantrieb greift, wird in der kleinen Einzylinderbaureihe (F-Modelle) die Kette verbaut. Für die meisten Japaner ist der Kettenantrieb ohnehin Standard.

Pflege und Wartung
Hier ist ständige Kontrolle gefragt.  Ketten müssen regelmäßig mit speziellem Kettenfett geschmiert werden. Zudem ist der Durchhang zu kontrollieren und bei Bedarf nachzujustieren. Nach ungefähr 20000 Kilometern steht ein kompletter Wechsel von Kette, Ritzel und Kettenrad an.
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Zeichnung: Archiv

Die Kardanwelle

Langlebiges und äußerst wartungsfreundliches Antriebskonzept. Über eine Gelenkwelle wird die Kraft zum Hinterrad übertragen. Ein Nachteil ist das hohe Gewicht.

+ Sauber (geschlossenes System, Wartungsfreundlich, Im Vergleich Langlebig

- Aufwendige Konstruktion, Hohes Gewicht, Kostet Leistung

Typische Vertreter
Klassischer Anbieter von Kardanbikes ist die Marke BMW. Auch Moto Guzzi schwört auf den Antrieb per Gelenkwelle; hier ist jedes Modell mit einem Kardan bestückt. Bei japanischen Marken ist der Kardan nur sporadisch im Programm vertreten. Meistens wird er dann bei hubraumstarken Tourern oder Cruisern verwendet.

Pflege und Wartung

Der Kardanantrieb  gilt im Idealfall als wartungsarm. Bis auf gelegentliche Ölwechsel muss man sich beim Kardan um nichts kümmern. Dazu gilt er als äußerst langlebig. Problematisch und zudem teuer wird es aber, wenn Dichtungen versagen oder einzelne Bauteile getauscht
werden müssen.
Zeichnung: Archiv

Der Zahnriemen

Die Alternative zum Kettenantrieb: identisches Prinzip, nur mit anderen Werkstoffen. Vorteil gegenüber der Kette ist der geringe Wartungsaufwand

+ Wartungsarm, lange Lebensdauer, sauber (keine Schmiermittel)

- Braucht viel Platz, umständlicher Austausch, Aufwendiges Einstellen

Typische Vertreter
Besonders die USA-Kultmarken Harley-Davidson und Buell schwören seit Langem auf den Zahnriemenantrieb. Auch die neue F 800-Reihe von BMW wird so angetrieben. Der Clou: Sogar das Umrüsten von Kette auf Zahnriemen ist möglich. Die Kosten hierfür betragen rund 1500 Euro.
Infos unter www.vh-motorradtechnik.de

Pflege und Wartung
Zahnriemen müssen im Gegensatz zur Kette nicht geschmiert werden. Zwar muss die Spannung regelmäßig kontrolliert werden, ein Nachspannen ist in der Regel aber viel seltener als bei der Kette erforderlich. Ein Austausch ist alle 40 000 Kilometer vorgesehen und erfordert einen Ausbau der Schwinge.

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